• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
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  • EUR/GBP - Kürzel: EUR/GBP - ISIN: EU0009653088
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Der Euro eröffnet heute gegenüber dem Dollar bei 1,1879. Nach schwachen Konjunkturdaten feiert die Gemeinschaftswährung deutlich unter Druck. Zuletzt rutschte die Gemeinschaftswährung auch unter die Marke von 1,18 Dollar zurück und gab 0,6 Prozent ab. Am Morgen war sie noch bis auf 1,1883 Dollar gestiegen.

Der Aufschwung in der Eurozone hat im August an Dynamik verloren, was zeigt, dass der Corona-Pandemie doch eine ausgeprägte Nachfrageschwäche anhaftet. Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion gab um 3,3 Punkte auf 51,6 Zähler nach. Besonders deutlich hat sich der Indikator für den Dienstleistungssektor verschlechtert. Im Juli war die Wirtschaftsleistung laut Markit erstmals seit fünf Monaten wieder gestiegen, nachdem es zuvor wegen des Ausbruchs der Pandemie zu Geschäftsschließungen infolge des Lockdowns gekommen war.

Die zuletzt zu beobachtende Euro-Stärke hat sich in eine leichte Euro-Schwäche verwandelt. Insofern wiedholt sich das Muster. Als die Fed am Mittwochabend ein ernüchterndes Protokoll vorlegte, stand der Dollar am Donnerstag ebenfalls unter Druck. Die Einschätzung der US-Notenbank mit Blick auf die US-Wirtschaft deckte sich mit derjenigen des Markit-Instituts für den europäischen Währungsraum: nämlich, dass die konjunkturelle Erholung noch lange zäh und holprig verlaufen werde. Ein Szenario, dass an den Märkten zuletzt ignoriert wurde. Allerdings hat der Dollar einen weiteren Nachteil: Der unkalkulierbare Pandemieverlauf macht es der Fed unmöglich, die Geldpolitik zu ändern, so dass der Renditevorteil des Greenback bis auf Weiteres dahin ist.

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EUR/USD

Auch das britische Pfund glänzte nach starken Stimmungsdaten aus der britischen Industrie zunächst, doch zuletzt zeigte sich das Währungspaar EUR/GBP bei 0,8917 kaum bewegt. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August um 3,3 auf 60,3 Zähler, wie das IHS Markit-Institut weiter mitteilte. Das ist der höchste Stand seit knapp sieben Jahren. Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern haben sich die Geschäftsaktivitäten beschleunigt. Analysten wurden von den Resultaten positiv überrascht.

Dass das Pfund zuletzt an Dynamik verlor, hat seinen Grund in den ergebnislosen Brexit-Gesprächen, die diese Woche stattfanden. Fortschritte bei den Verhandlungen über ein Abkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase wurden nicht erzielt. Beide Seiten machten sich am Freitag nach Abschluss der siebten Verhandlungsrunde in Brüssel gegenseitig Vorwürfe. „Ich verstehe einfach nicht, warum wir wertvolle Zeit verschwenden", sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier. Es gelte nach wie vor, was er bereits Ende Juli gesagt habe: Es sei unwahrscheinlich, dass ein Abkommen rechtzeitig, also bis Ende Oktober, zustande komme. Es habe sich diese Woche zu oft so angefühlt, als würde man rückwärts- statt vorwärtsgehen, so der Franzose. Der britische Chef-Unterhändler David Frost warf der EU hingegen vor, die Verhandlungen unnötig zu erschweren. Eine Einigung sei immer noch das Ziel, wenn auch schwer zu erreichen.


Dass die Beziehungen zwischen den USA und China immer wieder von den Provokationen der Trump-Administration belastet werden, ist bekannt. China agiere ruhiger und auch subtiler, konstatierten die Analysten der National-Bank in einem Tageskommentar. Der Markt habe sich in der letzten Zeit an das Hickhack gewöhnt und reagiere kaum noch darauf. So auch bezüglich der Gespräche über die Überprüfung des Phase-1-Abkommens: US-Präsident Trump hatte zunächst keine Lust, mit China zu sprechen, nun sollen die Gespräche aber doch wieder aufgenommen werden. Die Beziehung der beiden Länder bleibe unberechenbar. Aktuell notiert das Währungspaar EUR/CNY leichter um 8,1920.

Es gibt zwar zahlreiche Unsicherheitsfaktoren wie die Corona-Entwicklung, der US-chinesische Handelsstreit, oder die stockenden Brexit-Verhandlungen. Von einer allgemein erhöhten Risikoaversion trotz schwächerer Aktiennotierungen könne derzeit aber noch nicht gesprochen werden und entsprechend verzeichne der Schweizer Franken derzeit keinen Wertzuwachs, beobachtete die Helaba. Entsprechend bleibt der Euro in der Spanne zwischen 1,07 und 1,08 Franken. Ein Ausflug über letztere Marke diese Woche blieb nur von kurzer Dauer. Auf Unterstützung trifft der Euro im Bereich 1,0705 CHF: Hier verläuft die 200-Tage-Durchschnittslinie.