München (GodmodeTrader.de) – Der US-Dollar legt im europäischen Handel zur Wochenmitte auf breiter Basis (gemessen am US-Dollar-Index) zu. Unterstützung bekommt der Greenback dabei von Kommentaren hochrangiger Vertreter der Federal Reserve Bank (Fed), die die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen klein redeten.

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    Gegenüber dem Austral-Dollar und dem Neuseeland-Dollar fielen die Gewinne des Greenbacks am größten aus, nachdem die über Nacht veröffentlichten chinesischen Daten schwach ausgefallen waren. Hinter den Erwartungen zurück blieben im April (noch vor Inkrafttreten der neuen Zölle) sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze – ein Negativum für die Währungen der Rohstofflieferanten Australien und Neuseeland.

    Chinesische Aktien erholten sich jedoch in Erwartung weiterer Stimuli der chinesischen Zentralbank.US-Präsident Donald Trump rief die Fed dazu auf, die Stimuli der chinesischen Notenbank nachzubilden, um die wirtschaftlichen Schäden des Handelskriegs abzufedern. Die Präsidentin der Fed in Kansas City, Esther George, warnte indes davor, dass niedrigere Zinsen zu Preisblasen bei Vermögenswerten führen, finanzielle Ungleichgewichte schaffen und letztendlich eine Rezession hervorrufen könnten. Der Präsident der New Yorker Fed John Williams erklärte, dass die Zölle tendenziell die Inflation ankurbeln würden und wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Wachstum hätten.

    EUR/USD erreichte bei 1,1193 ein knappes Wochentief. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone ist im ersten Quartal laut erster Veröffentlichung lediglich um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Analysten hatten im Konsens mit einem BIP-Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet wie im Vorquartal.

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    EUR/USD

    Das britische Pfund verliert gegenüber dem US-Dollar ebenfalls an Boden, nachdem der stellvertretende Labour-Vorsitzende John McDonnell davor gewarnt hat, dass die parteiübergreifenden Brexit-Verhandlungen kurz vor dem Scheitern sind. Premierministerin Theresa May gab am Dienstag bekannt, dass sie eine vierte Parlamentsabstimmung über den Brexit-Vertrag Anfang Juni anstrebt. GBP/USD erreichte bislang zutiefst 1,2897 – ein knappes Dreiwochentief.

    USD/JPY fällt wieder in Richtung Dreieinhalbmonatstief vom Montag bei 108,99 zurück und notierte bislang zutiefst bei 109,24. Die über Nacht gemeldete japanische Geldmenge M2 ist im April um 2,6 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Analysten hatten im Konsens lediglich mit einem Zuwachs um 2,3 Prozent gerechnet, nach plus 2,4 Prozent im März. Die japanischen Werkzeugmaschinenaufträge sanken im April vorläufigen Daten zufolge um 33,4 Prozent im Jahresvergleich, nach minus 28,5 Prozent im Vormonat.

    Der US-Wirtschaftsdatenkalender am Mittwochnachmittag ist prall gefüllt. Highlight sind die Einzelhandelsumsätze im April um 14:30 Uhr MESZ. Die Details sowie die weiteren Veröffentlichungen entnehmen Sie bitte dem Wirtschaftsdatenkalender.