In der vergangenen Woche hatte sich die US-Notenbank in Washington recht „dovish“ gezeigt. Dies half dem Greenback freilich wenig. Doch nach schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und vor allem Deutschland (Markit PMI Industrie) kam der Euro zuletzt wieder stärker unter Druck. „Der Devisenmarkt blickte nach den ziemlich schwachen Daten aus Deutschland also doch mit deutlich erhöhter Skepsis auf die Wirtschaft des Euroraums“, kommentierte die NordLB im FX Weekly. Die erfreulicheren Angaben zur Entwicklung des ifo Geschäftsklimaindexes hätten den am Markt beobachtbaren Pessimismus nicht vollständig neutralisieren können.

    ANZEIGE

    Der seither laufende Abwärtstrend des Euro konnte heute zunächst gestoppt werden, der Euro stabilisierte sich bei 1,1230 US-Dollar. Die heutigen Euro-Konjunkturdaten (Spanien-BIP, Einzelhandel Deutschland) keine keinen Kurseinfluss. Am Nachmittag stehen amerikanische Preisdaten im Fokus. Es handelt sich um das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß PCE. Es ist zwar weniger geläufig wie der Preisindex CPI, spielt aber für die Geldpolitik der Fed eine gleichwertige Rolle.

    Das britische Pfund konnte sich zwar am frühen Morgen etwas von seinen Verlusten vom Vortag erholen, geriet dann jedoch wieder unter Druck. Zuletzt notierte EUR/GBP bei 0,8571. An diesem Freitag soll das Unterhaus ein drittes Mal über den von der Regierung ausgehandelten Brexit-Vertrag mit der EU abstimmen. Ob das Unterhaus dieses Mal zustimmt, gilt als sehr fraglich. Ansonsten dürfte am Montag eine weitere Abstimmung über Alternativen anstehen. Auch während der laufenden Debatte im Parlament am Freitag zeichnete sich keine Tendenz ab. Wird der Vertrag abgelehnt, droht ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU zum 12. April ohne Scheidungsvertrag oder eine lange Verschiebung des Brexits. Die nordirische Partei DUP, auf deren zehn Stimmen die Regierung angewiesen ist, wollte nicht für den Vertrag stimmen. Auch die größte Oppositionspartei Labour stellte sich gegen den Deal.

    Die britische Wirtschaft hat derweil an Schwung verloren. Wie das Statistikamt ONS mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal 2018 gegenüber dem dritten Quartal um 0,2 Prozent. Eine erste Schätzung wurde damit bestätigt. Im dritten Quartal hatte das Wachstum noch 0,7 Prozent betragen.

    Der Kurs des Währungspaares EUR/CHF hat diese Woche nur knapp den tiefsten Stand seit Mitte 2017 verpasst. Nur Ende des vergangenen Jahres lag der Kurs mit 1,1162 noch marginal tiefer. Die Sorge um die Auswirkungen des Brexits treibt die Schweizer Währung weiter an, was der Schweizerischen Nationalbank SNB wenig gefallen dürfte. Die erhöhten Währungsreserven der SNB könnten ein Indiz für ein weiteres Eingreifen der Nationalbank am Devisenmarkt sein.



    Auch der japanische Yen profitierte zuletzt wieder von seinem Status als „sicherer Hafen“. Entsprechend rückt für das Cross USD/JPY die runde Marke von 110,00 in den Fokus. Zuletzt stand das Währungspaar bie 110,76. Nach oben hin deckelt die 200-Tage-Linie im Bereich von 111,40.