Rene Berteit ist langjähriger Experte bei GodmodeTrader/Guidants, Daytrader und Tradingcoach.

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Aktien kaufen und liegen lassen ist im langfristigen Bereich eine gängige Anlagestrategie. Im kurzfristigen Trading muss man seine Positionen aktiv managen. Was sind dabei die typischen Fallstricke, gerade für Neulinge? Und was genau ist Money-Management?

Gibt es die typischen Fallstricke für Neulinge im kurzfristigen Trading überhaupt? Ich bin mir da gar nicht so sicher. Ich denke, die Probleme der meisten Trader sind recht unabhängig davon, ob sie kurzfristig handeln oder nicht. Im konkreten Fall können die Probleme sehr unterschiedlich ausfallen, vieles aber lässt sich auf ein paar grundlegende Dinge zurückführen. Dazu gehört das falsche Verständnis darüber, wie Trading funktioniert. Hinzu kommt die Tatsache, dass die meisten Trader über ihre eigenen Beine stolpern, sprich sich selbst im Weg stehen. Allgemein wird dieses Problem unter dem Themenpunkt Psychologie zusammengefasst. Aber auch im strategischen Bereich sind gerade am Anfang immer wieder Mängel bei Tradern zu sehen. Viele Tradingeinsteiger nutzen gar keine Strategie und handeln aus dem Bauch heraus. Das betrifft natürlich auch das Money-Management, also grundlegende Fragen zum eigenen Risiko und der Aufteilung des eigenen Kapitals auf unterschiedliche Märkte, Strategien und Tradingansätze.

Wie kann man einfache Regeln des Money-Managements verinnerlichen und sich selbst dazu bringen, diese auch einzuhalten?

Sich Regeln im Rahmen des Risiko- und Money-Managements aufzustellen, ist gar nicht so schwer. Man muss sich einfach nur auf unseren Portalen Guidants & Godmode-Trader umschauen. Nicht zuletzt ist auch das heutige Webinar diesem Thema eine Basis, um mehr über Strategien im Rahmen des Money-Managements zu erfahren. Ich selbst habe im Wissensbereich von Godmode-Trader.de schon viele Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Etwas ganz anderes ist es dann jedoch, diese Regeln auch einzuhalten. Das ist genau der Punkt, in dem ein erfahrener Coach helfen kann. Es gibt nämlich keine pauschale, sondern immer nur eine individuelle Lösung. Was bei Trader A funktioniert, kann bei einem selbst komplett versagen. Ein wichtiger Punkt ist also, dass die Strategien zur eigenen Persönlichkeit passen müssen. Genau diese Punkte erarbeiten wir beispielsweise gemeinsam in der Trader-Ausbildung. Ein Allheilmittel für jedermann aber gibt es definitiv nicht!

Gerade Börseneinsteiger sind sicher auf der Suche nach einfachen Regeln, die sie unkompliziert umsetzen können. Nach über 20 Jahren Trading und vielen Jahren Coaching-Erfahrung: Was kannst Du wirklich empfehlen, und was ist eher unbrauchbar?

Wenn das so einfach funktionieren würde, wäre Trading extrem simpel. Fakt ist, dass sich viele Trader gerade zu Beginn auf extrem unwichtige Details stürzen. Die Frage, welche Indikator der Beste ist, ist beispielsweise ein solch unwichtiges Detail. Wenn ich Ihnen wirklich einen Tipp in Kurzform geben soll, dann den: passen Sie Ihr Trading wie einen perfekt sitzenden Anzug auf ihre eigene Persönlichkeit an! Alles andere wird nicht auf Dauer funktionieren!

Worauf muss man achten, wenn man statt Aktien Hebelprodukte oder CFDs handelt. Bleiben die Regeln gleich?

Natürlich sollte man seine Produkte verstehen und wissen, wo diese Vor- und Nachteile haben. In der Summe aber bleiben die Regeln identisch, egal ob ich eine Aktie direkt oder ein Zertifikat auf eine Aktie kaufe. Das ist wahrscheinlich eines der größten Probleme vieler privater Trader. Sie wissen einfach nicht, wie ihre Produkte funktionieren. Anders kann ich es mir beispielsweise nicht erklären, warum so viel „Theater“ um den Hebel gemacht wird. Wer weiß, was der Hebel ist, will darauf wahrscheinlich nicht mehr verzichten, vor allem dann nicht, wenn man kapitalschonend traden möchte oder gar muss. Auf unseren Portalen sehe ich es auch immer wieder, dass die Leute Schwierigkeiten haben, Rahmendaten der Aktie, bspw. das Stop-Loss in den Zertifikatspreis umzurechnen. Solches Unwissen ist natürlich gefährlich, da dieses zu großen Verlusten führen können. Aber wer sein Produkt „beherrscht“, für den gibt es eigentlich kaum einen Unterschied, ob er einen Basiswert direkt oder über ein Derivat handelt.

Zum Abschluss: Ist Money-Management wirklich DER Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg im Trading, wie man oft lesen kann?

In der großen, weiten Welt der Börse, steht sehr viel geschrieben. Ich halte von solchen pauschalen Aussagen aber überhaupt nichts. Das ist nicht nur das Ergebnis meiner eigenen Tradingerfahrung, sondern auch das Resultat meiner seit über zwölf Jahren laufenden Coachingarbeit. Ohne Zweifel lässt sich wahrscheinlich mit viel Aufwand ein perfekter Trader kreieren und bei diesem dürfte das Money-Management eine entscheidende Rolle spielen. Diesen Perfektionismus kann und wird aber nicht jeder erreichen können. Der absolute Weltmeister ist an der Börse nicht der einzige, der viel Geld verdienen kann. Man muss also nicht Erster, nicht perfekt sein! Dafür aber müssen alle Zahnräder perfekt ineinander greifen. Dazu gehört natürlich auch das Risiko- und Money-Management. Aber es ist durchaus möglich, Schwächen hier, durch eine Stärke auf anderer Ebene auszugleichen. Solch eine Balance ist viel leichter erreichbar, als überall nur das Beste erreichen zu wollen!