Im Schatten der Inflation schenkten die Marktteilnehmer anderen Faktoren wie z.B. dem weiter rückläufigen Ölpreis wenig Beachtung. Das „Inflationsgespenst“ am Aktienmarkt könnte dafür sorgen, dass die FED die Zinsen stärker als erwartet anhebt. Zudem könnte die erste Zinserhöhung in Euroland früher erfolgen als bislang angenommen. Dennoch stehen die Chancen auf kurze Sicht ganz gut, dass die kommenden Konjunkturindikatoren einen gedämpfteren Konjunkturoptimismus versprühen - mit der Folge einer vorübergehenden Entspannung an der Zinsfront.

Die bislang durchaus ordentlichen Gewinnberichte in den USA wurden bislang weitestgehend ignoriert. Dagegen erfolgten stärkere Kurseinbußen bei vereinzelten Aktien nach nur verhaltenen Ausblicken. Dieses ist um so enttäuschender für die Marktteilnehmer, denn für sie zählt vor allem im Rahmen des fortgeschrittenen Gewinnzyklusses ein positiver Ausblick. Ebenfalls wenig Berücksichtigung fanden die jüngsten Zahlen zu den Produzentenpreisen in den USA. Bei den einzelnen Komponenten stieg nicht nur die Rohstoffkomponente, sondern auch die Komponenten für „Zwischen“- und „End“-Güter. Das bedeutet, dass sich innerhalb des einzelnen Produktionsgüterprozesses die Gewinnmargen verbessern, weil höhere Rohstoffkosten an die Abnehmer weitergegeben werden. Zudem signalisiert der monatliche Konjunkturbericht der FED zunehmende Preisspielräume in vereinzelten Bereichen auch für die Endprodukte. Dieses beeinflusst das Gewinnsentiment ebenfalls positiv.

In der laufenden Woche berichten wieder eine Reihe von bedeutenden Unternehmen. Dabei dürfte das größte Augenmerk auf den Ölwerten liegen, die gerade zuletzt zu den positiven Gewinnrevisionen beigetragen haben: BP (Dienstag), Exxon Mobil und Royal Dutch Shell (Donnerstag) und ChevronTexaco (Freitag). Weiterhin werden unter anderem Gewinne von DuPont (Dienstag), Air Liquide, Boeing, DaimlerChrysler (Mittwoch), AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Microsoft (Donnerstag) und Deutsche Bank (Freitag) erwartet.

Aus rein technischer Sicht hat die Technologiebörse Nasdaq kurzfristig überverkaufte Niveaus erreicht, die denen im April gleichen. Von diesem Zeitpunkt aus startete die Nasdaq damals eine eindrucksvolle Sommerrallye. Für die Annahme einer ähnlichen Rallye ist es sicherlich noch zu früh, dennoch stehen die Chancen für eine vorübergehende Kurserholung dann auch bei anderen Märkten recht günstig. Dieses wird auch durch die hohen Tagesvolatilitäten der vergangenen Tage unterstützt. Dieses Phänomen ist jedoch eher an Trendwenden zu beobachten und weniger in trendbestätigenden Konsolidierungsphasen.

Für die Rentenmarktentwicklung der laufenden Woche kommt das bestimmende Datum aus Euroland. Hier werden am Freitag Zahlen zur Geldmenge veröffentlicht, die weiterhin stark wachsen sollte. Das wird den Druck zu Zinsmaßnahmen auf die EZB in der nächsten Zeit nicht mindern; kurzfristig gehen wir aber noch nicht von einer Änderung der geldpolitischen Strategie aus. Daneben erwarten wir diese Woche eine Vielzahl an Indikatoren, die sich auf dem hohen Niveau der Vormonate stabilisieren sollten. Für die USA werden gleich zwei Zahlen zum Konsumentenvertrauen veröffentlicht. Bei beiden Daten gehen wir von einer Seitwärtsbewegung aus. Am Freitag wird darüber hinaus die Prognose zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal bekannt gegeben. Nachdem die Sommermonate stark begonnen hatten, belastete zuletzt die Wirbelsturmsaison in einem besonders hohen Maße. Daher ist eine leicht schlechtere Zahl nicht auszuschließen. In Summe rechnen wir mit einem stabilen Bund Future bei der Marke von 121,75.

Quelle: ADIG

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