Der Euro startete ohne wesentliche Impulse in die neue Handelswoche und kann sich am Dienstag oberhalb der runden Marke von 1,11 Dollar festsetzen. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1147 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen.

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    An den bekannten Belastungsfaktoren wie konjunkturelle Schwäche und handelspolitische Risiken hat sich nichts verändert. Auf Twitter hat US-Präsident Trump am Tag der Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China erneut gegen Peking gewettert: Zwar liefen Verhandlungen mit China, doch wolle das Land einen Deal kurz vor dem Abschluss immer zu eigenen Gunsten ändern. Zudem habe China sein Versprechen, Agrargüter von den USA kaufen zu wollen, noch immer nicht umgesetzt. Der Handelsstreit wird von vielen Experten als großes Risiko für die Weltwirtschaft gesehen.

    Auch die heutigen Stimmungsdaten aus der Eurozone bringen keine Entlastung. Der Economic Sentiment Indicator (ESI), der die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone abbildet, ist im Juli weiter gefallen. Der Wert sank gegenüber dem Vormonat um 0,6 auf 102,7 Punkte, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit März 2016. Das Geschäftsklima (BCI), das die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe einfängt, fiel von plus 0,17 auf minus 0,12 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit September 2013.

    Vor der morgigen Fed-Sitzung machte US-Präsident Trump gestern seinem Frust über die Geldpolitik der Notenbank noch einmal Luft. Er warf der Notenbank Untätigkeit bei der „sehr niedrigen Inflation“ vor und erwarte, dass sie „wahrscheinlich vergleichsweise wenig tun wird. Was für ein Jammer,“, schrieb er. Nachdem die Fed im vergangenen Jahr die Zinsen vier Mal angehoben hatte, rechnen die Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung am Mittwoch.

    Das britische Pfund verzeichnete nach der Amtsübernahme durch den neuen Premierminister Boris Johnson zunächst einen Sprung nach oben. Doch knapp eine Woche danach notiert das Währungspaar EUR/GBP über 0,9150 - das ist der höchste Stand seit zwei Jahren. Es sind die neuen Brexit-Sorgen, die den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Johnson hat angekündigt, den EU-Austritt seines Landes „ohne Wenn und Aber“ bis zum 31. Oktober abwickeln zu wollen – also notfalls auch ohne Abkommen mit der EU. „Das größte Risiko für das Pfund für den Rest dieses Jahres ist ein versehentlicher Brexit ohne Abkommen", schrieben die Strategen der Credit Agricole SA.

    Der britische Premierminister und sein Kabinett betonten zuletzt noch einmal, dass die EU sich bewegen müsse, um einen ungeordneten Brexit zu verhindern und dass man zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen wolle, um den Austritt durchzuführen. Gegen einen No-Deal-Brexit gibt es in Großbritannien große Widerstände. Ohne ein Einlenken der EU käme es zu einem No-Deal-Brexit, so Kabinettsmitglieder.

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