Paris (GodmodeTrader.de) - Angesichts von Vollbeschäftigung und einer Inflation, die im Wesentlichen das Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank erreicht hat, ist künftig mit einer restriktiven Haltung zu rechnen. Sowohl die Stundenlöhne als auch die Kerninflationsraten sind im Jahr 2018 deutlich gestiegen, was darauf hindeutet, dass die Phillips-Kurve möglicherweise nicht tot ist, wie Dave Lafferty, Global Chief Strategist bei Natixis Investment Managers, in einem aktuellen Kommentar zur heutigen Sitzung der Fed schreibt.

Das künftige vorrangige Ziel von Notenbankchef Jerome Powell dürfte darin bestehen, die Lücke zwischen der Zinserhöhungsprognose der Fed von drei Zinserhöhungen im Jahr 2019 und den aktuellen Markterwartungen von zwei Zinserhöhungen zu schließen. Powell betrete damit einen schmalen Grat. Er möchte die Märkte für einen etwas steileren Weg vorbereiten, ohne dabei freilich die Anleger zu erschrecken oder die Zinsstruktur-Kurve umzukehren, heißt es weiter.

„Aus unserer Sicht liegt die gefährliche Phase der Fed-Politik noch vor uns. Erstmals seit zehn Jahren übersteigt die Fed Rate die Inflation. Die reale Fed Fund Rate durchbricht mithin die Null-Prozent-Marke. Übernachtkredite sind somit nicht mehr länger kostenlos. Vielleicht noch wichtiger ist, dass im Zuge der geldpolitischen Straffung der Fed die Zinsen im kommenden Jahr die sogenannte ‚neutral rate of interest‘ (R-Star) überschreiten dürfte“, so Lafferty.

Dies sei die theoretische Grenze, an der eine akkomodative Geldpolitik in eine restriktive Geldpolitik übergehe. Unabhängig davon, wie gut Powell diese Woche seine Botschaft übermittle, sollte das Passieren dieser beiden Meilensteine als Warnung dienen, dass die nächsten 100 Basispunkte der Straffung für die Anleger wahrscheinlich sehr viel schmerzhafter sein würden als die letzten 100 Basispunkte, heißt es weiter.