USA

• Die US-Börse verzeichnete ein negatives Wochenergebnis. Positive Unternehmensmeldungen und sinkende Ölpreise vermochten die Anlegerstimmung nicht zu heben.

• Bei US-Staatsanleihen blieben die Margen schmal. Die Marktteilnehmer erwarteten im Vorfeld der Emission neuer 10-jähriger Papiere eine anziehende Nachfrage. Das große Interesse an einer früheren Emission stimmte die Anleger zuversichtlich, dass der schwächere Dollar ausländische Investoren doch nicht abschreckt.

• Der Ölpreis fiel im Wochenverlauf auf den niedrigsten Stand seit Juli. Auslöser des Abwärtstrends waren Berichte über gestiegene Lagervorräte in den USA und die Aussicht auf eine wärmere Witterung sowie höhere Fördermengen. Am Freitag führten jedoch Meldungen über sinkende Destillatbestände zu einem erneuten Anziehen der Ölpreise.

• Ein Vertreter des Finanzministeriums stellte für 2004 ein Wirtschaftswachstum von bis zu 4% in Aussicht. John Taylor, für internationale Angelegenheiten zuständiger Staatssekretär im US-Finanzministeriums, sprach in Neu-Delhi auf dem Indien- Gipfel des Weltwirtschaftsforums. Seine Äußerungen heizten die Spekulationen über eine mögliche Zinserhöhung an.

• Die Aktie von Guidant (medizinische Ausrüstungen und Stents) legte kräftig zu. Sie reagierte auf Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch Johnson & Johnson, eines der weltweit größten Unternehmen des Gesundheitssektors. Johnson & Johnson bemüht sich um eine Verbesserung seiner Erlöse und Gewinnmargen durch ein erhöhtes Engagement in wachstumsstarken Bereichen wie dem der wirkstoffbeschichteten Stents.

• Der weltgrößte Zahnpastahersteller Colgate will nach eigenen Angaben rund 4.400 Arbeitsplätze im Rahmen eines Restrukturierungsprogamms streichen. Das Unternehmen hat Marktanteile an seinen Rivalen Proctor & Gamble verloren. Wie es hieß, sollen die mit den Ausgabenkürzungen erzielten Einsparungen in Werbemaßnahmen und die Entwicklung neuer Produkte fließen.

Europa

• Die Aktienmärkte in Kontinentaleuropa fielen in der vergangenen Woche trotz positiver Wirtschaftsdaten. Zehnjährige Staatsanleihen tendierten fester, während die Renditen zurückgingen.

• In Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, wuchs die Industrieproduktion im Oktober um 0,6%. Allgemein erwartet worden war ein Anstieg um 0,3%. Bei den Investitionen in Industrieanlagen und Maschinen wurde ein Zuwachs von 2,5% registriert. Dadurch wurde der Rückgang der Konsumgüterherstellung um 0,8% wettgemacht.

• Das Anlegervertrauen verbesserte sich in Deutschland unerwartet, wenn auch nur leicht. Der ZEW-Index, der die Stimmung von institutionellen Anlegern und Analysten misst, stieg von 13,9 im November auf 14,4 im Dezember. Laut Konsensschätzung hätte er auf 10 fallen sollen. Der Wert für November war (nach 31,3 im Oktober) der niedrigste seit fast zwei Jahren gewesen.

• Die französische Regierung hat sich von einem Teil ihres Aktienpakets von Air France-KLM getrennt. Durch den Verkauf, der schon bei der Bekanntgabe der Fusion von Air France und KLM in Aussicht gestellt worden war, sinkt Paris' Beteiligung von 44% auf 26 %. Potenzielle Risiken durch künftige Einmischungen seitens der Politik dürften dadurch verringert werden.

