Der Euro legt am Mittwoch leicht zu. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1219 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend.

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    Am Nachmittag rückt die US-Notenbank Fed in den Fokus. Notenbankchef Jerome Powell spricht vor dem US-Kongress über die Zinspolitik. In der vergangenen Woche spekulierte man noch auf deutlich schnellere und höhere Zinssenkungen durch die Fed. Durch die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt verringert sich der Druck auf die Notenbank jedoch, die Zinsen stärker zu senken, was den US-Dollar wiederum stützt. Zuletzt wurde die Fed auch durch den US-Präsidenten Trump wiederholt zu Zinssenkungen gedrängt. Auch eine Absetzung des Fed-Chefs durch den Präsidenten ist nicht ausgeschlossen. „Nachfragen zur politischen Unabhängigkeit der Fed sind heute vorstellbar, weshalb die Märkte genau auf den Wortlaut Powells hören werden", schreibt Stefan Kipar, Devisenanalyst von der BayernLB. Heute wird außerdem auf die Veröffentlichung des Protokolls zur FOMC-Sitzung vom 18. und 19. Juni zu achten sein

    Gestützt hat den Euro am Vormittag überaus starke Industriedaten aus Frankreich. Dort legte die Produktion im Mai um ein Vielfaches stärker zu als von Analysten erwartet. Die Daten lassen die Befürchtungen geringer werden, dass die Euro-Industrie die Gesamtwirtschaft übermäßig belasten wird. Die EU-Kommission hat am Vormittag ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr für die 19 Staaten der Währungsgemeinschaft aufrechterhalten.

    Die Sorge vor einem No-Deal-Brexit belastet das britische Pfund nach wie vor schwer. Seit Theresa Mays Rücktrittsankündigung fiel das Pfund bereits um zwei Prozent. Der Favorit auf die May-Nachfolge, Boris Johnson, würde den Brexit auch ohne Vereinbarung mit der Europäischen Union durchziehen. Nach derzeitigem Stand droht der Brexit am 31. Oktober. In den Details aber bleibt Johnson nach wie vor vage. Sein Kontrahent Jeremy Hunt kritisierte ihn am Dienstagabend im TV-Duell denn auch: „Als Premierminister geht es darum, den Leuten zu sagen, was sie hören müssen, nicht was sie hören wollen", kritisiert Hunt. Die Bank of England hat auf die befürchteten Auswirkungen auf die Konjunktur mit der Ankündigung reagiert, hierauf geldpolitische Antworten zu finden. Der Markt rechnet jetzt mit einer Zinssenkung in den kommenden 12 Monaten.

    Britische Daten geben dem Pfund Halt. Die Währung fiel am Dienstag noch bis auf 1,2440 US-Dollar im Tief und damit auf den niedrigsten Wert seit April 2017. Am Vortag war das Pfund noch einen Cent höher bei 1,2540 Dollar gehandelt worden. Heute erholte sich der Kurs von GBP/USD auf 1,2471. Das britische Bruttoinlandsprodukt ist im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen. Dies hatten Analysten erwartet. Im April war die Wirtschaftsleistung noch um 0,4 Prozent gesunken. Die Industrieproduktion legte im Mai vor allem dank der krätig gestiegenen Produktion von Autos deutlich um 1,4 Prozent zum Vormonat zu.

    Die Aussicht auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen Peking und Washington hängt weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem japanischen Yen, urteilen die Devisenanalysten der NordLB im aktuellen FX Weekly. Die japanische Geldpolitik sollte nicht überraschen. Notenbankchef Kuroda wolle die Zinsen in Tokio mindestens bis zum Frühling 2020 niedrig halten. EUR/JPY hält sich am Mittwochmittag leicht im Plus bie 122,17.

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    EUR/USD