Der Euro notiert am Dienstag weiter unter der Marke von 1,12 Dollar. Am Mittag notiert die Gemeinschaftswährung bei 11,81. Seit vergangenem Freitag hat der Euro gut zwei Cent an Wert verloren. Mit ausschlaggebend sind Äußerungen von Notenbankvertretern dies- und jenseits des Atlantiks. So machte der Fed-Chef aus St. Louis, James Bullard, zuletzt deutlich, dass die Tür für eine Zinserhöhung in den USA bereits im Oktober noch offen sei. Auch wenn der Notenbanker dieses Jahr im FOMC-Ausschuss der Fed bei Zinssitzungen nicht stimmberechtigt ist und im Oktober keine Pressekonferenz nach der Zinssitzung geplant ist, sind dies keine Argumente gegen eine solche Maßnahme.

    Einige Investoren setzen darüber hinaus darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr bis September 2016 laufendes Anleihekaufprogramm erweitern wird. Sollte die EZB über ihr QE-Programm noch mehr Euro in die Märkte pumpen, dürfte das die Gemeinschaftswährung deutlich schwächen, erwartet etwa die Investmentbank Goldman Sachs. „Die Welt“ zitiert den Goldman-Analysten Robin Brooks, demzufolge der Euro zum Dollar bei einer Ausweitung des EZB-Programms um bis zu zehn Cent in die Tiefe stürzen könnte. „Abhängig davon, wie glaubwürdig eine Ausweitung des EZB-QE ist, sehen wir daher Raum für einen Rutsch des Euro von sechs bis zehn US-Cents“, zitiert die Zeitung den Experten. Auch EZB-Chefvolkswirt Peter Praethatte am Wochenende den Willen der Zentralbank bekräftigt, das Programm notfalls zu erhöhen. Es sei flexibel und könne bei Bedarf angepasst werden, sagte Praet in einem Zeitungsinterview.

    Der Datenkalender ist heute nur mit wenigen Daten gefüllt. Darunter ist das Konsumentenvertrauen aus der Eurozone. Im Konsens geht man von einem weiteren Rückgang um 7,0 Prozent aus. Für den Euro dürfte sich also wenig Unterstützung zeigen. Den Experten der National-Bank zufolge ist eine nachhaltige Kurserholung von dem aktuellen Niveau unter 1,12 derzeit unwahrscheinlich.

    Das britische Pfund zeigt sich am Dienstag nach Daten zur Schuldenaufnahme der Regierung schwach. Der Euro gewinnt zum GBP aktuell 0,25 Prozent bei 0,7229. Wie das nationale Statistikamt ONS in London berichtete, ist die staatliche Nettokreditaufnahme im August auf 12,1 Milliarden Pfund gestiegen, während im gleichen Vorjahresmonat 10,7 Milliarden Pfund neue Schulden angehäuft wurden. Es handelt sich um das größte Budgetdefizit im Monat August seit 2012 und lag weit über den Prognosen von Experten, die von 9,0 Milliarden Pfund ausgegangen waren.

    Kontinuierlich legt der Schweizer Franken wieder zum Euro wieder zu. Nachdem sich die Schweizer Währung in der Spitze bis auf 1,1055 verbilligte, legte sie in den vergangenen Tagen auf unter 1,09 zu. Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,0863. Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erhöhten sich in der letzten Woche um eine gute halbe Milliarde Franken. Eine zu starke Zunahme könnte die SNB veranlassen, am Markt zu intervenieren. Zwar zeigen die Negativzinsen Wirkung, trotzdem dürften die Währungshüter die Entwicklung beobachten, um frühzeitig eingreifen zu können.