• Institute: Krise wird allmählich überwunden
    • Fed signalisiert straffere Geldpolitik ab November
    • US-Regierung kämpft gegen Lieferengpässe
    • IEA: Energiekrise bedroht globale Wirtschaftserholung
    • Lufthansa: Klimapaket verursacht Milliardenkosten
    • Nordex steigert Auftragseingang deutlich
    • US-Senatorin will Amazon zerschlagen
    • Boeing: Neue Dreamliner-Probleme

    Markt

    • Nachdem der DAX am Dienstag kurzfristig unter die 200-Tagelinie abgerutscht war, gelang es dem Leitindex gestern, sich von dieser etwas deutlicher nach oben abzusetzen. Heute hat der deutsche Leitindex eine satte Erholung vollbracht. Mit einem Plus von 1,40 Prozent auf 15.462 Punkte ging der DAX zudem nur knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch aus dem Handel. Wieder einmal wurde der DAX gestützt von stark laufenden US-Börsen. „Die Anleger haben die Hoffnung, dass die Preissteigerungen jetzt den Hochpunkt ausbilden und die Inflation danach wieder zurückgeht. In der Tat könnte der hohe Ölpreis und die daraus entstehenden Belastungen für die Wirtschaft wieder zu einer weniger stark steigenden Ölnachfrage und nachlassenden Preisen führen", bemerkte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Auch sein Kollege Andreas Lipkow von der Comdirect sieht unter den Anlegern zunehmende Erwartungen einer Entspannung an den Rohstoffmärkten und eines wieder anspringenden Konjunkturwachstums in Europa. „In den kommenden Handelstagen muss sich nun zeigen, ob das Kursniveau oberhalb von 15.400 Punkten Bestand haben wird", blieb Marktexperte Lipkow aber vorsichtig.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Microsoft schließt seine Plattform LinkedIn in China und ersetzt sie mit einer reinen Jobbörse. Das vor allem für Berufstätige gedachte Netzwerk sei wegen der strengen Regulierung in China nicht so erfolgreich wie im Rest der Welt, begründete LinkedIn die Entscheidung, wie Reuters berichtet. Die Plattform ist das einzige US-Social-Media-Netzwerk in China.
    • Die Citigroup hat im vergangenen Jahr dank einer geringeren Risikovorsorge deutlich mehr Gewinn erzielt. Unterm Strich verdiente die US-Großbank mit 4,64 Mrd. Dollar und damit 48 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag mit 2,15 (Vorjahr 1,36) Dollar. Von ihren Rückstellungen für notleidende Kredite löste die Citigroup 1,16 Mrd. Dollar auf.
    • Morgan Stanley hat im dritten Quartal unter anderem dank der Stärke im Investmentbanking einen Gewinnsprung erzielt. Das Ergebnis stieg um gut 36 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar, die Einnahmen erhöhten sich um ein Viertel auf gut 14,7 Mrd. Dollar.
    • Der US-Krankenversicherer UnitedHealth hob seine Gewinnprognose für 2021 nach einem überraschend guten Quartal ein weiteres Mal an. Es ist die dritte Prognoseanhebung des Konzerns im laufenden Jahr. UnitedHealth bietet neben dem Versicherungsgeschäft auch Datenanalysen im Gesundheitswesen an. Außerdem unterstützt UnitedHealth Unternehmen mit Gesundheitsprogrammen für Mitarbeiter.
    • Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo hat im vergangenen Quartal dank einer geringeren Risikovorsorge den Gewinn um 60 Prozent auf 5,12 Mrd. Dollar gesteigert. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. „Die Maßnahmen, die wir ergreifen, schlagen sich in unseren Ergebnissen positiv nieder", sagte CEO Charlie Scharf.
    • Die Bank of America hat für das dritte Quartal einen Gewinnsprung gemeldet. Das Nettoergebnis stieg von 4,44 Mrd. Dollar vor Jahresfrist auf 7,26 Mrd. und damit um mehr als 63 Prozent. Pro Aktie wurde ein Ergebnis von 85 Cent ausgewiesen. Die Erträge legten um 12 Prozent auf 22,8 Mrd. Dollar zu.
