Wer nach potenziellen Outperformern am Aktienmarkt sucht, kann auf ganz verschiedene Weise vorgehen und fündig werden. Ein cleverer Weg ist es, einen Blick auf die Eigentümerstruktur der Unternehmen zu werfen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Aktien von familiengeführten Unternehmen in der Regel besser performen als der Gesamtmarkt.

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    Eine Studie des Credit Suisse Research Institute (CSRI) bestätigt diese Erkenntnis: "Seit 2006 haben die Aktien familiengeführter Unternehmen die breiteren Aktienmärkte in allen wichtigen Regionen übertroffen", heißt es in der Studie. "Auf lange Sicht gesehen verzeichnen Familienunternehmen über alle Regionen hinweg (...) ein stärkeres Umsatzwachstum und eine höhere Profitabilität. Dies unterstützt den seit 2006 zu beobachtenden starken Wertzuwachs der Aktienkurse. Verschiedene Faktoren spielen in Bezug auf die Unternehmensperformance eine Rolle, ein wesentlicher Einfluss scheint jedoch die langfristigere und konservativere Ausrichtung der familiengeführten Unternehmen zu haben."

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    Für die Studie «The CS Family 1000» nahm das Credit Suisse Research Institute fast 1.000 börsennotierte und mehrheitlich in Familienbesitz befindliche Unternehmen aus aller Welt genau unter die Lupe. Obwohl langfristig eine deutliche Outperformance der familiengeführten Unternehmen feststellbar ist, fiel die relative Performance der familiengeführten Unternehmen im ersten Halbjahr 2018 schwächer aus. Ganz allgemein gilt laut der Studie, dass Familienunternehmen in Phasen, in denen sich die Konjunktur oder die Börsenstimmung verbessert, schlechter abschneiden als nicht familiengeführte Unternehmen. Auf lange Sicht sind Aktien von Familienunternehmen aber Outperformer, weil sie insbesondere in weniger guten Börsenzeiten die Aktien von nicht-familiengeführten Unternehmen deutlich hinter sich lassen.

    Ganz besonders stark ist die Outperformance von familiengeführten Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung (Small Caps). Wie die folgende Grafik zeigt, schneiden diese Aktien noch deutlich besser ab als die Anteilsscheine großer familiengeführter Unternehmen.

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    Familiengeführte Unternehmen haben den Vorteil, dass Eigentum und Verantwortung zumindest teilweise in einer Hand liegen. Mitglieder der Gründerfamilie sind oft mehr am langfristigen Unternehmenserfolg interessiert als angestellte Manager, die früher oder später oft zu einem anderen Unternehmen wechseln. Dieser Vorteil und die Abwesenheit von Interessenskonflikten zwischen Managern und Eigentümern schlägt sich für die Aktionäre in barer Münze nieder, wie die CSRI-Studie eindrucksvoll beweist.

    Für den deutschen Aktienmarkt gibt es bereits seit dem Jahr 2005 den German Entrepreneurial Index (GEX), der die Wertentwicklung eigentümergeführter deutscher Unternehmen abbildet. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen Unternehmen unter anderem die Bedingung erfüllen, dass aktive sowie ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder zwischen 25 und 75 Prozent der Stammaktien halten müssen.

    In den vergangenen fünf Jahren konnte der GEX den den DAX deutlich outperformen, wie der folgende Chart zeigt. Während der Anleger, der mit seinem Depot den deutschen Leitindex nachgebildet hat, inklusive reinvestierter Dividenden auf eine Performance von gut 28 Prozent kam, hätte der GEX-Anleger vor Kosten ein Plus von mehr als 73 Prozent erzielt. Allerdings gilt auch: In Schwächephasen des Marktes haben die in der Tendenz kleineren Familienunternehmen auch ein stärkeres Rückschlagspotential.

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    GEX und DAX im 5-Jahres-Vergleich

    Aktuell gibt es anders als beim DAX leider keine börsengehandelten Indexfonds (ETF), die den GEX nachbilden. Allerdings gibt es mehrere Indexzertifikate, die diesen Index nachbilden. So spuckt die Anlage- und Hebelproduktsuche auf Guidants aktuell drei Index-Tracker für den GEX aus.

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    Wer auf die Power von deutschen Familienunternehmen vertrauen will, muss aber natürlich nicht sämtliche im GEX enthaltenen Aktien kaufen. Stattdessen kann er die im GEX enthaltenen Titel nach weiteren fundamentalen oder charttechnischen Kriterien filtern. Ideal geht das mit dem Screener auf der Investment- und Analyseplattform Guidants, mit dem man auch gezielt nach Aktien suchen kann, die im GEX enthalten sind. Der Screener durchsucht in Sekundenschnelle tausende Aktien nach individuell festgelegten technischen und/oder fundamentalen Kriterien und ermöglicht damit jedem Trader und Anleger, besonders lukrative Setups zu finden. Als Beispiel zeigt der folgende Screenshot alle GEX-Titel, absteigend sortiert nach der Momentum-Kennzahl RSL, die ein Maß für die technische Stärke einer Aktie darstellt. Weitere Spalten zeigen den Abstand vom 52-Wochen-Hoch sowie die Performance in den vergangenen 6 Monaten.

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