• Finnlands Regierung gab die Absicht bekannt, ihre Beteiligung an dem größten skandinavischen Telekommunikationskonzern TeliaSonera zu reduzieren. Durch einen Verkauf würde ihr Anteil am Aktienkapital des Unternehmens von 19,1% auf 12,7% sinken. Den Erlös von 1,4 Mrd. € will Helsinki zum Abbau von Staatsschulden nutzen.

• Die Aktien der Autobauer BMW und Porsche legten nach Bekanntgabe guter Verkaufszahlen zu. Porsche, der profitabelste Autohersteller Europas, meldete für den Zeitraum Juni bis November einen Umsatzanstieg von 4% im Vorjahresvergleich. BMW hat seinen Absatz im November nach eigenen Angaben um 7,3% gesteigert. Beide Aktien profitierten überdies vom Rückgang der Öl- und Metallpreise im Wochenverlauf.

• Die Aktien der europäischen Chiphersteller ASML und Infineon Technologies fielen, nachdem ihre US-Konkurrenten Xilinx und Altera ihre Umsatzerwartungen für das laufende Quartal stärker als erwartet gesenkt hatten.

Großbritannien

• Der britische Aktienmarkt beendete die Woche mit einem Minus. Viele Anleger entschlossen sich, ihre seit Jahresbeginn erzielten Gewinne mitzunehmen. Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England ließ den Leitzins im vierten Monat in Folge unverändert bei 4,75%. Unter Analysten herrschte indessen weiterhin Uneinigkeit darüber, ob im nächsten Jahr eine Zinsanhebung erforderlich sein wird oder nicht.

• Der FT Government All Stocks Index, der die Kursentwicklung britischer Staatsanleihen misst, stieg im Wochenverlauf. Er erhielt Auftrieb durch positive Tendenzen am US-Anleihemarkt, der sich zuletzt in schwacher Verfassung präsentiert hatte.

• Durch einen starken Anstieg der Importe vergrößerte sich das Außenhandelsdefizit im Oktober. Es erreichte den höchsten Stand seit zehn Monaten. Im Warenverkehr wuchs das Defizit im Oktober auf 5,3 Mrd. £. Dem stand allerdings ein Überschuss von 1,5 Mrd. £ bei den Dienstleistungen gegenüber.

• Das Pfund fiel angesichts des höheren Außenhandelsdefizits gegenüber Dollar und Euro. Es notierte zum Wochenschluss mit 1,91 $ gegenüber der US-Währung; der Euro ging mit 0,69 £ aus dem Handel.

• Der Zeitungsverlag Trinity Mirror berichtete in einer Mitteilung zum Geschäftsverlauf über ein schwächeres Anzeigenwachstum im zweiten Halbjahr. Das Unternehmen räumte zudem einen Auflagenrückgang bei seinen landesweit erscheinenden Tageszeitungen ein. Dadurch werden die Erlössteigerungen auf Grund der Anhebung der Verkaufspreise teilweise zunichte gemacht.

• Die Aktie von BAE Systems fiel, nachdem der Luft- & Raumfahrt/Rüstungskonzern angekündigt hatte, niedrigere Margen im Geschäft mit Saudi-Arabien könnten im nächsten Jahr den Gewinn schmälern. Im vergangenen Monat hatten britische Behörden eine Untersuchung von BAEs Verträgen im Zusammenhang mit Saudi-Arabien eingeleitet.

Japan

• Die Tokioter Börse verzeichnete in der vergangenen Woche angesichts allgemein schwacher Konjunkturdaten ein Minus. Der Index japanischer Frühindikatoren fiel im Oktober auf 20 und blieb damit im zweiten Monat in Folge unter der Marke von 50. Ein Wert über 50 gilt als Indikator für mehr Wachstum in drei bis sechs Monaten. Neben anderen Frühindikatoren fließen die Zahl der Stellenangebote und das Verbrauchervertrauen in den Index ein.

• Die japanische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 0,2% und enttäuschte damit die Erwartungen. Zuvor waren bereits Zahlen bekannt geworden, wonach die Verbraucherausgaben ebenfalls niedriger ausgefallen waren als laut einer früheren Schätzung.

