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Wenn in Bayern und anderen Alpenregionen der Heilige Nikolaus am 6. Dezember die Kinder besucht, dann wird er dabei vom „Krampus“ assistiert. Dieser finstere Geselle, in einigen Gegenden als Knecht Ruprecht bekannt, ist zuständig für die schwierigen Fälle und verbreitet Angst und Schrecken, wenn „irgendjemand“ während des Jahres nicht brav war.

Eines dürfte klar sein: Allein der Anblick dieses hörnertragenden, mitunter gar kettenschwingenden Unholds, bringt jeden noch so renitenten Dreijährigen innerhalb kürzester Zeit wieder auf Linie. Auch wenn ansonsten gar nichts passiert ist. Clever eingefädelt, dieser weihnachtliche Trick mit dem Krampus…

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Foto: Wikipedia

Dabei scheint das Geschäft mit der Angst auch bei den erwachsenen "Dreijährigen" ganz hervorragend zu funktionieren:

Was wurde uns in den vergangenen Jahrzehnten nicht alles aufgetischt an „Mega-Katastrophen“, die angeblich allesamt auf dem besten Wege waren, die Menschheit ein für allemal zu vernichten:

Ältere Semester werden sich noch an die unmittelbar bevorstehende „Eiszeit“ erinnern, die in den 1970er Jahren quasi schon vor der Türe stand. Interessanterweise wurde die Panik von damals mittlerweile in ihr genaues Gegenteil verkehrt: Plötzlich verglühen wir alle...

Das „Waldsterben“ der 1980er Jahre war der nächste „Krampus“, der ordentlich Angst und Schrecken verbreitete. Die Prognosen, ich habe sie noch lebhaft vor Augen, lauteten in etwa, dass sich halb Mitteleuropa binnen weniger Jahrzehnte in eine öde Steinwüste verwandeln werde…

Wenig später war es das „Ozonloch“, in das wir alle angeblich sofort hinunterstürzen würden, wenn wir nicht endlich zur Vernunft kämen.

Die Litanei der Megakatastrophen lässt sich mühelos fortsetzen mit der Immunschwächekrankheit AIDS, die in den späten 1980ern dazu auserkoren war, Millionen dahinzuraffen und ganze Kontinente zu entvölkern.

Schweinepest, Ebola, Vogelgrippe, Rinderwahnsinn und die "Angst vor dem Jahrtausendwechsel" waren von nicht ganz so monströsem Kaliber. Vielleicht hatte sich in den 1990ern bereits herumgesprochen, dass nicht alles so heiß gegessen wird, wie es zuvor von den Medien hochgekocht wurde…

Und heute? Erst kürzlich hat man ja ein „globales Phänomen“ entdeckt, das sich besser als jemals ein Thema zuvor als hyperventilierender Panikerzeuger eignet, und zwar weil es die Menschen überall auf der Welt betrifft:

Flankiert von einer beispiellosen Medienkampagne hält in unseren Tagen der ungeheuerliche, monströse und alles verschlingende KLIMAWANDEL die Menschen in atemloser Angst. Und wie sich schon wieder alle fürchten…

Wird die Welt diesmal also tatsächlich „endlich einmal“ untergehen? Oder dient das ganze Spektakel genau wie der Krampus des Heiligen Nikolaus in Wahrheit dazu, uns alle zu „braven Kindern“ zu erziehen, die nicht aufmucken und genau das tun, was „die Großen“ anordnen?

Ironie des Schicksals: In den kommenden Jahren könnten Politik, Medien und Zentralbanken, also die Profiteure jener Angst, die seit Jahren mit den unterschiedlichsten Themen geschürt wurde, zur Abwechslung selbst einmal Grund zur Panik haben.

Dann nämlich, wenn unser Geldsystem in die Binsen geht…

Es fehlt nicht mehr viel, und die Menschen realisieren, dass sie von den genannten Kräften jahrzehntelang belogen und betrogen wurden. Im Zuge dessen dürften sie in nicht allzu ferner Zukunft ebenfalls erkennen, dass die von diesen Kreisen beschworene „Rettungspolitik“ alles nur noch schlimmer gemacht hat:

In Tat und Wahrheit haben die Akteure mit ihrer ganzen Retterei ein wahres Ungeheuer herangezüchtet, das den Vergleich mit jedem noch so finsteren Krampus spielend aufnehmen kann. Und immer mehr Menschen scheinen das allmählich zu begreifen…

Was anstehen dürfte, wenn sich dieser Erkenntnisprozess Bahn bricht, das kann man schon heute in Frankreich bestaunen. Am Wochenende dürften dort wegen der geplanten Rentenreform wieder einige Millionen auf die Straße gehen.

Dieser Aufmarsch der Wutbürger ist allerdings nur ein müder Abklatsch dessen, was in Europa los sein wird, wenn die Menschen realisieren, dass die von Politik, Medien und Zentralbanken vorgetragene Geldsystemlüge der vergangenen Jahrzehnte sie nicht nur um ihre Arbeitsplätze, sondern auch um ihre Ersparnisse und um ihre Renten gebracht hat…

Womöglich wird der Spieß also gerade umgedreht. Dann wäre jetzt der „Krampus“ an der Reihe, sich einmal ordentlich zu fürchten.

Nämlich vor jenen Menschen, die auf seine Mätzchen nicht mehr länger hereinfallen, weil sie inzwischen tatsächlich erwachsen geworden sind…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.