• BVerfG: Berliner Mietendeckel ist verfassungswidrig
    • Gemeinschaftsdiagnose: Pandemie verzögert Aufschwung
    • Merkel wird sich wohl mit AstraZeneca impfen lassen
    • Intensivmediziner: "Es ist fünf nach zwölf"
    • Fed-Powell erwartet höheres Wachstum
    • Streit mit der EU: London hält Impfstoffzahlen zurück
    • Internationaler Afghanistan-Einsatz endet
    • Deutsche Inflation im März bei 1,7 Prozent
    • Nordex: Auftragseingang über 1,2 GW im ersten Quartal
    • CureVac bleibt im tiefroten Bereich

    Märkte

    • Die Stimmung an den Börsen bleibt freundlich. Der DAX legte am Donnerstag um 0,30 Prozent auf 15.255,33 Punkte zu, blieb damit aber weiter in der engen Handelsspanne der vergangenen Tage. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq-100 an der Wall Street sowie der deutsche Nebenwerteindex SDAX konnten nach erstaunlich guten US-Konjunkturdaten sogar neue Rekordstände erreichen. Fed-Chef Jerome Powell hatte am Mittwoch bereits Beruhigungspillen verteilt. Denn die Straffung der Geldpolitik und anschließende Zinserhöhungen würden noch eine ganze Weile auf sich warten lassen, machte er klar. Damit können Finanzmärkte weiterhin auf die beste aller Welten hoffen: Eine sich erholender Konjunktur und gleichzeitig weiter üppige Hilfen von Notenbanken und Regierungen. Hohe Wellen am deutschen Aktienmarkt schlug die Nachricht, dass das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel gekippt hat. Das hat die Aktien der Immobilienkonzerne heute kräftig befeuert. Das Papier der Deutsche Wohnen ist geradezu nach oben geschnellt. Das Unternehmen hat einen großen Bestand an Immobilien in Berlin und profitiert daher besonders vom Urteil aus Karlsruhe. Die Vonovia-Aktie bleibt jedoch ein Underperformer. Der Konzern hatte kurz nach der Entscheidung erklärt, im Gegensatz zur Deutsche Wohnen auf Mietnachzahlungen verzichten zu wollen.
    • US-Schluss: S&P 500 (+1,1 %), Dow Jones (+0,9 %) und Nasdaq 100 (+1,6 %) markierten heute auf der Grundlage von starken Wirtschaftsdaten und sinkenden Kapitalmarktzinsen neue Rekordhochs. Die untypische Reaktion des Anleihenmarktes bleibt vorerst rätselhaft, könnte aber Eindeckungen durch Leerverkäufern geschuldet sein. Bei den Einzelwerten stachen UnitedHealth (+3,8 %, Zahlen) und die Bank of America (-2,9 %, Zahlen) hervor. In Washington hat das Repräsentantenhaus heute eine Vorlage gegen "Big-Tech" in Stellung gebracht. Alphabet, Amazon und Facebook tangierte diese Nachricht zunächst allerdings wenig. Alle drei Schwergewichte gingen mit satten Kursgewinnen aus dem Handel.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Apple hat eine größere Investition in Aufforstungsprojekte angekündigt, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden. Der "Restore Fund" werde ein Volumen von 200 Mio. Dollar haben, sagte Umweltchefin Lisa Jackson am Donnerstag der dpa. Mit dem Vorhaben sollen jährlich mindestens eine Mio. Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre abgebaut werden. Das entspreche den Emissionen von fast 200.000 Autos. Apple legt den Fonds gemeinsam mit der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation "Conservation International" auf. Die Verwaltungs des Fonds übernimmt Goldman Sachs.
    • Bei der weltweiten Produktion von Corona-Impfstoffen ist die Schwelle von einer Milliarde Impfdosen überschritten worden. Da meldet die Datenfirma Airfinity am Donnerstag. Die einmilliardste Dosis sei am 12. April produziert worden. Die nächste Milliarde dürfte Ende Mai erreicht werden, so Airfinity. In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert Koch-Institut waren es rund 739.000 Impfungen nach 564.000 am Vortag.
