Der Euro bleibt zu Wochenbeginn unter Druck. Am Montagmorgen fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0821 US-Dollar. Das ist etwas weniger als am Freitag und der tiefste Stand seit Ende Mai. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,0889 Dollar festgelegt. Im Mittagshandel zeigte sich das Währungspaar bei 1,0834.

    In Griechenland werden die Banken heute wieder geöffnet. Die Kapitalverkehrskontrollen bleiben aber mit wenigen Erleichterungen bestehen. In einer Verordnung vom Sonnabend hat die griechische Regierung die täglichen Bargeldabhebungen auf 60 Euro begrenzt und ein wöchentliches Limit von 420 Euro eingeführt. Am Freitag hatte die Europäische Union beschlossen, einen kurzfristigen Kredit freizugeben, um Griechenland mit der Rückzahlung von einer am heutigen Montag fälligen Staatsanleihe, die in den Büchern der Europäischen Zentralbank steht, zu helfen.

    Die erforderliche Brückenfinanzierung bis zur Übereinkunft auf ein ESM Hilfsprogramm wird nach der nunmehr erfolgten Zustimmung der EU-Länder aus dem reaktivierten EFSM-Tops erfolgen. Mit dessen Mitteln sollen bis zur Aktivierung des ESM-Hilfsprogramms die unmittelbar fälligen Verbindlichkeiten bzw. angelaufenen Rückstände Griechenlands im Ausmaß von 12 Milliarden Euro gedeckt werden.

    Unterdessen hat sich die Nachfrage nach Dollars gehalten, nachdem gute Konjunkturdaten vom Freitag der Spekulation um eine Zinserhöhung in den USA zusätzlichen Schwung gaben. Der US-Arbeitsmarkt entwickelte sich besser als erwartet und die Kernrate der Verbraucherpreise lag nahe 2,0 Prozent. Auch wenn sich die Verbraucherstimmung etwas verschlechterte, sind die Aussichten auf eine baldige Zinsanpassung in den USA groß. Die heutigen Veröffentlichungen sind eher der zweiten Reihe zuzuordnen und sollten keinen Einfluss auf die Entwicklung des Währungspaares nehmen.

    Der Australische Dollar markierte heute mit einem Kurs von 0,7350 ein Sechs-Jahrestief gegenüber dem US-Dollar. Die zurückgehenden Rohstoffpreise und die unterschiedlichen Zinserwartungen zu den USA belasten die Währung. Allein in diesem Monat hat der Aussie um fast 5 Prozent abgewertet. Seit Jahresbeginn sind es sogar rund 10 Prozent. Eine weitere Abwertung steht zu befürchten.

    Die russische Volkswirtschaft zeigt sich auch im Juni weiter angeschlagen. Vor allem der private Konsum bleibt bislang trotz des inzwischen langsameren Inflationsanstiegs angeschlagen. Die Gründe dafür sind die negativen Auswirkungen des schwachen Konjunkturverlaufs auf den heimischen Arbeitsmarkt sowie eine zunehmende Entschuldung der privaten Haushalte. In dem derzeit insgesamt enttäuschenden wirtschaftlichen Umfeld bleibt auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen insgesamt schwach. Ferner bleiben die Rubelschwäche, niedrige Ölpreise und die drückenden westlichen Sanktionen gegen Russland wachstumshindernde Faktoren. Die unverändert bestehenden Wachstumsrisiken der russischen Volkswirtschaft machen weitere Zinssenkungen der Zentralbank wahrscheinlich, was gegen eine weitere Erholung des Rubels spricht.

    Die russische Währung hat sich im letzten Monat zum US-Dollar stabilisiert. Aktuell kostet ein Dollar gut 57 Rubel. Im Februar war ein Dollar noch fast 70 Rubel wert.