Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Eine erneute Woche beginnt mit einer mit Spannung erwarteten Notenbank-Sitzung. Am Mittwochabend gibt die Fed ihre Zinsentscheidung bekannt. Der Devisenmarkt geht weiterhin von sinkenden Fed-Leitzinsen aus. Ein großer Schritt nach unten wird aber nicht erwartet. Nach Auffassung vieler Experten ist mit einer Verringerung der Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte zu rechnen. „Trotz der nicht unfreundlichen ökonomischen Lage sollte sich die US-Notenbank aufgrund der Markterwartungen und des politischen Drucks aus dem Weißen Haus zu einer Zinssenkung gezwungen sehen“, kommentierten Analysten der NordLB. Die nun wohl anstehende geldpolitische Lockerung durch die Fed würde den US-Dollar wohl nicht weiter belasten.

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    Eine differenzierte Ansicht vertritt die Essener National-Bank. Aufgrund der immer noch guten Konjunkturentwicklung in den USA gebe es keinen Anlass, die Zinsen wieder zu senken. Bereits die Ankündigung einer Zinspause sei vielfach kritisch gesehen und als unangemessen bezeichnet worden. Doch die Veröffentlichung des US-BIPs am Freitag habe eine Abkühlung der US-Wirtschaft bestätigt und gebe der Fed dadurch möglicherweise etwas Freiraum. Auf der anderen Seite könnte der Eindruck entstehen, dass die Währungshüter dem politischen Druck aus Washington nachgegeben hätten. Insofern dürften Zinssenkungen sich als Belastungsfaktor für den Dollar erweisen.

    EUR/USD notiert unter seinem Widerstand von 1,1130 Dollar. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1114 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Die nächsten Unterstützung liegt bei 1,1101 Dollar.

    Das britische Pfund steht in den ersten Tagen der Amtszeit von Boris Johnson als Premierminister weiterhin unter Druck. GBP/USD fiel unter die Marke von 1,2400 Dollar und markierte bei 1,2375 Dollar den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahren. Die Regierung von Johnson sagte, dass es keine neuen Gespräche über den Brexit geben wird, bis die EU die Forderung für einen Backstop in Irland fallen lässt.

    Der türkische Präsident Recep Erdogan bezeichnete die Zinsentscheidung der Notenbank in Ankara in der letzen Woche als unabdingbar. Der neue Zentralbank-Chef Uysal hatte eine Zinssenkung um 4,75 Prozentpunkte angekündigt. Uysal gilt als Verfechter einer lockeren Geldpolitik und wurde kurz zuvor von Erdogan als Nachfolger des abgesetzten Cetinkaya eingesetzt. Vor Vertretern seiner AKP-Partei sagte Erdogan, es müsse weitere Zinssenkungen geben. Hohe Zinsen seien die größte Gefahr für die türkische Wirtschaft. Das Währungspaar EUR/GBP gibt um ein halbes Prozent nach auf 6,25.

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