    • Die US-Großbank Citigroup hat im ersten Quartal dank eines starken Wertpapierhandels und Investmentbankings sowie stark gesunkener Kreditrisiken mehr verdient. Der Gewinn kletterte um mehr als das Dreifache auf 7,9 Mrd. Dollar. ie konzernweiten Erträge sanken indes auf 19,3 Mrd. Dollar zurück. Im Privatkundengeschäft litt die Bank weiter unter den niedrigen Zinsen und geringeren Kreditkartenumsätze.
    • Die Bank of America hat einen starken Start ins Jahr verzeichnet. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von knapp 7,6 Mrd. Dollar mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie die Großbank am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt sie besser ab als von Analysten erwartet. Boomende Einnahmen im Investmentbanking und im Wertpapierhandel sorgten zudem dafür, dass die Bank ihre Erträge trotz eines Einbruchs beim Zinsüberschuss insgesamt leicht auf 22,8 Mrd. Dollar steigern konnte.
    • Der US-Krankenversicherer UnitedHealth schraubt nach einem kräftigen Gewinnsprung zu Jahresbeginn die Erwartungen für das Gesamtjahr hoch. So soll der Gewinn je Aktie in diesem Jahr jetzt auf 17,15 bis 17,65 Dollar steigen. Bisher hatte das Management 16,90 bis 17,40 Dollar angepeilt, nachdem der Gewinn je Aktie im vergangenen Jahr 16,03 Dollar erreicht hatte. Im ersten Quartal 2021 fiel der Überschuss des Konzerns mit 4,9 Mrd. Dollar fast 44 % höher aus.
    • Der US-Technologiekonzern Thermo Fisher will das Pharmanternehmen PPD schlucken. Thermo Foster bietet 47,50 Dollar je PPD-Aktie, der Kaufpreis beläuft sich damit auf ingesamt 17,4 Mrd. Dollar, plus 3,5 Mrd. Dollar an Schulden. Gegenüber dem PPD-Schlusskurs von Dienstag entspreche dies einem Aufschlag von 24 Prozent, teilte Thermo Fisher mit Finanziert werden soll der Zukauf sowohl durch Schulden als auch Barmittel.
    • Der Limonaden- und Snackhersteller Pepsico hat im ersten Quartal seinen Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 14,8 Mrd. Dollar gesteigert. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) konnte auf Basis konstanter Wechselkurse um 14 Prozent auf 1,21 Dollar zulegen. Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern einen Überschuss von rund 1,7 Mrd. Dollar und damit sogar rund 28 % mehr als im Vorjahr.
    • Der Computerkonzern Dell erwägt einen Verkauf seiner Cloud-Sparte Boomi. Dieser Schritt sei ein weiterer Versuch von CEO Michael Dell, die Strukturen des PC-Herstellers zu verschlanken, berichtet Bloomberg am Donnerstag. Das Geschäft könnte mit bis zu 3 Mrd. Dollar bewertet werden, hieß es weiter. Dell wollte die Informationen nicht kommentieren. Dell trennt sich zudem von seiner Mehrheitsbeteiligung an dem Softwarehersteller VMware. Die Unternehmen sollen unabhängig voneinander aufgestellt werden.
    • Continental und die Cloud-Sparte von Amazon entwickeln gemeinsam eine Software- und Hardware-Plattform für Autos. „Wir erproben das jetzt in der Serienentwicklung eines Herstellers", sagte Conti-Technikchef Dirk Abendroth der dpa. „Eine erste Pilotanwendung ist dann ab August geplant, ab dem Jahresende soll das Konzept für weitere Kunden geöffnet werden." Vereinbart sei eine langfristige Zusammenarbeit mit Amazon.
