Der Kurs des Währungspaares EUR/USD konnte zum Ende der vergangenen Woche die Marke von 1,15 nach oben durchbrechen und stieg bis auf 1,1530. Im Wochenverlauf verlor der Dollar sukzessive an Wert. Als Auslöser galten die leicht positiv verlaufenen Handelsgespräche zwischen den USA und China, die zurückhaltenderen Äußerungen der Fed zur US-Zinsentwicklung sowie der Government-Shutdown in den USA.

    Die am Freitag veröffentlichten US-Verbraucherpreise entsprachen den Erwartungen und signalisierten einen Rückgang der Inflation. Die Preise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. Im November lag der Wert noch bei 2,2 Prozent. Der US-Dollar legte daraufhin wieder zu und der Kurs fiel unter 1,15 bis 1,1460 im Tief, wo er sich auch am Montagmittag noch aufhält.

    Das Chaos rund um den Brexit lastete zuletzt stark auf dem Pfund. Ein Ende des Dramas zeichnet sich nicht ab. Die britische Premierministerin Theresa May hat kurz vor der Abstimmung über den mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrag vor den Folgen im Falle einer Ablehnung im Parlament gewarnt „Dies wäre ein katastrophaler und unverzeihlicher Vertrauensbruch für unsere Demokratie“, schrieb May im "Sunday Express". Im Falle einer Ablehnung ihres Brexit-Abkommens am morgigen Dienstag hält May einen Stopp des EU-Austritts für wahrscheinlicher als einen Ausstieg ohne Deal. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

    Unterdessen bereitet sich die Europäische Union einem Medienbericht zufolge auf eine Verschiebung des britischen EU-Austritts bis mindestens Juli vor. Der für den 29. März geplante Brexit werde in Brüssel angesichts der starken Vorbehalte des Parlaments mittlerweile als sehr unwahrscheinlicher Termin angesehen, berichtet die Tageszeitung "The Guardian". Der Euro-Pfund-Kurs schwankte zuletzt um 0,90, die Berichte um eine Verschiebung des Brexit konnte die britische Währung vor dem Wochenende stärken.

    Eine Mehrheit im Unterhaus für den Deal mit der EU morgen bleibt weiter ungewiss. Eine Ablehnung der Brexit-Pläne hätte nach Meinung von Analysten eine starke Abwertung des Pfund Sterling zur Folge. Eine Zustimmung hingegen wäre aufgrund der derzeitigen Unterbewertung wohl ein Befreiungsschlag.

    Der Euro konnte allgemein von der höheren Risikobereitschaft an den Märkten profitieren. Auch gegenüber dem Schweizer Franken zeigte sich die Einheitswährung robust. Noch zu Jahresbeginn lag der Kurs zeitweise unter 1,12. Zuletzt notierte EUR/USD aber bereits wieder bei knapp 1,13. Die Schweizer Nationalbank hatte erst vor kurzem nochmals betont, dass man bereits sei, bei einem zu starken Franken-Anstieg am Devisenmarkt zu intervenieren. Dies wird laut den Devisenexperten der National-Bank gerne mit der Marke von 1,12 in Verbindung gebracht. „Die SNB dürfte die Euro-Erholung zunächst etwas beruhigen“.

    US-Präsident Donald Trump hat der Türkei im Falle eines Angriffs auf kurdische Truppen in Nordsyrien mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht. Die Türkei werde „wirtschaftlich zerstört“ werden, wenn sie die Kurden angreife, schrieb er auf Twitter. „Gleichzeitig will ich auch nicht, dass die Kurden die Türkei provozieren“, fügte er in einer weiteren Nachricht hinzu. Bahnt sich hier ein neuer schwerer Konflikt zwischen den beiden Ländern an? Stress mit den USA hat die türkische Lira im vergangenen Sommer auf Talfahrt geschickt. Auch die neuesten Verbalscharmützel sorgen am Devisenmarkt für Verunsicherung, die Lira gibt zum US-Dollar aktuell ein Prozent, USD/TRY notiert bei 5,51.