Eine Woche der Hochkaräter. Nachdem bis zur Wochenmitte die Geopolitik und vor allem das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim die Schlagzeilen beherrschte, rücken nun die Notenbanken ins Scheinwerferlicht. Heute wird die Federal Reserve ihren Zinsentscheid verkünden, am morgigen Donnerstag folgt dann die Europäische Notenbank EZB, schließlich wird am Freitag die Bank of Japan ihr Votum verkünden.

    Doch marktseitig stehen klar Fed und EZB im Mittelpunkt. Im Falle der US-Notenbank rechnet der Devisenmarkt fest mit einer weiteren Leitzinsanhebung durch den Offenmarktausschuss FOMC. Damit würde die obere Grenze der Fed Funds Target Rate dann auf 2,00 Prozent steigen. Nach Einschätzung der NordLB wäre eine Anhebung auch psychologisch ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Normalisierung der von den Zentralbankern in Washington verfolgten geldpolitischen Strategie. „Die Liquidität im US-Dollarraum würde von der Fed damit weiter verteuert werden, was der Währung der Vereinigten Staaten grundsätzlich helfen dürfte“, heißt es in einem aktuellen Kommentar.

    Eine erneute Leitzinsanhebung in den USA wäre keine Überraschung. Die US-Zentralbank steht vor allem aufgrund der guten Wirtschaftslage unter Handlungsdruck. Die jüngsten robusten Arbeitsmarktzahlen und der starke Inflationsanstieg geben ein eindeutiges Bild ab. Gestern veröffentlichte die US-Regierung die Mai-Teuerungsdaten. Demnach kletterten die US-Verbraucherpreise auf den höchsten Stand seit Februar 2012. Zum Vorjahr erhöhte sich die Preissteigerung auf 2,8 Prozent, der Markt hatte mit 2,6 Prozent gerechnet.

    Da wie bereits angedeutet der Markt ohnehin mit einer Zinserhöhung heute Abend rechnet, bewegen sich die Devisenkurse im Vorfeld kaum. EUR/USD notiert am Mittwochmittag weiterhin knapp unter 1,18. Doch das muss nicht so bleiben: „Vor allem die Projektionen der US-Notenbanker und die Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell haben das Potenzial, das Devisen-Segment stärker in Bewegung zu versetzen“, schrieb die NordLB. Auch mit Blick auf die EZB werde man genau auf Worte achten müssen.

    Seit Dienstag beschäftigt sich das britische Unterhaus mit dem Entwurf zum Austrittsgesetz aus der Europäischen Union mit seinen 15 Änderungsanträgen. Der Ausgang ist unklar, heute sollen letzte Entscheidungen getroffen werden. Die Verunsicherungen lasten auf dem Pfund. Der Euro klettert zum Sterling deutlich um knapp 0,5 Prozent auf 0,8820. Die Bank of England plant für August eine Leitzinsanhebung. Die Konjunkturdaten (Industrieproduktion, Handelsbilanz, Lohnanstieg) enttäuschten zuletzt, die Inflation in Großbritannien liegt aber weiterhin mit einer Rate von 2,4 Prozent im Mai innerhalb der Größenordnung, von der die Bank of England in ihren Prognosen ausgeht.

    Der kanadische Dollar leidet unter der Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada. Derzeit laufen die Verhandlungen für ein neues North American Free Trade Agreement (NAFTA). Nach dem Eklat im Nachgang des G7-Gipfels, als US-Präsident Donald Trump sich von Kanadas Premier düpiert fühlte, dürfte der Prozess noch schleppender über die Bühne gehen. USD/CAD wanderte in dieser Woche von 1,2856 im Tief bis auf aktuell 1,3046. Das Jahrestief für den kanadischen Dollar liegt bei 1,3125. 75 Prozent des kanadischen Exports gehen in die USA. Ein weiterer belastender Faktor sind aus Sicht der National-Bank die tendenziell fallenden Ölpreise.