    • Das Biotechunternehmen CureVac gab heute die Geschäftszahlen und Finanzergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2020 bekannt. Im vierten Quartal verzeichnete das Unternehmen demnach Umsätze von 6 Mio. Euro und verbesserte sich damit leicht im Vergleich zum dritten Quartal, als der Konzern 5,16 Mio. Euro erlöst hatte. Im Gesamtjahr summierten sich die Erlöse auf 48,9 Mio. Euro. Auf operativer Basis blieb das Unternehmen in der Verlustzone. Der Fehlbetrag wurde auf 46,6 Mio. Euro angegeben nach -36,83 Mio. Euro im Vorquartal. Der operative Jahresfehlbetrag lag bei -109,8 Mio. Euro, 2019 hatte CureVac einen Verlust von 100 Mio. Euro verzeichnet. „Wir haben das Jahr 2020 mit einer starken Liquidität von 1,32 Milliarden Euro abgeschlossen, einschließlich der Erlöse aus einer privaten Finanzierungsrunde im Juli, unseres Börsengangs im August und einem Zuschuss der Bundesregierung im September“, erklärte Vorstandschef Franz-Werner Haas. Finanzvorstand Pierre Kemula ergänzte: „Hinzu kam eine bedeutende Vorauszahlung aus unserem Vorvertrag mit der Europäischen Kommission über 225 Millionen Dosen CVnCoV mit Option auf weitere 180 Millionen Dosen". Das Tübinger Unternehmen erwartet Daten zur Wirksamkeit seines Covid-19-Impfstoffs unverändert noch in diesem Quartal. Der Antrag für eine bedingte Marktzulassung für das Mittel bei der Europäischen Union werde ebenfalls im zweiten Jahresviertel angestrebt.
    • Der Immobilienkonzern Vonovia will nach dem BVerfG-Entscheid zu dem Mietendeckel keine Nachzahlungen von seinen Mietern fordern. „Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist folgerichtig, auch war der Mietendeckel nicht geeignet, die Probleme auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu lösen. Wir haben uns entschieden, keine Mieten nachzufordern, die uns jetzt aufgrund der Entscheidung rechtlich zustehen würden", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch. Die Deutsche Wohnen geht den gegenteiligen Weg. „Keine Mieterin und kein Mieter der Deutsche Wohnen wird durch die Entscheidung die Wohnung verlieren", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. „Auf den Ausgleich der Außenstände komplett zu verzichten, würde jedoch unseren Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Eigentümern nicht gerecht werden.“ Für die Begleichung des Restbetrags biete man zahlreiche Möglichkeiten an, die der finanziellen Lage der Mieterinnen und Mieter flexibel Rechnung tragen", so die Deutsche Wohnen weiter. Dem Konzern gehören in Deutschland mehr als 155.400 Wohnungen, rund drei Viertel davon in Berlin.
    • Der Online-Broker Flatexdegiro erhöht nach einem starken ersten Quartal seinen Ausblick für 2021. So soll der Kundenstamm bis zum Jahresende jetzt auf 2,0 bis 2,2 Mio. zulegen. Anfang Februar hatte der Vorstand seine Prognose auf 1,8 bis 2,0 Mio. Kunden angehoben. Die Zahl der abgewickelten Transaktionen soll im laufenden Jahr statt auf 75 bis 90 Mio. jetzt auf 90 bis 110 Mio. steigen.
    • Die Deutsche Telekom und SAP sollen die Infrastruktur für das geplante EU-Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa errichten. Ein erster Vertrag mit SAP und der Telekom-Tochter T-Systems sei bereits unterzeichnet worden, teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit. Der endgültige Vertrag über den Aufbau der Verbindungsstelle für die nationalen Anwendungen solle zeitnah folgen.
    • Der Windkraftanlagenhersteller Nordex erhielt im ersten Quartal Aufträge für 279 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 1.247 Megawatt (Q1 2020: 1.644 MW). Auf Turbinen der Delta4000-Baureihe entfielen dabei 906 MW oder 73 Prozent, alle weiteren Anlagen gehören zur Delta-Baureihe in der 3-MW-Klasse. „Wir haben im ersten Quartal von unserer traditionell guten Position in europäischen Märkten wie Deutschland, Spanien und der Türkei profitiert, aber auch Projekte etwa in Italien, Polen und Litauen gewonnen. Der Erfolg der Delta4000-Baureihe stützt sich neben der N149 auch immer stärker auf die weiteren Rotorvarianten N133, N155 und N163, womit wir alle Windklassen abdecken“, sagte CEO José Luis Blanco laut Mitteilung.
    • Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk schaut noch zuversichtlicher auf die weitere Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr. Im ersten Quartal habe das Geschäft nach vorläufigen Berechnungen über den ursprünglichen Erwartungen gelegen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Damit sei die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Drägerwerk das obere Ende seiner bisherigen Prognose erreicht oder diese sogar übertrifft.
    • Der Schweizer Industriekonzern ABB hat seine Umsatzprognose nach einem starken Quartal erhöht. Der Umsatz soll im laufenden Jahr bereinigt um Sondereffekte um fünf Prozent oder mehr steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bisher hatte ABB ein Wachstum von drei bis fünf Prozent angepeilt. Im ersten Quartal erzielten die Schweizer ein Wachstum nach vorläufigen Zahlen von sieben Prozent auf 6,9 Mrd. Dollar.
    • Frankreich hält vorerst an der Impfung mit dem Corona-Präparat von Johnson & Johnson fest. Es würde, wie geplant, Über-55-Jährigen verabreicht, sagte ein Regierungssprecher in Paris. Die Niederlande hingegen werden den Impfstoff vorerst nicht anwenden. Zunächst müsse mehr über mögliche Thrombosen bekannt sein, wie die dortige Gesundheitsbehörde mitteilte.

    Konjunktur & Politik

    • Die US-Industrie hat ihre Produktion im März gesteigert, allerdings nicht so stark wie erwartet. Wie die US-Notenbank Fed am Donnerstag mitteilte, lag die Gesamtproduktion 1,4 Prozent höher als im Vormonat. Analysten hatten mit plus 2,6 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal stieg die Gesamtproduktion der Industrie um auf das Jahr hochgerechnet 2,5 Prozent.
    • Der NAHB-Hausmarktindex ist im April um einen Punkt auf 83 Zähler gestiegen, wie die National Association of Home Builders am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit der Entwicklung gerechnet.
    • Als Reaktion auf einen Moskau zugeschriebenen Hackerangriff und Einmischung in die US-Wahlen wies die US-Regierung zehn russische Diplomaten aus und verhängte neue Sanktionen gegen Russland. US-Banken und Finanzunternehmen wird demnach der Handel mit russischen Staatsschulden verboten, die ab Mitte Juni ausgestellt werden.
    • Der US-Einzelhandel hat seine Umsätze im März klar gesteigert. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Erlöse um 9,8 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Der Anstieg folgt auf einen Rückgang von 2,7 Prozent im Februar, den Marktbeobachter vor allem auf das sehr kalte Winterwetter zurückgeführt hatten.
    • Der Empire-State-Index stieg im April im Vergleich zum Vormonat um 8,9 auf 26,3 Punkte, wie die regionale Notenbank von New York mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg des Indikators auf 20,0 Punkte gerechnet. Mit einem Stand über der Nulllinie wird wirtschaftliches Wachstum angezeigt.
    • Der Indikator für das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia (Philly-Fed-Index) hat sich im April um 5,7 auf 50,2 Punkte verbessert, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang gerechnet. Der Wert aus dem März wurde allerdings auf 44,5 Punkte, von zuvor 51,8 Punkte nach unten korrigiert.
    • In den USA ist die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stark gefallen. In der Woche zum 10. April wurden 576.000 Erstanträge gestellt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag berichtete. Das sind 193.000 Anträge weniger als eine Woche zuvor. Die Zahl der Hilfsanträge war damit so niedrig wie seit dem Beginn der Corona-Krise im März 2020 nicht mehr. Analysten hatten nur mit einem leichten Rückgang gerechnet und im Schnitt 700.000 Anträge erwartet.
