Johannes Büttner ist trotz niedrigen Alters bereits ein erfahrener Trader; seine Analysen finden auf GodmodeTrader großen Anklang.

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Börsenneulinge können sich von der Vielzahl an möglichen Anlageprodukten erschlagen fühlen. Von Aktien führt das Angebot über diverse Arten von Fonds bin zu buchstäblich Millionen von strukturierten Produkten. Wie findet man sich in diesem Dschungel zurecht und vor allem: Wie fängt man an?

Aller Anfang ist schwer. Vor allem die Börse eröffnet hinsichtlich von Anlageprodukten eine Vielzahl von Möglichkeiten. Deshalb sollte man zunächst beim Einstieg in das Abenteuer Börse beginnen sich einen Überblick zu verschaffen. Welche Produktkategorien gibt es? Wie sind diese strukturiert? Und vor allem, wie passen sie zu meinem Anlageziel? Um an jene Informationen zu gelingen sind wie bei jedem neuen Themengebiet grundlegende Bücher empfehlenswert. Darüber hinaus bieten Börsenportale, diverse Foren, Fachmedien oder Youtube-Channels die Möglichkeit alle benötigten Informationen zu sammeln, um sich danach genauer in die selbstgewählte Richtung zu bewegen und detaillierte Informationen vermittelt zu bekommen. Mir persönlich hat Godmodetrader.de sowie Guidants in meinen ersten Börsenjahren sehr geholfen, mein Wissen zu vertiefen und praxisnahe Erfahrung zu sammeln.

Du bist der jüngste Experte im Team. Wie gestaltete sich dein Einstieg an die Börse? Musstest direkt zu Beginn Rückschläge einstecken? Und welchen Tipp würdest du Börsenneulingen mit an die Hand geben?

Als ich in meinen Jugendjahren den Einstieg an die Börse wagte, lag mein Wissensschatz bei nahezu null. Zwar war ich mit den Basics um Aktien vertraut, doch mehr auch nicht. Deshalb versuchte ich intuitiv über viel Selbstrecherche mein Wissen zu vertiefen. Damals waren es vor allem Bücher, das Lesen von Artikeln und das Börsenportal Godmodetrader.de, welche mein Wissen erweiterten. Schneller als ich mich umsehen konnte packte mich das Börsenfieber. Die ersten Aktienkäufe- und Verkäufe waren schnell getätigt und obwohl man selbst nicht so richtig wusste, warum oder wieso man diesen Trade einging, handelte man mit verschiedensten Aktien. Rückblickend erwies sich diese Art des Handelns als schwerwiegender Fehler, was ich allerdings noch früh genug zu spüren bekommen sollte. Nach anfänglichen Gewinnen folgte, was folgen musste. Der erste schmerzhafte Verlust. Diesen Tag habe ich bis heute in Erinnerung behalten, da ich damals tagelang gebeutelt von diesem Verlust bemüht war, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Von da an beschloss ich wirklich zu verstehen, warum und wieso ich einen Trade eingehe und welchen Handelsstil ich eigentlich verfolgen möchte. Wenn ich einem Börseneinsteiger einen Tipp geben müsste, dann genau diesen:

Finde deinen Handelsansatz und reflektiere den Grund deines Handelns.

Am Anfang bedarf es Zeit herauszufinden, bei welchem Anlagehorizont man sich wohlfühlt. Hier bietet die Börse von Intraday-Scalping, über Swingtrading bis zum langfristigen Investieren eine breite Palette. Hat man erstmal den passenden Handelsansatz für sich gefunden, geht es ans Handeln. Prinzipiell ist natürlich jeder Trade mit einem Risiko verbunden, sonst wäre die Börse nicht das was sie ist. Selbst der vermeintlich sicherste Trade kann am Ende schiefgehen. Doch wichtig ist es zu wissen warum man den Trade einging, um bei einem Verlust akzeptieren zu können dass die Idee nicht aufging. Allerdings handelt man besonders in der Anfangszeit „nach Gefühl“. Oftmals nennt man solche Trades auch „emotionale Trades“, da hier einfach nach Gefühl und ohne System gehandelt wurde. Die Verluste dieser Trades sind dann die schmerzlichsten überhaupt. Deshalb: Finde einen für dich passenden Handelsansatz und Anlagehorizont, entwickele ein Informationssystem und handele mit Grund und Disziplin. So lassen sich bereits zu Beginn unnötige Verluste vermeiden und im Idealfall nachhaltige Gewinne erzielen.

