Groß war das Misstrauen, als der Gebert-Indikator ausgerechnet Anfang November wieder ein Kaufsignal für den DAX lieferte. In der Tat kam es anschließend zunächst zu weiteren deutlichen Kursverlusten im deutschen Leitindex. Bis Ende Dezember verlor das Börsenbarometer noch einmal rund 1.000 weitere DAX-Punkte.

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    Doch inzwischen sieht die Sache etwas anders aus: Wären Anleger auch zuletzt dem Gebert-Indikator gefolgt, hätten sie Ende des vergangenen Jahres zwar einen erheblichen Drawdown verbucht (wie Buy-and-hold-Anleger im DAX auch), inzwischen wären sie aber wieder im Plus, denn der DAX notiert aktuell wieder knapp 200 Punkte höher als Anfang November.

    Langfristig steht der Erfolg der Gebert-Strategie außer Frage. Von Anfang 1993 bis Anfang März 2019 hätten es Anleger mit der Gebert-Strategie ungehebelt auf einen Gesamtgewinn von mehr als 2.600 Prozent gebracht. Wer einfach immer im DAX investiert war (Buy-and-hold-Strategie), zum Beispiel über einen Indexfonds oder ein Zertifikat, hätte in der gleichen Zeit vor Kosten nur einen Gewinn von 650 Prozent verbucht. Aus 1.000 Euro, die Anfang 1993 investiert wurden, wären so im ersten Fall mehr als 27.000 Euro und im zweiten Fall rund 7500 Euro geworden.

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    Seine Überlegenheit bewies der Gebert-Indikator unter anderem auch im vergangenen Jahr, als er Anfang Juli ein Verkaufssignal lieferte. Anleger, die dem Gebert-Signal gefolgt wären, hätten zwischen Anfang Juli und Anfang November Kursverluste von mehr als 800 Punkten vermieden - anders als Buy-and-hold-Anleger, die ständig im DAX investiert waren.

    Der Gebert-Indikator basiert auf vier Teilindikatoren (Leitzins, Inflationsrate, Euro-Dollar-Wechselkurs, Saisonalität), für die jeweils ein Punkt oder kein Punkt vergeben werden. Die Punkte aus den vier Teilindikatoren werden aufaddiert. Ergibt sich eine Summe von drei oder vier Punkten, ist der Anleger im DAX investiert (zum Beispiel über einen ETF oder ein Indexzertifikat). Steht der Indikator auf null oder einem Punkt, ist der Anleger nur im Geldmarkt investiert bzw. parkt sein Geld auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto. Bei zwei Punkten wird die bisherige Positionierung (also entweder DAX oder Giro- bzw. Tagesgeldkonto) beibehalten. Der Punktestand wird jeweils zum Monatsanfang überprüft.

    Aktuell gibt es für die Teilindikatoren Leitzins, Euro-Dollar-Wechselkurs, und Saisonalität jeweils einen Punkt. Der Gesamtstand des Gebert-Indikators bleibt damit bei drei Punkten, womit der Anleger weiter im DAX investiert bleibt.

    Da es für Saisonalität und Leitzins auch im kommenden Monat weiterhin mindestens insgesamt zwei Punkte geben wird, kann der Gebert-Indikator frühestens Anfang Mai wieder ein Verkaufssignal liefern, da dann der Saisonalitätspunkt wegfällt. Allerdings muss dazu der Euro-Dollar-Wechselkurs auf über 1,20 zulegen und die Inflationsrate darf nicht unter ihr aktuelles Niveau sinken, da es sonst auch im Mai bei mindestens zwei Punkten bleibt.

    Lesetipp: So funktioniert der Gebert-Indikator


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