Die US-Notenbank wird ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe im Rahmen des sogenannten Quantitative Easing (QE) in den kommenden Monaten voraussichtlich zurückfahren. Das geht aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (Federal Open Market Committee, FOMC) hervor. Die FOMC-Mitglieder seien der Meinung, dass sich die Wirtschaftsdaten „im Einklang mit den Erwartungen des Komitees für eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen entwickeln dürften und deshalb eine Reduzierung der Käufe in den kommenden Monaten rechtfertigen könnten“, heißt es in dem Protokoll der Notenbanksitzung vom 29. und 30. Oktober. Die FOMC-Mitglieder diskutierten außerdem Szenarios, unter denen eine Reduzierung der Aufkäufe gerechtfertigt sein könnte, ohne dass sich eine weitere klare Verbesserung des Ausblicks für die wirtschaftliche Entwicklung abzeichnet, so die Fed.

Aktuell kauft die Federal Reserve jeden Monat hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) im Volumen von 40 Milliarden Dollar und längerfristige Staatsanleihen im Volumen von 45 Milliarden Dollar.

Da eine QE-Reduzierung gleichzeitig die Ängste vor einer möglichen Leitzinserhöhung verstärken könnte, diskutierten die FOMC-Mitglieder außerdem, wie das Niedrigzinsversprechen der Fed verstärkt werden könnte. Dabei wurde eine mögliche Senkung der Zielmarke für die Arbeitslosenquote von 6,5% von einigen FOMC-Mitglieder ins Spiel gebracht. Erwogen wurde außerdem die Möglichkeit einer Festlegung, dass die Leitzinsen auch nach Erreichen des Ziels von 6,5% nicht erhöht würden, solange die Inflationsrate niedrig bleibe. Letztlich wurden aber keine Beschlüsse über eine Ausweitung des Niedrigzinsversprechens gefasst.

Fazit: Eine QE-Reduzierung in den kommenden Monaten ist absehbar. Die US-Notenbank will aber alles daran setzen, dass die Märkte mit dem QE-Ende nicht auch gleich eine baldige Zinserhöhung einpreisen.

Das vollständige Protokoll der vergangenen Notenbanksitzung kann hier eingesehen werden.