Die große Geldflut der europäischen Notenbank belastet den Euro nachhaltig. Die Gemeinschaftswährung rutscht unter die Marke von 1,10 auf aktuell 1,0967 Dollar. Dies ist der tiefste Stand seit September 2003. Ab Montag will die Europäische Zentralbank mit ihrem gut eine Billion Euro schweren Kaufprogramm von Staatsanleihen loslegen. Die Währungshüter sind fest davon überzeugt, dass die Geldschwemme ähnlich wie in den USA die Wirtschaft auf Vordermann bringt. Die EZB verfolgt dabei den Hintergedanken, dass Banken aus die betroffenen Schuldtiteln verzichten, weil ihre Renditen weiter sinken werden, und stattdessen mehr Kredite austeilen, was die Wirtschaft ankurbelt.

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    Am Nachmittag könnte der Euro neu durch die voraussichtlich robusten US-Arbeitsmarktdaten belastet werden. Vor allem das Lohnwachstum spielt für die Geldpolitik der US-Notenbank eine wichtige Rolle. Dieses hatte im Januar bei 0,5 Prozent gelegen. Sollte sich zeigen, dass beides - Lohnwachstum und gesunde Arbeitsmarktdaten - zum Trend wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung in den USA dadurch steigen, und dies wiederum stärkt die Nachfrage nach dem Greenback.

    Zum Japanischen Yen hat der Euro ausgehend von 134,50 am Montag den Weg nach unten eingeschlagen und bis auf heute Mittag 131,63 nachgegeben. In einer QUICK-Umfrage unter 147 Fondsmanagern haben rund 90 Prozent den Wunsch nach einer Aufweichung des Inflationsziels der Bank of Japan zum Ausdruck gebracht. Die Notenbank hatte ursprünglich das Ziel einer jährlichen Preissteigerung von 2 Prozent bis 2015 gehabt, als sie 2013 mit der Lockerung ihrer Geldpolitik begann. Inzwischen ist jedoch klar, dass dieses Ziel nicht erreicht werden wird. 55 Prozent der Befragten sprechen sich demnach dafür aus, dass das Ziel eher vage formuliert und nach hinten verschoben werden sollte. 17 Prozent würden es sogar begrüßen, wenn die Höhe der Inflation nur ein langfristiges Ziel der Notenbank wäre.

    Der Australo-Dollar kann sich zu seinem US-Pendant nach soliden Wirtschaftsdaten behaupten. Aktuell gewinn der Aussie 0,33 Prozent auf 0,7808. Die australische Wirtschaftsleistung ist im vierten Quartal um 0,4 Prozent gestiegen. Saisonbereinigt ergab sich ein Plus von 0,5 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist die Leistung der australischen Wirtschaft um 2,3 Prozent gestiegen, saisonbereinigt um 2,5 Prozent.

    Der wieder etwas anziehende Ölpreis und Aussagen der russischen Zentralbank zur Wechselkursentwicklung haben den Rubel am Freitag gestützt. Zudem gibt es Spekulationen, dass das durch die EZB zu Verfügung gestellte Geld aus dem Anleihenkaufprogramm teilweise in Schwellenländer wie Russland fließen könnte. Der Vizepräsident der russischen Zentralbank, sagte, die heimische Währung sei zu 10 Prozent unterbewertet. Aktuell notiert der Rubel zum Euro bei 65,33.