• GAM Holding AG - Kürzel: GAD - ISIN: CH0102659627
    Börse: Lang & Schwarz / Kursstand: 16,70 Fr)

Zürich (Godmode-Trader.de) - Der brasilianische Anleihenmarkt liefert derzeit außerordentlich gute Anlagechancen. Diese Einschätzung vertritt Tim Haywood, Fondsmanager des GAM Star Absolute Return Bond Fund, mit Blick auf die brasilianische Zinskurve: „Die aktuelle Marktbewertung für die Entwicklung der Zinsen verläuft auf Sicht der kommenden fünf Jahre sehr flach, damit zeigt sich ein Stabilitätsmuster, das dieses Land noch nie gesehen hat.“ Haywood weist darauf hin, dass die Zinsen in Brasilien in der Vergangenheit extrem starken Schwankungen unterworfen waren.

Der wirtschaftliche Ausblick für Brasilien bleibt laut Haywood schwach, die Wirtschaft werde in diesem und im kommenden Jahr in der Rezession stecken bleiben – das schaffe Raum für Zinssenkungen. „Bewegt sich die Inflation im kommenden Jahr im Bereich von fünf bis sechs Prozent, dann verfügt Brasilien über extrem hohe reale Zinsen im Vergleich mit anderen Ländern“, sagt Haywood. In der Summe könnten sie deshalb signifikant fallen, während andere Länder moderate Zinserhöhungen erwägen. „Wir gehen davon aus, dass die Zinsen und die Bondrenditen in Brasilien 2019, aber vielleicht sogar schon 2017, viel niedriger sein werden“, sagt Haywood. Denn wenn die Renditen weiterhin übertrieben hoch gehalten werden, ohne dass sich die wirtschaftliche Situation verbessert, dürfte die Regierung Probleme bei der Finanzierung bekommen. Außerdem dürfte das Ausfallrisiko von dem heute recht moderaten Niveau künftig höher liegen; dies in einem Umfeld, in dem die langfristigen Zinsen nicht mehr stark ansteigen werden.

Haywood erwartet denn auch, dass innerhalb von zwei Jahren die längerfristigen Zinsen niedriger als die kurzfristigen Zinsen sein werden. „Sowohl das Szenario einer raschen wirtschaftlichen Erholung, einer Veränderung der politischen Landschaft als auch einer massiven binnenwirtschaftlichen Krise, die über das bereits eingepreiste Niveau in den brasilianischen US-Dollar-Bonds hinausgeht, ist sehr unwahrscheinlich“, so Haywood.