Der Euro gibt zu Wochenbeginn weiter nach auf 1,1215 und setzt damit seine seit Mitte vergangener Woche laufende Abwärtsbewegung in verlangsamter Fahrt fort. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1260 Dollar festgesetzt.

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    Bereits vor den US-Arbeitsmarktdaten hatte der Euro am vergangenen Freitag an Wert einbüßen müssen. Die Diskussionen über Zinssenkungen durch durch EZB-Vertreter sorgten für Unsicherheit. Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag überraschte diesmal positiv.

    Konjunkturdaten aus der Eurozone fielen zu Wochenbeginn durchwachsen aus. Während die „harten“ Daten aus der größten Volkswirtschaft des Euroraums, Deutschland, recht robust wirken - ein leichter Anstieg der deutschen Industrieproduktion und ein unerwartet starker Zuwachs bei den deutschen Exporten - sorgte der Sentix Konjunkturindex für Euroland für eine herbe Enttäuschung. Der Wert sank auf das tiefste Niveau seit Anfang 2015. Die Experten des Analysehauses sprachen von einem „vernichtenden“ Urteil der befragten Finanzmarktteilnehmer. Die Konjunkturdaten hatten am Devisenmarkt keine Auswirkungen.

    USD/JPY handelt am Mittag mit sinkender Tendenz unterhalb seines am Freitag bei 108,64 erreichten Zweiwochenhochs. Die heute gemeldeten japanischen Daten sind gemischt ausgefallen. Das Economy Watchers Sentiment fiel im Juni auf 44,0 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 43,9 Zähler gerechnet, nach 44,1 Punkten im Mai. Die Maschinenaufträge sanken im Mai in der Kernrate um 7,8 Prozent im Monatsvergleich. Erwartet worden war hier ein Rückgang um 3,6 Prozent, nach einem Anstieg um 5,2 Prozent. Der Überschuss in der Leistungsbilanz Japans ging im Mai saisonbereinigt auf 1,31 Billionen Yen zurück (Konsens 1,24 Bio., nach 1,60 Bio.).

    Bei der türkischen Lira gab es temporär Kursverluste bis etwa 1,5 Prozent im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro. Zuletzt erholte sich der Kurs der türkischen Währung aber deutlich. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Samstag überraschend den Notenbank-Gouverneur Murat Çetinkaya entlassen und damit am Markt Befürchtungen geschürt, er wolle die Geldpolitik kontrollieren. Çetinkaya wird durch seinen Stellvertreter Murat Uysal ersetzt. Der neue Notenbankchef betonte umgehend, er wolle „die geldpolitischen Instrumente weiterhin unabhängig einsetzen, um die Preisstabilität zu erreichen“. Analysten glauben aber, dass Uysal eine Marionette ist, und Erdogan mit Çetinkayas Amtsenthebung sich eines unabhängigen Geistes entledigt hat. „Erdogan zerstört erneut Vertrauen", kommentierte Devisenexperte Andreas Speer von der BayernLB die jüngste Entwicklung in der Türkei. Nachdem sich der oberste Währungshüter aber gegenüber den Forderungen Erdogans nach sinkenden Zinsen bis zuletzt standhaft zeigte, „musste er am Samstag überraschend seinen Hut nehmen", sagte Experte Speer.

    Genauso wie der US-Dollar konnte auch der Yuan zuletzt von der Beruhigung im Handelsstreit profitieren. Diese Woche sollen die Gespräche zwischen Peking und Washington wieder anlaufen. Die Verhandlungspartner sind unter Zugzwang. In den USA und China zeigen sich bereits erste wirtschaftliche Auswirkungen der gegenseitigen Strafzölle. Der Yuan legt heute zu. Aktuell notiert der Kurs des Währungspaares USD/CNY um 0,18 Prozent tiefer bei 6,8774.