Der Feiertag macht sich nicht nur am Aktien-, sondern auch am Devisenmarkt bemerkbar. Bei insgesamt überschaubarem Handelsvolumen bewegen sich die Kurse in kaum nennenswertem Umfang. Der Euro hält sich am Mittag zum US-Dollar bei 1,1140. Bereits im frühen Handel hatte er auf diesem Niveau notiert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1156 Dollar taxiert.

    Wichtige europäische Konjunkturdaten gab es heute nicht. Einzig die Inflationsdaten aus Spanien wurden gemeldet. Hier kam es im Mai zu einer deutlichen Abschwächung des Preisdrucks. Wie das Statistikamt INE mitteilte, lag die nach europäischen Standards (HVPI) berechnete Inflationsrate nur noch bei 0,9 Prozent, nach 1,6 Prozent im April. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise im Mai um 0,2 Prozent.

    Zum Schweizer Franken legt der Euro am Donnerstag um 0,2 Prozent auf 1,1239 zu. Gestern wurde das Währungspaar im Tief bei 1,1211 gehandelt. Händler sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem der Franken zuletzt im Zuge der Zuspitzung des sino-amerikanischen Handelskonflikts stärker nachgefragt war. Ein Ausweg in dem Streit ist weiter nicht in Sicht. In diese Richtung hatte sich jüngst US-Präsident Trump im Rahmen eines Staatsbesuchs in Japan geäußert. China droht derweil beim Thema Rohstoffe. Ein hoher Regierungsbeamter sowie Staatsmedien hatten gestern deutlich gemacht, dass wichtige Rohstoffe aus China, die Seltenen Erden, verknappt und so als Waffe im Handelskonflikt eingesetzt werden könnten. Experten warnten daraufhin vor starken Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. China ist der weltgrößte Produzent dieser für die High-Tech-Branche wichtigen Metalle.

    Die Unsicherheit über den Handelsdeal zwischen China und den USA bleibt grundsätzlich hilfreich für den Yen, der als sicherer Hafen für Anleger fungiert. Die jüngsten Kommentare Donald Trumps über eine mögliche Einigung Washingtons und Tokios bei den Gesprächen im Rahmen des Handelskonfliktes der beiden Länder sind aus Sicht der NordLB noch zu diffus, um die Währung Japans schon spürbarer zu belasten. Der Euro notiert am Donnerstagmittag zum Yen bei 122,16 und damit einen Hauch fester.

    Die Norwegische Krone erholt sich nur schwergängig von ihrer Schwächephase Ende 2018/Anfang 2019. EUR/NOK gab auf Sicht der vergangenen drei Monate 0,09 Prozent ab. Kurzzeitig erhielt die Krone Unterstützung von einem höheren Rohölpreis. Zudem hob die Norges Bank gegen den internationalen Trend ihren Leitzins an. Der Renditevorteil gegenüber dem Euro spricht aus Sicht der Analysten der Helaba eindeutig für die Krone. Eine höhere Risikoaversion scheine der Krone zeitweise zu schaden. „Mittelfristig dürfte EUR/NOK jedoch aufgrund des fundamentalen Bilds merklich zurückgehen“.

    Am Nachmittag stehen in den USA noch einige wichtige Konjunkturdaten auf dem Kalender. So wird die zweite Schätzung zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal veröffentlicht.