Die jüngsten Diskussionen um die Haushaltspläne der italienischen Regierung haben sich als nachhaltiger Belastungsfaktor für den Euro erwiesen. Der Euro konnte auch heute die psychologisch wichtige Marke von 1,1500 Dollar zeitweise nicht halten. Zur Wochenmitte mäanderte der Kurs um die runde Schwelle, zuletzt lag der Euro leicht darüber. Der aktuelle Rückgang der italienischen Rendite sorgte für leichte Entspannung.

    Die Skepsis gegenüber der italienischen Haushaltspolitik und der hohen Staatsverschuldung des Landes sorgt grundsätzlich weiter für Zurückhaltung am Markt. Der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini stellte in einem Interview mit dem Fernsehsender RAI noch einmal klar, dass die Regierung an ihren Haushaltsplanungen festhalten wird.

    Die italienische Regierungskoalition erlaubt sich in den kommenden Jahren eine deutliche höhere Neuverschuldung als die Vorgängerregierung. Für 2019 ist ein Defizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung anstatt ursprünglich 0,8 Prozent vorgesehen. „Die Regierung in Rom befindet sich weiterhin auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union, was für Unsicherheit sorgt", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. „Da es sich aber immerhin um die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone handelt, ist die Nervosität der Anleger verständlich."

    Freilich spricht auch das internationale Zinsumfeld aktuell für den US-Dollar, was den Euro zusätzlich unter Druck setzt. „Die von der Notenbank in Washington bereits implementierten Anhebungen der Fed Funds Target Rate und die perspektivisch dann noch zu erwartenden zusätzlichen Leitzinserhöhungen der Fed lassen den US-Dollar für Anleger schon attraktiv erscheinen“, kommentierte Devisenexperte Tobias Basse von der NordLB.

    Das chinesische Außenministerium hat jüngst betont, man wolle den Yuan im Handelskonflikt mit den USA nicht als Waffe einsetzen. Einige Marktteilnehmer scheinen inzwischen aber doch einen Währungskrieg zwischen China und den USA zu befürchten. Öl ins Feuer goss vor dem Treffen der G20-Finanzminister im indonesischen Nusa Dua auf Bali US-Finanzminister Steven Mnuchin. Dieser warnte Peking vor einer Abwertung der chinesischen Währung, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. „Während wir auf Handelsthemen schauen, ist es keine Frage, dass wir sicherstellen wollen, dass China keine Abwertungen vornimmt, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen", sagte Mnuchin der "Financial Times". Das US-Finanzministerium beobachte die Situation sehr genau. Die chinesische Währung sei über das Jahr signifikant gefallen. Aktuell notiert das Währungspaar USD/CNY kaum verändert bei 6,9186.

    Am Vortag hat der türkische Finanzminister Berat Albayrak Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Inflation vorgestellt. Dabei hat die türkische Regierung Preissenkungen für zahlreiche Güter um zehn Prozent angekündigt. Betroffen seien die Produkte, die bei der Berechnung des Warenkorbs zur Inflation berücksichtigt werden. Tausende Unternehmen hätten sich zu den Preissenkungen bereit erklärt, hieß es. Zudem sollen die Kreditzinsen der Banken reduziert werden. Den Kampf gegen die Inflation könnten Staat und Institutionen nicht alleine führen, so Albayrak weiter. Der Kurs des Währungspaares EUR/TRY pendelt sich um 7,00 Lira ein.