Der Euro setzte seine Aufwärtsbewegung zum Beginn der Woche fort. Am Montag eroberte die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,12 Dollar zurück, heute baute der Kurs seine Gewinne weiter aus und kletterte auf den höchsten Stand seit dem 22. Juli bei 1,1213. Zuletzt notierte EUR/USD exakt auf der 1,12-Schwelle.

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    Die chinesische Zentralbank PBoC hat den Mittelkurs der Landeswährung Yuan am Dienstag etwas höher festgelegt und damit die internationalen Märkte damit beruhigt. Zuvor hatte Peking die Vorwürfe aus den USA zurückgewiesen, seine Währung mit dem Ziel eigener Vorteile im Welthandel zu manipulieren. Die jüngste Abwertung des Yuan sei vielmehr durch den Markt bewirkt worden, hieß es in einer Erklärung der chinesischen Notenbank am Dienstag. Der Vorwurf der Währungsmanipulation beschädige die internationale Finanzordnung, den Handel sowie die Konjunktur und führe zu Turbulenzen an den Finanzmärkten, erklärte die Zentralbank. China werde seine Währung nicht aus wettbewerblichen Gründen abwerten oder sie als Instrument im Handelskonflikt mit den USA einsetzen.

    Die People's Daily, die führende Zeitung der Kommunistischen Partei, schrieb am Dienstag, es sei schwierig, die Zukunft des Yuan vorherzusagen. Die Zentralbank sei heute „toleranter gegenüber Schwankungen" als während des letzten Abschreibungszyklus im Jahr 2016. Die Märkte sollten eine größere Rolle beim Wechselkurs des Yuan spielen.

    Die Trump-Administration bezeichnete China offiziell als Währungsmanipulator, nachdem der Yuan am Montag auf sein niedrigstes Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt abgewertet wurde. Der Schritt ist zwar weitgehend symbolisch, unterstreicht aber die sich rasch verschlechternden Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Devisenexperte Manuel Andersch von der BayernLB sprach von einem „großen Scherbenhaufen" am Devisenmarkt. Nach dem Unsicherheitsschock zum Wochenauftakt dürfte die unruhige Marktlage in den kommenden Handelstagen andauern. Der Konflikt zwischen den USA und China könnte weiter eskalieren, warnte er.

    Konjunkturdaten aus Deutschland wurden am Markt wohlwollend zur Kenntnis genommen, auch wenn sie nur auf den ersten Blick überzeugten. Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Juni stiegen zwar deutlich an, waren aber ausschließlich auf schwankungsanfällige Großaufträge zurückzuführen. Ohne diese Bestellungen waren die Aufträge leicht rückläufig.

    EUR/GBP hat kurzzeitig die Marke von 0,92 überschritten. Die EU und Großbritannien verharren in einer Sackgasse. Im Brexit-Streit scheint keine Seite nachgeben zu wollen. Eine Sprecherin des britischen Premiers Johnson äußerte die Hoffnung, dass die Europäische Union von ihrer bisherigen Position abrücken und ein neuer Brexit-Vertrag ausgehandelt werden könnte. Doch eine Sprecherin der EU signalisierte, dass der bisher ausgehandelte Ausstiegsvertrag nicht sehr änderbar sei. Die politische Erklärung könne man aber diskutieren. „Die weiter zunehmende Sorge um die Brexit-Auswirkungen insbesondere auf die britische Wirtschaft belastet das Pfund dementsprechend“, kommentierte die National-Bank. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Ungewissheit in Großbritannien bezüglich des Brexits hat die Bank of England vergangene Woche die Wachstumsprognosen für 2019 von 1,5 und für 2020 von 1,6 Prozent auf jeweils 1,3 Prozent nach unten revidiert.

    Der US-Dollar zeigte in jüngster Zeit Stärke gegenüber seinem Australischen Pendant, musste heute aber nach dem Zinsentscheid der RBA Federn lassen. Die Reserve Bank of Australia beließ den Leitzins auf ihrer heutigen August-Sitzung unverändert bei 1,00 Prozent, nachdem er zuvor zweimal um jeweils 25 Basispunkte gesenkt worden war. Der geldpolitische Rat um Gouverneur Philip Lowe signalisierte gleichwohl, die Geldpolitik bei Bedarf „weiter zu lockern“.

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