Der Euro kann sich zu Wochenbeginn von den zeitweiligen Verlusten gegen Ende vergangener Woche erholen. EUR/USD notierte zuletzt bei 1,2454, nachdem der Kurs am vergangenen Donnerstag bis unter 1,24 Dollar sank. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht inkl. anziehender Stundenlöhne hatten dem Dollar Unterstützung geboten. Der ebenfalls veröffentlichte Lohnauftrieb in den USA sorgte für Inflationsfantasie und schürte die Erwartung weiter steigender Kapitalmarktzinsen. Mit Blick auf die Fed-Zinspolitik in diesem Jahr erwartet der Markt derzeit drei Anhebungen. Zuvor konnte die Gemeinschaftswährung von robusten Wirtschaftsdaten und Aussagen von EZB-Vertretern profitieren und notierte zeitweise über 1,25 Dollar. Unter anderem machte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny deutlich, dass er ein baldiges Ende des Anleihekaufprogramms favorisiere.

    Die teils starken Stimmungsdaten für den gemeinsamen Währungsraum, die das britische Forschungsinstitut Markit am Vormittag veröffentlichte, verhallten am Devisenmarkt ungehört. Die Einkaufsmanagerstimmung stieg von bereits üppigem Niveau weiter an. Der sentix-Konjunkturindex allerdings musste seinen Hochständen der vergangenen Monate Tribut zollen, und sank überraschend.

    Das britische Pfund kam gegen Ende der letzten Woche wieder unter Druck und überschritt die Marke von 0,88, nachdem schlechter als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Trotzdem konnte die britische Währung seit Jahresanfang zulegen. Unter anderem sei dies auch auf Spekulationen auf eine zeitnahe Zinserhöhung durch die Bank of England zurückzuführen, vermuten die Analysten der National-Bank. Der Chef der Bank of England, Mark Carney, habe diesbezüglich zuletzt optimistischer geklungen. Am Donnerstag steht der Zinsentscheid der britischen Notenbank auf dem Terminplan. Einen Zinsschritt erwarten Analysten überwiegend nicht, doch zumindest könnte es weitere Hinweise auf den künftigen geopolitischen Kurs auf der Insel geben.

    Die norwegische Krone machte jüngst die deutliche Abwertung aus dem Vorjahr teilweise wett. Der gestiegene Rohölpreis sowie höhere Renditen stützen die Währung. EUR/NOK verbilligt sich am Montag leicht auf 9,6165. In diesem Jahr gab der ansonsten robuste Euro zur Krone bereits deutlich mehr als ein Prozent ab. Die Analysten der Helaba begründen die starke Norweger-Krone mit dem Renditevorteil. Erfahrungsgemäß profitiere die skandinavische Währung von steigenden Anleiherenditen, so die Experten im jüngsten Devisenfokus. „Auch wenn die Notenbank sicherlich Rücksicht auf die EZB respektive den Wechselkurs nehmen wird, so spricht doch einiges dafür, dass ihr Zinserhöhungszyklus zügiger voranschreitet als der der EZB“. Ein zunehmender Zinsvorteil macht die Norwegen-Krone dann entsprechend attraktiv.

    Am Montagnachmittag wird noch der ISM-Index aus den USA veröffentlicht. Dieser sollte sich auf einem unverändert guten Niveau zeigen. Ansonsten sind relevante Veröffentlichungen in dieser Woche rar gesät. Erst am Freitag dürfte die Industrieproduktion einiger Euro-Staaten von Interesse sein.