Wochenende, 14./15. Juni:

Ratingagentur S&P hebt Ausblick für Großbritannien von "negativ" auf "stabil" an - Bonitätsnote mit "AAA" bestätigt.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann lehnt Forderungen nach einer Abwertung des Euro zu Gunsten der Exportwirtschaft ab. "Wettbewerbsfähigkeit lässt sich nicht durch eine Abwertung herbeiführen, sie entsteht in den Unternehmen durch attraktive Produkte, die sich auf den Märkten behaupten", so Weidmann zum "Focus".

Bundesbank-Chef Weidmann hält die Wirkung des Strafzinses auf Bankeinlagen bei der EZB für überschaubar. Im Süden der Eurozone sei die Kreditvergabe auch deshalb schwach, weil viele Firmen angesichts der schwachen Wirtschaft kaum frisches Geld nachfragten, sagte er dem Focus. Daran werde der negative Einlagezins wenig ändern.

Montag, 16. Juni:

EZB-Ratsmitglied Nowotny hat vor einem zu harten Vorgehen beim Bankenstresstest gewarnt. „Meine Befürchtung ist, dass die EZB in dem Ehrgeiz es besonders gut machen zu wollen, sehr weit über das hinausgeht, was die USA gemacht haben. Das kann zu Übertreibungen führen“, sagte der der SZ.

Kreise: Die EZB plant für die kommenden Monate keine weiteren Maßnahmen.

Dienstag, 17. Juni:

SZ: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist dazu bereit, Frankreich mehr Zeit für den Abbau des zu hohen Haushaltsdefizits einzuräumen, wenn die Regierung in Paris im Gegenzug einen strikten Reformfahrplan unterzeichnet.

Die Bundesregierung lehnt eine Änderung des künftigen Rotationsprinzips im EZB-Rat ab. Dadurch wird das Stimmrecht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ab 2015 alle fünf Monate ausgesetzt.

Mittwoch, 18. Juni:

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat seinen Vorschlag verteidigt, EU-Krisenländern mehr Spielraum für Reformen zu geben. Kritik kommt von der Union. "Gabriel sendet mit seinen jüngsten Äußerungen ein fatales Signal. Die Verschuldungspolitik hat Europa an den Rand des Abgrunds geführt", sagte EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) dem "Straubinger Tagblatt".

Börsen-Zeitung: Der umstrittene Vorschlag der EU-Kommission, großen Banken den Eigenhandel zu verbieten und unter Umständen die Abspaltung bestimmter Geschäftsbereiche zu verlangen, trifft auf zusätzliche Hindernisse. Der Rechtsdienst des Rats meldet juristische Vorbehalte gegen eine im Verordnungstext vorgesehene Ausnahmeklausel für Länder an, in denen es bereits ähnliche Regelungen gibt.

Spanische Zentralbank: Der Anteil der faulen Kredite bei den Geschäftsbanken lag im April unverändert bei 13,4 Prozent.

IWF: Irland befindet sich auf einem guten Weg, das für 2014 angestrebte Defizit-Ziel von 4,8 Prozent des BIP zu erreichen

Donnerstag, 19. Juni:

Kreise: Der IWF fordert von der EZB größere Anstrengungen im Kampf gegen das Deflationsrisiko. Der Fonds schlägt unter anderem den Kauf von Staatsanleihen vor, heißt es.

Bundesfinanzminister Schäuble: Die Geldpolitik kann nur dafür sorgen, „dass wir vorübergehend Zeit gewinnen." Aber die Probleme lösen müsse die Wirtschafts- und Finanzpolitik, sagte er im Deutschlandfunk.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will die Auswirkungen der jüngsten EZB-Beschlüsse auf die Schweiz genau beobachten und bei Bedarf die nötigen Maßnahmen ergreifen. SNB-Chef Jordan schließt negative Einlagenzinsen als geldpolitisches Instrument nicht aus.

EU-Kommission fordert von Griechenland mehr Anstrengungen bei der Umsetzung von Reformen. "Ich bin besorgt über die Verlangsamung des Reformprozesses", so Währungs- und Wirtschaftskommissar Olli Rehn."

Freitag, 20. Juni:

Die Euroländer wollen die Regeln des Stabilitätspakts zum Jahresende überprüfen. "Ich denke, dass der (bereits) reformierte Stabilitäts- und Wachstumspakt ausreichend Spielraum hat, um flexibel angewendet zu werden", sagte der scheidende EU-Währungskommissar Olli Rehn nach einer Debatte mit den Euro-Finanzministern.

Der designierte Chef der griechischen Zentralbank, Yannis Stournaras, hat das neue Bankenkreditprogramm der EZB (TLTRO) in Frage gestellt. Es dürfte den schwächeren Südländern kaum nützen, weil die Banken in diesen Ländern nicht genug Kapital hätten, um Rücklagen für neue Kredite bei der EZB zu bilden.

EZB-Vizepräsident Constancio: Die EZB ist bereit, zusätzliche unkonventionelle Instrumente einzusetzen, sollte sich die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Niedriginflation erhöhen. Dies würde ein Anleihe-Kaufprogramm auf breiter Basis beinhalten.

EZB-Direktor Coeure erwartet in naher Zukunft keine weiteren Zinsschritte.

Portugal hält am Ziel fest, das Defizit in diesem Jahr auf 4,0 Prozent und im kommenden Jahr auf 2,5 Prozent des BIP zu senken.

Vizechef der spanischen Notenbank: Die EZB sieht ein signifikantes Risiko einer länger andauernden Phase niedriger Inflation.