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München (GodmodeTrader.de) – Der US-Dollar erholt sich im europäischen Handel am Donnerstagvormittag auf breiter Basis (gemessen am US-Dollar-Index) wieder von seinem gestrigen Kursrücksetzer nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve Bank (Fed). Der Greenback bewegt sich dabei nach wie vor in der Nähe seines am 28. April 2022 erreichten 20-Jahreshoch.

Die Fed hat am Mittwochabend zur Bekämpfung der hohen Inflation ihren Leitzins wie von Analysten im Konsens erwartet um 50 Basispunkte auf eine Spanne von 0,75 Prozent bis 1,00 Prozent angehoben – der größte Zinsschritt seit 22 Jahren. Der von einigen befürchtete Riesen-Zinsschritt um 75 Basispunkte blieb aus und US-Notenbankchef Jerome Powell schloss diesen auch für die nächsten Zinssitzungen aus. Dies sei „nichts, was der Ausschuss aktiv in Erwägung zieht", sagte Powell auf der anschließenden Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger der Fed das „neutrale" Niveau des Leitzinses bei zwei bis drei Prozent sähen.

Powell appellierte auch an die Amerikaner, die mit der hohen Inflation zu kämpfen haben, geduldig zu sein. Im März hatte die Inflationsrate in den USA bei 8,5 Prozent gelegen – die höchste Teuerungsrate seit rund 40 Jahren. Das Inflationsziel der US-Notenbank liegt bei zwei Prozent. Bei einer angemessenen Straffung dürfte das Inflationsziel mittelfristig wieder erreicht werden. Auch bei den nächsten Sitzungen des Zentralbankrats dürften wieder Erhöhungen um je 0,50 Prozentpunkte anstehen, hieß es weiter.

Ziel der Notenbank ist es, die Zinsen so schnell und stark anzuheben, dass die Inflation ausgebremst wird - ohne dabei gleichzeitig Konjunktur und Arbeitsmarkt abzuwürgen. Die Konjunktur solle sich in einer Weise abkühlen, die nicht zu einer Rezession führen werde, sagte Powell. „Ich gehe davon aus, dass das eine große Herausforderung wird.“

Die US-Notenbank kündigte zudem an, am 1. Juni 2022 mit der Verringerung ihrer auf 8,9 Billionen US-Dollar aufgeblähten Bilanz zu beginnen. Bis August soll die Bilanzsumme um monatlich bis zu 47,5 Milliarden US-Dollar schrumpfen, ab September soll die Bilanzsumme dann mit einem Tempo von bis zu 95 Milliarden US-Dollar pro Monat verringert werden.

EUR/USD hat sich am Donnerstagmorgen nach der wie erwartet ausgefallenen Zinsanhebung der US-Notenbank weiter bis 1,0642 im Hoch erholt, konnte die jüngsten Gewinne aber nicht halten und fällt im weiteren Handelsverlauf am Donnerstagvormittag wieder ein wenig zurück. Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im März stärker als erwartet um 4,7 Prozent im Monatsvergleich gesunken, da die durch den Krieg in der Ukraine verursachte Unsicherheit, die Versorgungsengpässe und die steigenden Energiepreise weiterhin die Auslandsnachfrage und die Investitionen beeinträchtigen. Analysten hatten im Konsens lediglich mit einem Rückgang um 1,1 Prozent gerechnet, nach minus 0,8 Prozent im Februar. Bitte lesen Sie auch die aktuelle EUR/USD-News.

Während USD/JPY bislang bei 129,83 im Hoch gehandelt wurde, gibt GBP/USD am Donnerstagvormittag einen Großteil seiner gestrigen Gewinne wieder ab. Mit bislang 1,2517 im Tief fällt das Währungspaar wieder seinem am 28. April 2022 bei 1,2410 markierten 21-Monatstief entgegen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den britischen Dienstleistungssektorindex ist im April laut endgültiger Veröffentlichung auf 58,9 Punkte gesunken, nachdem zunächst ein Wert von 58,3 Zählern gemeldet worden war. Im März hatte der Index bei 62,6 Punkten notiert. Bitte beachten Sie auch die heutige GBP/USD-News.

Aus den USA werden am Donnerstagnachmittag u.a. der Challenger-Report mit den Stellenstreichungen im April, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Lohnstückkosten im ersten Quartal gemeldet. Die Details sowie die weiteren Veröffentlichungen entnehmen Sie bitte dem Wirtschaftsdatenkalender.