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Der US-Dollar klettert zur Wochenmitte im Vorfeld des am Abend anstehenden und mit Spannung erwarteten Zinsentscheids der Federal Reserve Bank (Fed) nach Besorgnis erregenden Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf breiter Basis (gemessen am US-Dollar-Index) auf ein frisches 20-Jahres-Hoch. In diesem Jahr hat der Greenback bereits knapp 16 Prozent zugelegt und befindet sich auf dem besten Wege, den größten Jahresanstieg seit 1981 zu verzeichnen.

Putin ordnete sieben Monate nach Beginn des Kriegs in der Ukraine eine Teilmobilisierung der russischen Streitkräfte an. Eingezogen werden sollen rund 300.000 Reservisten. Zudem warf er dem Westen vor, Russland atomar zu erpressen. Man habe „viele Waffen, um darauf zu antworten", so Putin. Außerdem sollen in den so genannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk sowie in den von Russland eroberten Regionen Cherson und Saporischschja in den kommenden Tagen Referenden über einen Beitritt zur Russischen Föderation abgehalten werden.

Europäische Währungen gerieten nach den Äußerungen Putins unter Druck, da diese die Sorge um die wirtschaftlichen Aussichten Europas verstärken, die bereits durch die ausbleibenden russischen Gaslieferungen stark getrübt sind.

„Die Schlagzeilen über Russland stehlen der Fed die Show, zumindest im Moment", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Kenneth Broux, Währungsstratege der Societe Generale. „Die Sorge um eine Eskalation des Konflikts schadet den europäischen Währungen. Und wenn sich die Fed heute Abend hawkisch äußert, könnten sich die Verluste noch verstärken."

Zu erwarten steht, dass die Fed angesichts der nahe eines 40-Jahres-Hochs verharrenden Inflation ihren Leitzins am Abend um 75 Basispunkte auf eine Spanne von dann 3,00 bis 3,25 Prozent anheben wird. Laut FedWatch Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit dafür derzeit bei 84 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen ganzen Prozentpunkt liegt aktuell bei 16 Prozent. Zum Jahreswechsel dürfte der US-Leitzins über der Vier-Prozent-Marke liegen.

Während bei EUR/USD mit einem Rückgang auf ein Zweiwochentief bei 0,9884 das 20-Jahres-Tief vom 7. September 2022 bei 0,9864 noch nicht unterschritten wurde, hat GBP/USD mit bislang zutiefst 1,1304 ein frisches 37-Jahres-Tief erreicht. Am Morgen wurde gemeldet, dass der öffentliche Finanzierungsbedarf Großbritanniens im August auf 11,1 Milliarden Pfund gestiegen ist. Analysten hatten im Konsens mit 8,2 Milliarden Pfund gerechnet, nachdem im Juli im britischen Haushalt lediglich ein Loch von 2,1 Milliarden Pfund geklafft hatte.

USD/JPY legt zur Wochenmitte zu, hat mit bislang 144,08 im Hoch sein am 7. September 2022 bei 144,99 markiertes 24-Jahres-Hoch jedoch noch nicht überschritten.

Bevor um 20:00 Uhr MESZ mit dem US-Zinsentscheid das Highlight des Tages auf der Agenda steht, werden aus den USA am Nachmittag noch die Bestandsimmobilienverkäufe im August gemeldet. Neben dem Zinsentscheid gilt die Aufmerksamkeit am Abend auch den neuen Projektionen der Fed zu Zinsen, Wachstum, Inflation und Arbeitslosenquote. Die Details sowie die weiteren Veröffentlichungen entnehmen Sie bitte dem Wirtschaftsdatenkalender.