    • Der US-Klimabeauftragte John Kerry ist zu Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xie Zhenhua nach Shanghai gereist. Kerry wollte bei seinen Gesprächen am Donnerstag und Freitag den virtuellen Klimagipfel vorbereiten, zu dem Biden am 22. und 23. April eingeladen hat.
    • Nur wenige Stunden nach der offiziellen Ankündigung des Abzugs der US-Truppen aus Afghanistan ist der US-Außenminister Anthony Blinken zu einem unangekündigten Besuch in Kabul eingetroffen. Das teilte der Präsidentenpalast auf Twitter mit.
    • Kanzlerin Angela Merkel wird sich laut "Welt" an diesem Freitag mit dem Impfstoff AstraZeneca gegen Corona impfen lassen. Die Kanzlerin ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland für AstraZeneca-Impfungen infrage kommen. Ein Regierungssprecher wollte die Information am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen.
    • Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) glaubt an eine schnelle Erholung der deutschen Wirtschaft nach der Corona-Pandemie. Trotz des langen und schweren Pandemieverlaufs mit allen Problemen sei die Wirtschaft insgesamt in einer guten und robusten Verfassung, sagte Altmaier am Donnerstag. Schon ab Mitte des zweiten Quartals werde der Erholungsprozess durch den fortschreitenden Impfprozess einen Schub bekommen. Insbesondere die deutsche Industrie sei robust. Das hänge damit zusammen, dass internationale Lieferketten in der zweiten Welle nicht zerbrochen seien.
    • Die deutsche Wirtschaft hat im März wieder mehr Leute eingestellt. „Trotz andauernder Lockdown-Maßnahmen schätzten die Betriebe ihre wirtschaftliche Situation und ihre Betroffenheit von der Covid-19-Pandemie in der ersten Märzhälfte 2021 insgesamt etwas günstiger ein als noch in den Vormonaten. Sie stellen tendenziell wieder mehr ein und entlassen seltener", heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur wirtschaftlichen Lage in der Corona-Pandemie.
    • Der Berliner Mietendeckel ist nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts verfassungswidrig. Das Gericht erklärte das Landesgesetz für nichtig, wie am Donnerstag in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Der vor mehr als einem Jahr in Kraft getretene Mietendeckel verstößt demnach gegen das Grundgesetz. Die Richter stellten ausschließlich auf die fehlende Kompetenz des Berliner Senats für Fragen zur Miethöhe ab. Die Landespolitik könne eine solche Regelung nicht treffen, weil der Bund mit der Mietpreisbremse 2015 schon tätig geworden ist und darin alle Belange der Mietvertragsparteien abschließend geregelt habe, hieß es klarstellend. Damit bleibe kein Raum für die Landespolitik, Regelungen zur Miethöhe zu treffen. Die Vorschriften, die seit Anfang 2020 die Mieten für Wohnungen in Berlin erst einfroren und dann teilweise senkten, entfalten nun keine Wirkung. Viele Berliner Mieter müssen deshalb Miete nachzahlen.
    • In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland (DIW, ifo, IfW, IWH und RWI) einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,7 Prozent im laufenden Jahr und um 3,9 Prozent im Jahr 2022. Der erneute Shutdown verzögere die wirtschaftliche Erholung, aber sobald die Infektionsgefahren vor allem durch das Impfen gebannt sei, werde eine kräftige Erholung einsetzen; zu Beginn des kommenden Jahres dürfte die Wirtschaft zur Normalauslastung zurückkehren, heißt es in der Gemeinschaftsprognose. „Aufgrund des anhaltenden Shutdowns dürfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 1,8 Prozent gesunken sein“, sagte Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Die neue Infektionswelle und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen führen zu einer Abwärtsrevision der Prognose für das Jahr 2021 um 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Herbstgutachten 2020.