    • Die US-Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance hat sich im Schlussquartal ihres Geschäftsjahres 2020/21 von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Neben einem starken Gewinnwachstum in den Apotheken und im Einzelhandel in den USA nannte der Konzern auch eine fortgesetzte Erholung in Großbritannien als Gründe.
    • Beim Langstreckenjet Dreamliner von Boeing gibt es laut einem Pressebericht neue Probleme. Dieses Mal gehe es um bestimmte, in den vergangenen drei Jahren verbaute Titanteile, schrieb das „Wall Street Journal“. Die Teile seien schwächer, als sie es sein sollten.
    • Die Entscheidung für die Genehmigung der ersten Elektroautofabrik von Tesla in Europa steht weiterhin aus. Die dreiwöchige Erörterung von über 800 Einwänden gegen die Fabrik endet am Donnerstag. Ab Freitag untersuchen dann die Behörden, ob sich neue Erkenntnisse und Prüfungen ergäben, wie die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, mitteilte. Wie viel Zeit das in Anspruch nehmen wird, sei noch offen.
    • Der Schweizer Elektrotechnikkonzern und Siemens-Konkurrent ABB hat einen Großauftrag für sein Ladestationen-Geschäft erhalten. Für den E-Bus-Betrieb der Stadt Basel sollen die gesamte Ladeinfrastruktur und Serviceleistungen bereitgestellt werden, wie ABB mitteilte. Einen Auftragswert nannte der Konzern nicht.
    • Die Lufthansa rechnet im Zuge des Klimapakets "Fit for 55" der EU-Kommission mit zusätzlichen Milliardenlasten. Die Gruppe müsste bis zum Jahr 2035 Mehrkosten von 15 bis 20 Mrd. Euro tragen, rechnet das Unternehmen in seinem "Politik-Brief" vor. Bis 2030 sei mit einer einseitigen Belastung von bis zu 7 Mrd. Euro zu rechnen.
    • Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat seinen Aktionären mit Blick auf künftige Dividenden einen Fahrplan aufgestellt. Die reguläre Ausschüttung je Aktie soll künftig auch im Fall eines Gewinnrückgangs mindestens stabil bleiben. Das bisherige Ziel einer Ausschüttungsquote von 35 bis 45 Prozent für die Regeldividende fällt dagegen weg. Dabei soll auch künftig eine Sonderdividende möglich sein.
    • Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat im dritten Quartal Aufträge von insgesamt rund 1,8 Gigawatt eingeholt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung von fast der Hälfte, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Windanlagen stieg dabei von 271 auf nun 389.
    • Der niederländische Hersteller von Navigationsgeräten TomTom hat im dritten Quartal einen operativen Verlust (Ebitda) von 5,3 Mio. Euro nach einem Gewinn von 3,9 Mio. Euro vor Jahresfrist verzeichnet. Der Umsatz sank um 14 Prozent auf 127,5 Mio. Euro.
    • Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat dank starker Nachfrage deutlich mehr verdient. Der Gewinn für die Monate Juli bis September sei um 13,8 Prozent auf 156,3 Mrd. Neue Taiwan-Dollar (umgerechnet 4,8 Mrd. Euro) nach 137,3 Mrd, im Vorjahreszeitraum gestiegen, so TSMC. Konzernchef C.C. Wei sagte in einer Konferenzschalte am Donnerstag, die Kapazität bleibe im Rest dieses Jahres und auch über das kommende Jahr knapp. Damit könnte sich die Knappheit elektronischer Bauteile in vielen Branchen noch lange hinziehen. TSMC hat über die nächsten drei Jahre Investitionen von 100 MRd. US-Dollar eingeplant, um die Kapazitäten auszubauen, in diesem Jahr sind es rund 30 Mrd. Dollar.
    • Der Lieferdienst Delivery Hero meldet eine weitere Übernahme - in Mittelamerika. Delivery will laut Mitteilung das Geschäft mit Essenslieferungen und Quick Commerce des Dienstleisters Hugo erwerben. Ausgenommen sind hingegen die anderen Leistungen der App wie etwa digitale Zahlungen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

