Paris (GodmodeTrader.de) - Das heutige Treffen der Federal Reserve Bank (Fed) könnte schwierig werden. Die Märkte preisen eine gemäßigte Haltung ein, so dass die Fed darauf achten muss, nicht zu enttäuschen. Gleichzeitig muss sie jedoch genügend Spielraum lassen, sollte es positive Nachrichten zum laufenden Handelskrieg geben, wie François Rimeu, Head of Multi Asset & Senior Strategist bei La Française AM, in einem Kommentar zum bevorstehenden US-Zinsentscheid schreibt.

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„Wenn wir in unsere Analyse vergangene Treffen und die Tatsache, wie Jerome Powell vorher den Druck erhalten hat miteinbeziehen, denken wir, dass diese Mission schwierig zu erfüllen sein wird“, so Rimeu. Folgendes sollte man seiner Meinung nach im Hinterkopf behalten:

- Die Wachstumsdynamik verlangsame sich, und die Inflation bleibe unter dem Ziel (und werde bis zum Jahresende unter dem Ziel bleiben). Die Wachstums- und Inflationsprognosen könnten von der Fed leicht nach unten korrigiert werden, welches allerdings nicht der Schwerpunkt des Treffens sei.

- Die Handelsspannungen seien noch sehr ausgeprägt, könnten aber während des G20-Gipfels (26. bis 28. Juni) deutlich abnehmen.

- Der Markt preise bereits eine vollständige Zinssenkung im Juli und bis zum Jahresende drei weitere Zinssenkungen ein. Bei einem Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent in diesem Jahr und entspannten Finanzbedingungen könnte es für Jerome Powell schwierig werden, eine geldpolitische Lockerung zu rechtfertigen.

- Es sei davon auszugehen, dass der Medianpunkt für das Jahr 2019 gesenkt werde, aber weit entfernt von dem bleibe, was der Markt einpreise – nur eine Senkung zum Jahresende.

„Jerome Powell hat viele Möglichkeiten zu enttäuschen und mit ihm als Vorsitzenden war es nicht leicht Vorhersagen zu treffen, um es vorsichtig auszudrücken. Wir berücksichtigen, dass die Unsicherheit groß ist, und wir werden unser Risikobudget vor der Zusammenkunft reduzieren, insbesondere angesichts der Bewegungen, die wir an den Rentenmärkten nach Mario Draghis Rede in Sintra gesehen haben“, so Rimeu.