    • Italiens Staatsverschuldung hat ein Rekordhoch erreicht. Verglichen mit dem Vormonat betrug der Anstieg im Februar 36,9 Mrd. Euro, wie die Banca d'Italia am Donnerstag mitteilte. Damit liege die Gesamtverschuldung der öffentlichen Verwaltung bei etwa 2643,8 Mrd. Euro. In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgedrückt lag die Staatsverschuldung nach Angaben der Banca d'Italia bei 155,6 Prozent. In den Jahren zuvor blieb sie bei etwas mehr als 134 Prozent.
    • US-Notenbankchef Jerome Powell erwartet für die US-Wirtschaft ein stärkeres Wachstum. „Wir gehen in eine Periode schnelleren Wachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen, und das ist eine gute Sache", sagte er am Mittwoch bei einer Online-Veranstaltung, die vom Economic Club of Washington ausgerichtet wurde. Die Corona-Krise bleibe jedoch eine Gefahr. „Ich würde sagen, das Hauptrisiko ist ein weiterer Anstieg der Infektionen mit Virusstämmen, die schwieriger zu behandeln sind“. Eine geldpolitische Wende signalisierte er nicht. Man werde warten bis die Inflation nachhaltig über zwei Prozent gestiegen und Vollbeschäftigung erreicht sei. Dies werde voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres 2022 sein. Und: die meisten Fed-Mitglieder würden eine Zinserhöhung nicht vor dem Jahr 2024 erwarten, betonte der Fed-Chef.
    • Die deutschen Amtsgerichte meldeten im Januar 1.108 Firmeninsolvenzen. Das waren 31,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Zurückzuführen sei die niedrige Zahl der Unternehmensinsolvenzen vor allem darauf, dass die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, in der Corona-Krise zunächst ausgesetzt worden war. Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren, die Hinweise auf die künftige Entwicklung gibt, ist hingegen tendenziell gestiegen. Im März erhöhte sie sich deutlich um 37 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Zahl lag erstmals seit einem Jahr auch über dem Wert des Vorjahresmonats.
    • Ende Februar 2021 waren rund 5,4 Mio. Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten tätig, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen am Donnerstag mitteilte. Damit ging die Zahl der Beschäftigten gegenüber Februar um gut 161.000 zurück bzw. 2,9 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vormonat Januar 2021 nahm die Zahl der Beschäftigten geringfügig um 0,1 % ab.
    • Intensivmediziner in Deutschland fordern zur Eindämmung der dritten Corona-Welle mehr Disziplin. „Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im „Tagesspiegel“. Der frühere Präsident der Vereinigung, Uwe Janssens, sagte im Fernsehsender Phoenix: „Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt.“ Wären die vor Wochen beschlossenen Maßnahmen flächendeckend umgesetzt worden, hätte man die aktuelle Entwicklung mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen noch abschwächen können. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine Idee eines "Brücken-Lockdowns" vom Osterwochenende verteidigt. „Man hat die Idee lächerlich gemacht", sagte er am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. Hätte man stattdessen den von ihm vorgeschlagenen schnellen harten Lockdown „als Teil einer Brücke zu mehr Perspektiven" umgesetzt, wäre man heute schon weiter.
    • Die Inflationsrate in Deutschland lag im März bei 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Damit erhöhte sich die Teuerungsrate weiter. Im Februar hatte die Rate bei 1,3 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im März um 0,5 Prozent. Vorläufige Angaben wurden mit den heutigen Daten bestätigt.
    • Die britische Regierung verzögert unter Verweis auf die nationale Sicherheit Angaben zu Impfstoffexporten. Die Informationen seien vorhanden, teilte das Außenministerium in London der Nachrichtenagentur dpa mit. Zunächst müsse aber geprüft werden, ob es im öffentlichen Interesse liege, sie zu veröffentlichen. Eine Antwort könne daher frühestens im Mai erfolgen.
    • Nach den USA planen nun auch die Nato-Staaten den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan bis September. Die Außen- und Verteidigungsminister der 30 Bündnisstaaten haben sich darauf geeinigt, schon am 1. Mai mit dem Truppenabzug zu beginnen und das Land innerhalb weniger Monate zu verlassen.

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