Der Kurs des Euro zeigt sich am Freitag kaum bewegt. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1642 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als in der Nacht.

    Gestern Abend sorgte US-Präsident Donald Trump für Verwirrung an den Märkten, indem er die Zinspolitik der Federal Reserve anging. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte Trump, er sei „nicht begeistert“ von steigenden Zinsen. „Es gefällt mir nicht, dass wir all die Arbeit in die Wirtschaft stecken und dann sehe ich wie die Zinsen steigen.“ Trumps Sprecherin Sarah Sanders stellte im Anschluss klar, dass der Präsident die Unabhängigkeit der Fed respektiere. Die Notenbank selbst wollte keinen Kommentar abgeben, verwies aber auf eine Äußerung von Notenbankchef Jerome Powell aus der Vorwoche. Demnach nehme die Fed auf politische Erwägungen keine Rücksicht. Der Euro konnte daraufhin zum US-Dollar deutlich an Wert zulegen.

    Nach Einschätzung der Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank hat Trump mit seinen Äußerungen ein wichtiges Tabu gebrochen. Es bestehe die Gefahr, dass künftig alle Signale für eine langsamere Zinserhöhung als Zeichen gedeutet werden, dass die Währungshüter der Fed Wünsche des Präsidenten in ihre Entscheidungen einbeziehen könnten. Die Unabhängigkeit der Fed sei aber eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung dafür, dass sie „ihrer Aufgabe als Hüter der Preisstabilität effektiv nachkommen kann“, so Reichelt.

    Auch im Verhältnis zum japanischen Yen zeigt der Euro am Freitagmittag kaum Regung. Das Cross handelt bei 131,00. Der schwelende Handelsstreit könnte aber einen Run auf den Yen als Save Haven auslösen, sofern die USA tatsächlich Zölle gegen Autoimporte aus der Europäischen Union einführen.

    Mit der Veröffentlichung der australischen Arbeitsmarktdaten machte das Währungspaar EUR/AUD aus Sicht der National-Bank einen „beeindruckenden“ Sprung. Innerhalb weniger Sekunden bewegte sich der Kurs gestern von 1,5740 einen Cent nach unten. Aktuell handelt EUR/AUD wieder bei 1,5814.

    Entgegen den Erwartungen von nur 17.000 neue Jobs lag die offizielle Zahl bei 50.900 im Juni. Dies war der höchste monatliche Zuwachs seit November. Die Arbeitslosenrate blieb aber nahezu unverändert blieb. „Die Hoffnungen auf eine Änderung der Geldpolitik der Reserve Bank of Australia waren dadurch wieder zurückgegangen, so dass der Kurs sogar über sein vorheriges Niveau hinaus drehte“, kommentierten die Essener Devisenexperten.