Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Euro hält sich zu Wochenbeginn gegenüber den meisten Hauptwährungen stabil. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar bei 1,1465 gehandelt und damit nur geringfügig unter dem Niveau vom Freitag.

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    Eine zweite Schätzung zur Inflation im Euroraum fiel ohne Überraschungen aus. Impulse für den Devisenmarkt lieferten die Daten nicht. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im Juni um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Damit bestätigten die Statistiker wie erwartet die erste Erhebung. Im Mai hatte die Rate noch 1,4 Prozent betragen. Dagegen ist die Kerninflation ohne Energie sowie Lebens- und Genussmittelpreise gestiegen. Im Juni stieg die Rate wie zuvor geschätzt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent.

    Die Inflationsentwicklung ist wichtig für die Geldpolitik. An diesem Donnerstag kommt der EZB-Rat zusammen, um über den künftigen Kurs zu diskutieren. Die Zeichen für eine Kurskorrektur bei der Geldpolitik mehren sich. Ob es dabei allerdings bereits in dieser Sitzung zu einer Anpassung des Ausblicks hinsichtlich des Anleihenkaufprogramms kommt, bleibt fraglich. Die Marktmeinungen sind diesbezüglich unterschiedlich. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Notenbank ein Signal für einen schrittweisen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik geben wird. „Das Kommuniqué wird wohl nicht mehr den Satz enthalten, dass die EZB das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe bei Bedarf erhöhen könnte“, so Chefvolkswirt Jörg Krämer. Eine Zinserhöhung sieht man aber im Konsens als unrealistisch an.

    EUR/GBP kann zu Wochenbeginn auf 0,8778 leicht zulegen. Der Währungskurs wurde zuletzt vor allem durch die Aussage des Notenbankmitglieds Ben Broadbent beeinflusst. Der britische Währungshüter hatte sich nicht dem Votum einige Ratsmitglieder angeschlossen, die sich für eine Straffung der Geldpolitik aussprachen. Das Pfund wertete daraufhin ab. Bei der letzen Zinssitzung hatten noch fünf zu drei gegen eine Normalisierung der Geldpolitik gestimmt. Heute steht die zweite Verhandlungsrunde des Brexits auf dem Terminplan, was im Verlauf für neue Unsicherheit sorgen könnte. Erstmals geht es dabei um konkrete inhaltliche Fragen zum EU-Austritt Großbritanniens. Gesprochen wird demnach über die Zukunft der EU-Bürger in Großbritannien und der Briten in der EU sowie über finanziellen Forderungen der EU an London und die künftige EU-Grenze zu Nordirland.

    Insbesondere höher verzinste Währungen wie der australische Dollar profitierten von den schwachen Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten, informiert die National-Bank zu Wochenbeginn. Der Aussie legte zum US-Dollar am Freitag nach Veröffentlichung der Zahlen um 0,4 Prozent zu und erreichte ein Acht-Monats-Hoch. Auch zum Euro konnte der AUD gewinnen. Der Euro bewegte sich in Richtung 1,4650. Am Montag kann sich die Gemeinschaftswährung und notiert bei 1,4674 in der Spitze.

    Für den Devisenmarkt bedeutende Veröffentlichungen in dieser Woche sind rar gesät. Heute ist allein die Empire State Umfrage in den USA zu nennen. Im weiteren Wochenverlauf stehen Daten vom US-Häusermarkt und die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie aus Deutschland die Erzeugerpreise und der ZEW-Index auf der Agenda.