• Einer Meldung des Finanzministeriums zufolge ist Japans Leistungsbilanzüberschuss im Oktober wie bereits im Vormonat gesunken. Durch den höheren Ölpreis verteuerten sich die Importe, während die Exporte zurückgingen. Der Überschuss schrumpfte (saisonbereinigt) von 1,5 Billionen ¥ im September um 9,1% auf 1,36 Billionen ¥ (13,1 Mrd. $).

• Positiv war der Anstieg des Verbrauchervertrauens im November vor dem Hintergrund einer Entspannung am Arbeitsmarkt. Das Büro des Ministerpräsidenten meldete einen Anstieg des von ihm ermittelten Stimmungsindikators von 47,7 im Oktober auf 48,0 im November. Allerdings signalisieren Werte unter 50, dass die Zahl der Pessimisten größer ist als die der Optimisten.

• Von der Schwäche der Konjunkturindikatoren profitierte der japanische Anleihemarkt, der im Wochenverlauf anzog. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen fielen so deutlich wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Südostasien

• Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum beendeten die Woche mit negativem Ergebnis. Regionale Rohstoffaktien tendierten schwächer, nachdem die Kupferund Goldfutures an den Warenbörsen gefallen waren.

• Immobilienfonds (Real Estate Investment Trusts, REITs) erfreuten sich bei Anlegern großer Beliebtheit. Der erste REIT-Börsengang in Hongkong war vierfach überzeichnet, und die Aktie von Suntec REIT legte nach ihrem Börsendebüt in Singapur um über 10% zu.

• Das größte börsennotierte Unternehmen Indonesiens, PTT, will seine Gasförderkapazitäten nach eigenen Angaben deutlich ausbauen, um mit der wachsenden Nachfrage der petrochemischen Industrie Schritt halten zu können.

• Chinas Exporte wuchsen im November so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich das Ausfuhrvolumen um 46%. Hintergrund war eine steigende Nachfrage nach Bekleidung, Spielzeug und elektronischen Komponenten. Unterdessen stiegen in Hongkong die Einzelhandelsumsätze im 15. Monat in Folge. Impulse erhielt der Konsum unter anderem durch den Zustrom von Touristen. In den ersten zehn Monaten des Jahres verzeichnete die Finanzmetropole eine Rekordzahl von 17,8 Millionen Besuchern.

Lateinamerika

• Die lateinamerikanischen Aktienmärkte fielen im Wochenverlauf. Niedrigere Rohstoffpreise weckten Sorgen, die Gewinne der Exporteure könnten schrumpfen.

• In Mexiko stiegen die Verbraucherpreise im November um 0,9%. Der deutlichste Anstieg seit fast drei Jahren war auf einen Preisschub bei Tomaten, Milch und Strom zurückzuführen.

• Chiles Notenbank ließ den Leitzins unerwartet bei 2,25%, signalisierte aber, sie werde die Zinsen voraussichtlich im nächsten Jahr wieder anheben um die Inflation in Schach zu halten. Die Landeswährung Peso fiel im Wochenverlauf so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr. Den Hintergrund bildete der anhaltende Preisrückgang bei Kupfer, Chiles Exportartikel Nummer eins.

AUSBLICK: Die Anleger dürften in der kommenden Woche auf die USA blicken, wo am Dienstag die Veröffentlichung der Außenhandelszahlen ansteht, gefolgt von der Zinsentscheidung der Fed.

Quelle: Fidelity

Die US-Investmentgesellschaft Fidelity wurde 1946 gegründet und ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 1.000 Mrd. US-Dollar das größte unabhängige Fondsmanagement-Unternehmen der Welt. Es beschäftigt insgesamt 32.500 Mitarbeiter und stellt privaten und institutionellen Anlegern Investmentprodukte und -dienstleistungen zur Verfügung.