    Konjunktur & Politik

    • Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 9. Oktober um 36.000 auf 293.000 abgenommen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 318.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert um 3.000 auf 329.000 nach oben revidiert.
    • Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, sind die Erzeugerpreise im September zum Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen. Exklusive Lebensmittel und Energie betrug der Anstieg nur 0,1 Prozent, nachdem im August hier noch ein Plus von 0,3 Prozent registriert worden war. Den weiteren Angaben zufolge lagen die Herstellerpreise um 8,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
    • Der WTI-Ölpreis wird heute nahe der Marke von 81,50 Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem ein Bericht der Internationalen Energieagentur zu dem Ergebnis kam, dass die Verknappung von Erdgas in Europa und Asien das bereits beträchtliche Angebotsdefizit auf den Rohölmärkten noch verschärfen wird.
    • US-Senatorin Elizabeth Warren hat ihre Forderung nach einer Zerschlagung von Amazon wiederholt. Die Demokratin verwies auf den Reuters-Bericht, wonach Amazon in Indien die Suchergebnisse zugunsten eigener Produkte manipuliert und Waren anderer Verkäufer kopiert haben soll. Das bestätige Befürchtungen, dass der Konzern seine Monopolmacht ausnutze.
    • Berlins designierte Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) favorisiert Koalitionsverhandlungen mit Grünen und Linken. Sie kündigte am Donnerstag zunächst eine weitere Sondierungsrunde an, aber nur noch mit diesen beiden Parteien. Die SPD erachte diese Zusammenarbeit für den erfolgversprechendsten Weg für eine stabile Regierung in der Hauptstadt in den nächsten fünf Jahren, hieß es.
    • Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) bedroht die Energiekrise die weltweite Erholung von der Corona-Pandemie. Die IEA geht davon aus, dass die globale Energiekrise die Ölnachfrage um eine halbe Million Barrel pro Tag antreiben werde. Die steigenden Energiepreise erhöhten auch den Inflationsdruck, der zusammen mit Stromausfällen zu einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung führen könnte.
    • Gemäß Prognose der führenden Wirtschaftsinstitute (u. a. RWI, DIW, ifo, ifW) steigt das Brutto­inlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 Prozent und wird im Jahr 2022 um 4,8 Prozent zulegen. Im Frühjahr lag die Messlatte für 2021 noch bei einem Wachstum von 3,7 Prozent, für 2022 bei 3,9 Prozent. „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet“, heißt es in der Mitteilung der Ökonomen. Eine vollständige Normalisierung kontakt­intensiver Aktivitäten sei kurzfristig nicht zu erwarten. Außerdem behin­derten Lieferengpässe vorerst das Verarbeitende Gewerbe. „Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalaus­lastung erreichen“. Die Institute rechnen zudem mit einem Anstieg der Ver­braucherpreise um drei Prozent im laufenden Jahr und um 2,5 Prozent im Jahr 2022. Das De­fizit der öffentlichen Haushalte dürfte von 4,9 Prozent in Relation zum Bruttoinlands­produkt im laufenden Jahr auf 2,1 Prozent im Folgejahr zurückgehen. Angesichts der kräftigen Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts soll dabei die öffentliche Schuldenstandsquote von 71 Prozent in 2021 auf 67 Prozent in 2022 ab­nehmen.
    • Die US-Notenbank wird offenbar ab November ihre Konjunkturhilfen nach und nach herunterfahren. Ab dann könnte das Tapering beginnen, der Ausstieg aus dem billionenschweren Anleihekaufprogramm, wie aus den Protokollen der letzten Zinssitzung im September hervorging. Die Währungshüter waren sich aber uneins über den richtigen Zeitpunkt für eine Erhöhung der Leitzinsen.
    • In China sind die Erzeugerpreise im September so stark gestiegen wie seit fast 26 Jahren nicht mehr. Die Preise auf Herstellerebene legten zum Vorjahresmonat um 10,7 Prozent zu, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit November 1995. Im Vormonat August hatte der Vorjahreswert bei 9,5 Prozent gelegen.
    • SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz rechnet damit, dass noch in diesem Jahr eine Ampelkoalition mit Grünen und FDP zustande kommt. „Die Sondierungen finden in einer sehr, sehr guten und konstruktiven Atmosphäre statt“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. „Und deshalb bin ich sicher, dass das Vorhaben, das alle drei Parteien, die hier miteinander sondieren, haben, auch realisiert werden kann.“
    • Die US-Regierung arbeitet an Lösungen der globalen Versorgungsengpässe. Der Hafen in Los Angeles, wo zahlreiche Containerschiffe auf Abwicklung warten, soll künftig 24 Stunden am Tag betrieben werden. „Wir arbeiten rund um die Uhr daran, mehr Waren schneller zu bewegen und unsere Lieferketten zu stärken", sagte US-Präsident Joe Biden. Die Ausweitung von Arbeitszeiten und das Hochfahren der Kapazitäten an Häfen sei ein erster Schritt. Andere private Marktteilnehmer müssten nun nachziehen. Regierungsbeamte hatten zuvor US-Verbraucher vor steigenden Preisen und leeren Regalen in der Vorweihnachtssaison gewarnt.
    • Die Preise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland lagen im August deutlich über den Vorjahreswerten. Die Landwirte als Erzeuger erhielten im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 13,3 Prozent gestiegene Preise, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Juli hatte die Veränderung sogar 21,2 Prozent betragen.
    • Rentenerhöhungen sollten von der Lohnentwicklung abgekoppelt werden. Das fordert ifo Forscher Joachim Ragnitz. „Nur wenn die Renten langsamer steigen als die Löhne, werden die Kassen geschont und die Steuer- und Beitragszahler nicht überfordert. Denn die vielen Baby-Boomer gehen bald in den Ruhestand. Die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre werden dazu führen, dass sich ein gigantisches Finanzloch auftut.“ Im Jahr 2050 müssten rund 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung zusätzlich für die Rente aufgebracht werden.

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