München (GodmodeTrader.de) – Sowohl der Euro als auch das britische Pfund tendieren am Dienstag gegenüber dem US-Dollar deutlich schwächer. Neben einer gestiegenen Brexit-Unsicherheit belasten auch schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und Großbritannien.

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    EUR/USD fällt im europäischen Handel am Dienstagvormittag nach Veröffentlichung eines schwächer als erwartet ausgefallenen deutschen ZEW-Index zurück und wurde bislang bei 1,1216 im Tief gehandelt. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim am Vormittag mitteilte, sind die Konjunkturerwartungen im Juli überraschend deutlich auf minus 24,5 Punkte zurückgegangen. Analysten hatten im Konsens lediglich mit einer Eintrübung auf minus 22,1 Zähler gerechnet, nach minus 21,1 Punkten im Juni.

    EUR/GBP stieg am Dienstag im Hoch bis auf 0,9042 und erreichte damit den hÖchsten Stand seit Mitte Januar. Gleichzeitig fiel das Pfund gegenüber dem US-Dollar (GBP/USD) auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren zurück. Die beiden Anwärter auf den Posten des Premierministers, Boris Johnson und Jeremy Hunt, haben sich am Montagabend in ihrer harten Haltung zum Brexit zu überbieten versucht. Beide Kandidaten wollen den sogenannten Nordirland-Backstop nicht akzeptieren und gehen damit auf Konfrontationskurs zu Brüssel.

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    Britisches Pfund in US-Dollar (GBP/USD)

    Am Vormittag veröffentlichte Arbeitsmarktdaten aus Großbritannien fielen zudem nur auf den ersten Blick positiv aus. Zwar verharrte die Arbeitslosenquote in Großbritannien im Mai (Dreimonatsschnitt) wie erwartet auf einem 44-Jahres-Tief bei 3,8 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher stieg im Juni allerdings stärker als erwartet um 38.000 Personen an. Analysten hatten im Konsens nur mit einem Zuwachs um 18.900 gerechnet, nach einem Plus von 23.200 im Mai.

    Praktisch unverändert tendiert der Euro am Dienstag gegenüber dem Schweizer Franken bei 1,1074 (minus 0,06 Prozent). Deutlich schwächer tendiert der Euro gegenüber der türkischen Lira (minus 0,39 Prozent), dem Hongkong-Dollar (minus 0,45 Prozent) und dem südafrikanischen Rand (minus 0,60 Prozent).