Die Auswirkung des Fed-Zinsentscheids in der vergangenen Woche auf das Währungspaar EUR/USD hält sich in Grenzen. Mit einem leicht festeren Euro begann die neue Handelswoche. Zum Handelsauftakt notierte das Währungspaar bei 1,1223. Einen Schub brachte der erfreulich ausgefallene ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft. Die Einheitswährung sprang mit einem Satz auf 1,1242. Gegen Mittag notiert EUR/USD bei 1,1247.

    Die deutsche Wirtschaft geht mit einer guten Stimmung in den Herbst, wie der heute veröffentlichte ifo-Index signalisiert. Nach zuvor zwei Rückgängen in Folge sprang der Gesamtindikator im September vollkommen unerwartet um 3,2 auf 109,5 Punkte und markierte damit sein höchstes Niveau seit fast zweieinhalb Jahren. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate legten um 4,4 auf 104,5 Punkte zu. Und auch der ifo-Lageindex konnte sich deutlich um 1,8 auf 114,7 Punkte erholen, was den im August erlittenen Rückschlag nahezu vollständig ausgleicht. Das Wachstumsszenario bleibe intakt, kommentierte Helaba-Experte Ralf Umlauf. Die jüngste Stimmungsbelastung vor dem Hintergrund der Brexit-Gefahr scheine vorerst beendet.

    Etwas Unterstützung bietet auch das Votum der US-Ratingagentur Fitch von Freitagabend. Die Kreditwächter haben die Top-Bewertung für Deutschland bestätigt. Wie die Agentur mitteilte, behält die größte Volkswirtschaft der Eurozone mit „AAA“ die höchste Bonitätsnote. Der Ausblick sei „stabil". Damit sind auf absehbare Zeit Änderungen unwahrscheinlich.

    Eine gänzlich andere Sichtweise haben die Bonitätswächter von Moody’s mit Blick auf die Türkei. Am Freitagabend hatte die US-Ratingagentur die Kreditwürdigkeit für türkische Staatsanleihen um eine Stufe auf „Ba1" abgestuft und das Rating damit in den Ramschbereich gesenkt, der stark ausfallgefährdete Anlagen kennzeichnet. Die türkische Lira reagierte am Montag mit Kursverlusten auf die Abstufung der Kreditwürdigkeit. Am Montagmorgen wurde ein Euro mit 3,3673 Lira gehandelt, nach zuvor 3,2974.

    Gegenüber dem japanischen Yen zeigt sich der Euro indes weiterhin schwach. Der Wechselkurs von EUR/JPY notiert knapp unter 113. Der ifo-Index brachte nur kurzzeitig etwas Unterstützung für die europäische Gemeinschaftswährung. Der Yen bleibt stark, nachdem der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda vergangene Woche betont hatte, dass die Bank weiter bereit sei, alle möglichen Mittel anzuwenden, um ihr Inflationsziel von 2 Prozent zu erreichen, was zusätzliche Konjunkturmaßnahmen einschließen könnte.

    Im Schatten der Zinssitzungen der Fed und der Bank of Japan hat vergangene Woche auch die Norwegische Notenbank eine Zinsentscheidung getroffen. Etwas überraschend hat sie den Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent belassen und den Zinspfad leicht angehoben. Zudem soll der Schlüsselzinssatz für eine längere Zeit auf dem Niveau bei 0,5 Prozent verbleiben. Auslöser für die Umkehr in der Geldpolitik der Norges Bank soll die hohe Inflation sein. Die Krone konnte in der Folge deutlich zulegen und notiert nun bei 9,13, nach 9,23 im Vorfeld des Zinsentscheids.

    Auch der neuseeländische Dollar behauptet sich zum Euro bei 1,5516 stabil. Das neuseeländische Statistikamt hatte am Wochenende gemeldet, dass das Handelsdefizit von 433 Mio. neuseeländische Dollar im Juli auf 1,23 Mrd. Dollar im August gestiegen sei. Analysten hatten im Schnitt mit einer Ausweitung des Fehlbetrags in der Handelsbilanz auf 766 Mio. Dollar gerechnet.