Der Kurs des Euro bewegt sich am Montag zum US-Dollar kaum. Gegen Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1368 US-Dollar gehandelt und damit nur einen Hauch höher als am Freitagabend. Analog zum Aktienmarkt zeigen sich auch die Devisenmarktakteure zu Wochenbeginn von ihrer zurückhaltenden Seite.

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    Am vergangenen Freitag war noch mehr Schmackes zu beobachten. Der Dollar profitiert von starken Industriedaten aus den USA, was den Euro im Gegenzug unter Druck setzte. Aufgrund eines Feiertages wird an der Wall Street nicht gehandelt, so dass heute keine neuen Impulse aus den USA zu erwarten sind.

    Der Dollar konnte die letzte Woche auch aufgrund des starken Abschlusses zwar mit einem Gewinn beenden. Dennoch hat der Dollar seit Jahresbeginn stark Federn lassen müssen. Die Gründe für den verstärkten Verkauf liegen aus Sicht der Essener Nationalbank darin begründet, dass die Fed in diesem Jahr sehr wahrscheinlich eine Zinspause einlegen wird.

    In London konzentriert sich die ganze Aufmerksamkeit auf den „Plan B“ der Regierung, nachdem der mit der EU ausgehandelte „Brexit“-Vertrag im britischen Parlament gescheitert ist. Heute Nachmittag wird Premierministerin May ihre neuen Pläne vorstellen, da das Parlament am 29. Januar erneut darüber entscheiden soll. Experten rechnen aber nicht damit, dass May ein konkretes Konzept vorlegen wird, wie sie ihren Brexit-Deal durchs Parlament bringen will. Als wahrscheinlicher gilt in London, dass sie den Abgeordneten Eckdaten zum weiteren Vorgehen präsentiert.

    Das Pfund konnte auch zu Wochenbeginn seine jüngsten Gewinne halten und notiert um 0,88. Vor der Parlamentsentscheidung über das Brexit-Vertragswerk in der vergangenen Woche notierte der Kurs des Währungspaares noch nahe 0,90. „Das überraschend starke Pfund wird vielfach als Signal interpretiert, dass es nicht zu einem No-Deal-Brexit kommen könnte, sondern zu einer Verschiebung des Austrittszeitpunkts oder sogar dem Bremain, also dem Verbleib in der EU“, vermuten die Devisen-Experten der National-Bank. „Angesichts der Komplexität und der vielschichtigen, unterschiedlichen Interessen auf beiden Seiten, bleibt nur, die nächsten Schritte abzuwarten“, hieß es von der Helaba. Wenn sich im weitern Verlauf aber eine Einigung mit der EU sowie im britischen Parlament abzeichne, werde das Pfund weiter zulegen.

    Am Donnerstag wird die EZB ihre erste Sitzung im neuen Jahr abhalten. Auch hier wird man genau hinhören, um zu erkennen, ob die EZB sich vorsichtiger als beim letzten Treffen gibt - aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Risiken für die Eurozone aus dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und dem Brexit-Prozess.