Die vergangene Woche war für den Euro eine rabenschwarze. Am Anfang notierte EUR/USD noch bei 1,18, gegen Wochenausklang wurden dann Kurse von zeitweise unter 1,16 gehandelt. Hauptgrund war die EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag. „Die Marktteilnehmer müssen die Sachlage verarbeiten, dass die Europäische Notenbank wie angekündigt noch weit über den Sommer 2019 hinaus die Zinsen auf dem jetzt sehr niedrigen Niveau belassen wird“, kommentierte die National-Bank. Dies sei für einige Marktteilnehmer, die mit einem früheren Zinsanstieg gerechnet haben, eine bittere Enttäuschung.

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    Zu Wochenbeginn zeigte sich das Währungspaar EUR/USD bislang auf dem niedrigen Niveau kaum verändert. Am Mittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1615 US-Dollar und damit etwas mehr als vor dem Wochenende. Händler sprachen von einem impulsarmen Handel. Auch im weiteren Verlauf bleibt der Datenkalender vergleichsweise leer. Es wird lediglich der NAHB-Wohnungsmarktindex in den USA veröffentlicht. Von der Datenfront dürfte es daher kaum Impulse für das Währungspaar geben.

    Allerdings könnte der politische Streit in der CDU/CSU Union über die weitere Asylpolitik Bewegung bringen. Nicht zuletzt steht die Regierung in Deutschland auf dem Spiel und damit wankt das Gefüge in der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Am Abend spricht bei der Eröffnung des EZB-Wirtschaftsforums in Sintra noch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, über "Geldpolitik in einer Welt niedriger Inflation und niedriger Zinsen“.

    Am Devisenmarkt wird aber auch mit Verunsicherung der sich zuspitzende Handelskonflikt der USA mit China beobachtet. US-Präsident Donald Trump verhängt mit Wirkung zum 6. Juli für China Strafzölle auf rund 1.100 Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. Dies ist bereits seit Freitag bekannt. Nun aber schlägt Peking mit gleicher Münze zurück und will und gleichfalls zum 6. Juli Zölle auf 550 US-Produkte erheben. Ob diese Spirale von Zöllen und Gegenzöllen ein Ende findet, ist ungewiss, jedenfalls bleibt die Zuspitzung ein Risiko für den Dollar. „Handelsstreitigkeiten werden die Märkte immer in Mitleidenschaft ziehen", ist sich Craig Erlam vom Broker Oanda sicher. Angesichts der Stärke der heimischen Wirtschaft könne Trump nun sogar Arbeitsplätze in den USA gefährden, um so den Druck auf andere Staaten zu erhöhen. Das werde die Weltwirtschaft ebenso belasten wie die Stimmung an den Märkten.

    Deutlich unter Druck geriet Südkoreas Won, der seit Freitagabend schwächelt und am Montag im Verhältnis zum US-Dollar auf den tiefsten Wert seit November 2017 fiel. Hier macht sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China laut Beobachtern bereits bemerkbar. Denn von der jüngsten Eskalation im Handelsstreit könnten neben dem Reich der Mitte auch andere asiatische Länder betroffen sein.

    Wie von den meisten Analysten erwartet beließ die russische Zentralbank die Zinsen auf ihrer Sitzung am Freitag unverändert bei 7,25 Prozent. Die Zinsen wurden bereits in der dritten Sitzung in Folge nicht angetastet. Zuvor hatte es allerdings bereits zwei Zinssenkungen in diesem Jahr gegeben. Die Bank of Russia begründete die Zinsentscheidung mit der von der Regierung beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozent, die im kommenden Jahr in Kraft tritt. Dies könnte zu einer höheren Inflation führen. Der Rubel reagierte kaum auf die Entscheidung, konnte aber bereits im Vorfeld zum Euro leicht gewinnen.