Der Kurs des Währungspaares EUR/USD pendelte gestern im Anschluss an schwache Konjunkturdaten aus den USA (Auftragseinbruch in der Industrie) bei etwas über 1,12 ein, nachdem der Kurs zuvor noch in der Spitze bei 1,1181 notierte. Am Mittwochmittag liegt der Kurs um 1,1246. Dem Euro halfen auch relativ gute Konjunkturdaten aus dem europäischen Dienstleistungsgewerbe.

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    Der finale, saisonbereinigte IHS Markit Service-Index Geschäftstätigkeit für Deutschland arbeitete sich im März von 55,3 Punkten im Vormonat auf 55,4 hoch – ein Spitzenwert, wie er seit September vergangenen Jahres nicht erreicht wurde. „Dank robuster Binnennachfrage im März erfuhr der deutsche Dienstleistungssektor einen weiteren Aufwärtsschub“, schrieb das Forschungsinstitut IHS Markit in seiner Einschätzung. Auch in Italien fielen die Zahlen der Unternehmensumfrage im Bereich Dienstleistungen gut aus, zudem lagen die Werte in Spanien und Frankreich über den Schätzungen der Analysten.

    Der gemeinsame Einkaufsmanager-Index für Industrie und Dienstleister im Euroraum zusammen fiel im März allerdings um 0,3 auf 51,6 Punkte, teilte IHS Markit mit. Das Barometer hält sich trotz des Rückgangs aber weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Aus den USA wird der ISM-Index Dienstleistungen am Nachmittag erwartet.

    Das britische Pfund reagiert zwar die vergangenen Tage in London auf das Hin und Her im Parlament, doch bewegte es sich dabei eher volatil seitwärts um 0,86. Die britische Premierministerin Theresa May scheint einen vierten Anlauf für ihren Ausstiegsvertrag nehmen zu wollen, der allerdings zweifelhaft ist, da der Vertrag bereits dreimal abgelehnt wurde und möglicherweise nicht mehr zugelassen wird. Aber auch auf Alternativen kann man sich weiterhin nicht einigen.

    Die Befürchtungen auf einen No-Deal-Brexit nehmen wieder zu, wie die National-Bank in einer Einschätzung bemerkt. Die Zeit laufe schließlich. Immerhin schein man in London aber gewillt sich zusammenzusetzen. „Premierministerin May kündigte Gesprächsbereitschaft gegenüber der oppositionellen Labour-Partei an und will eine Verlängerung der Frist bei der EU beantragen“. Heute Mittag zeigt sich das Pfund stabil, der Kurs des Währungspaares EUR/GBP notiert bei 0,8536.

    Möglicherweise ist der Handelsstreit zwischen den USA und China bald Geschichte und ein tiefgreifendes Handels- und Investitionsabkommen zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften liegt unterschriftsreif auf dem Tisch. Monatelange Verhandlungen hätten dann gefruchtet. Die Finanzzeitung "Financial Times" hatte darüber berichtet, dass die meisten offenen Punkte geklärt seien. Die Meldung sorgt auch für Bewegung am Devisenmarkt. Die am Markt inzwischen wieder zu beobachtenden höhere Risikoneigung der Anleger lastet etwas nachhaltiger auf dem japanischen Yen, der nun klarer oberhalb von 111,00 Dollar pendelt. Die Entspannungssignale im Handelsstreit kann der Yen heute aber gut verdauen. Er handelt stabil bei 111,40 Dollar.

    EUR/CHF handelt um 0,33 Prozent fester bei 1,1211. Das Schweizer Bundesamt für Statistik veröffentlichte gestern die Verbraucherpreise für den Berichtsmonat März. Im Jahresvergleich gab es einen Anstieg um 0,7 Prozent, wobei der Marktkonsens von einem geringeren Preisanstieg ausgegangen war. Ein Kurswechsel der Schweizerischen Notenbank ist insofern wenig wahrscheinlich. Zumal die Blicke währungsseitig zunächst in Richtung der sich abzeichnenden Entspannung in US-chinesischen Handelskonflikt gerichtet sein dürften.