Paris (GodmodeTrader.de) - Der Durchbruch mit Mexiko in einigen NAFTA-Diskussionspunkten hat einige offensichtliche Vorteile – den Prozess wieder voranzubringen und die Unsicherheit der Unternehmen zu verringern. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dies darüber hinaus ein Zeichen dafür ist, dass die Trump-Administration einfach nach einigen „Gewinnen" im Handel aus ist und nicht danach strebt, den globalen Handelsrahmen neu zu gestalten (z.B. die WTO zu zerstören etc.)? Bedeutet es wirklich, dass die schlimmsten Ängste des Marktes, den Welthandel betreffend, nicht wahr werden? Globale Aktien jedenfalls scheinen die Nachrichten zu mögen, wie Dave Lafferty, Chief Market Strategist von Natixis Investment Managers, die mögliche Neuauflage des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA kommentiert.

„Wir haben jedoch noch einen langen Weg vor uns, bis all dies real ist: 1) Die Kanadier müssen in den Prozess einbezogen werden; 2) es gibt immer noch große Themen, die nicht vorankommen; 3) in den USA müsste ein neues oder modifiziertes Abkommen vom Kongress ratifiziert werden (der das bestehende Abkommen mag)“, so Lafferty.

Außerdem sei der Zeitrahmen knapp bemessen, um Kanada wieder an den Tisch zu bringen und zu verabschieden, bevor die AMLO-Regierung in Mexiko installiert sei. Kurz gesagt, dieser Durchbruch sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gebe noch viele Dinge, die den Zug zum Entgleisen bringen könnten. Für die Märkte heiße das, dass die heutigen Aktiengewinne leicht verfallen könnten, wenn die trilaterale Vereinbarung nicht vorwärts bewegt werden könne oder Trump einen Rückzieher mache, heißt es weiter.

„Hinter den positiven Schlagzeilen zur NAFTA verbirgt sich, dass die Beziehungen zwischen den USA und China ins Leere gehen. Die ‚low level‘-Handelsdelegation aus China hat Washington gerade mit leeren Händen verlassen. Bis Xi die USA im Spätherbst besucht, werden wir wahrscheinlich eine Menge Säbelrasseln (und Vergeltungsdrohungen) zwischen den USA und China über Handel/Quoten/Tarife erleben. Wir sehen eine positive Bewegung an der mexikanischen Front, aber wenig an der chinesischen Front“, so Lafferty.