Sind Aktien für Börseneinsteiger das empfehlenswerteste Anlagevehikel, und wenn ja an welche Grundsätze sollte man sich bei Auswahl und Kauf halten?

Absolut, auch wenn sie risikobehafteter als beispielsweise ETFs oder Fonds sind. Aktien sind das klassischste „Produkt“ am Börsenmarkt. Trotzdem gibt es einige Dinge zu beachten. Grundsätzlich sollte man sich als Börseneinsteiger fragen, warum ich von Unternehmen X Aktien kaufen möchte. Hier gilt es zwischen fundamentalen und technischen Aspekten zu unterscheiden. Kaufe ich Aktien da ich vom Geschäftsmodell und den Zukunftsaussichten der Firma überzeugt bin oder möchte ich den Handel aufgrund rein charttechnischer Signale betreiben? Oder sogar einen Mix aus beiden? Kann man diese Fragen für sich selbst beantworten, folgt der nächste Schritt. Die Auseinandersetzung mit der Fundamentanalyse und/oder der Chartanalyse. Hat man nun die benötigten Informationen gesammelt, so folgt der Kauf bzw. Verkauf. Hierbei sollte man das Angebot verschiedener Broker vergleichen, da Handelskosten einen nicht zu unterschätzenden Faktor darstellen. Handelt man mit einem kleinen Depot und zudem hohen Kosten, kann sich dies spürbar auf die Rendite auswirken. Deswegen gilt auch hier: Überblick verschaffen, vergleichen und genügend informieren. Übergeordnet ist bei dem Kauf von Aktien vor allem eines zu beachten: Diversifikation. Die Grundlage eines jeden mittel-bis langfristigen Depots.

Hebelprodukte sind vor allem im sehr kurzfristigen Anlagebereich äußerst beliebt. Was macht den Reiz dieser Gattung für Trader aus und was sind die Fallstricke, die lauern? Sind Hebelprodukte auch für Einsteiger geeignet?

Der Reiz von Hebelprodukten ist der bereits im Wort enthaltene Hebel. Im Vergleich zu klassischen Aktien kann man hier, je nach gewählter Höhe des Hebels, überproportional an der Entwicklung des Aktienkurses partizipieren. Dies klingt natürlich sehr verlockend, doch genauso gibt es hier die Kehrseite. Durch den Hebel winken ebenso hohe Verluste, bis hin zum schnellen Totalverlust. Als Einsteiger sollte man sich deshalb intensiv mit diesen Produkten auseinandersetzen, bevor man den Handel mit Hebelprodukten beginnt. Von größter Bedeutung ist hierbei ein aktives Management des Trades. In diesem Zusammenhang sind Dinge wie ein konkretes Tradingsetup, Chance-Risiko-Verhältnis, Moneymanagement und das setzen eines Stop-Loss von essentieller Wichtigkeit. Wer sich hier bei all dem unsicher ist, der sollte zu Beginn idealerweise mit einem Demokonto den Handel simulieren, um ein Gefühl für die Funktionalität von Hebelprodukten zu bekommen.

Was wäre ein angemessener Mix aus Aktien, Fonds und anderen Anlageprodukten für einen Börseneinsteiger. Und worauf sollten kurzfristig orientierte Trader ggü langfristig agierenden Investoren besonders achten.

Diese Frage muss individuell beantwortet werden. Je nach Anlagehorizont eröffnen sich hier verschiedenste Zusammensetzungen. Klassischerweise nehmen Hebelprodukte in einem klassischen Portfolio neben Aktien, Fonds und Rohstoffen nur einen kleinen Teil ein - Stichwort Hedging. Hebelprodukte werden von Anlegern gerne genutzt um ihr Depot zu hedgen, das heißt gegen die entgegengesetzte Kursrichtung abzusichern. Kurzfristige agierende Trader hingegen werden den Großteil ihres Portfolios aus Produkten wie Zertifikaten, Optionsscheinen oder CFD’s abbilden. Als Anleger sollte man sich daher bewusst sein, welchen Zeithorizont man wählen möchte und sich dann über die Verteilung des Depots Gedanken machen, wobei der jeweilige Schwerpunkt sich hier widerspiegeln sollte. Trotzdem sollte man aus Diversifikationsgründen auch andere Zeithorizonte einbeziehen. Zum Beispiel sollte man auch als kurzfristiger Trader einen Teil seines Portfolios dem langfristigen Zeithorizont widmen, um auch von der langfristigen Entwicklung des Aktienmarktes profitieren zu können.