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Seit einigen Tagen berichten deutsche Medien über ein „Strategiepapier“ des Bundesinnenministeriums, das den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie vorzeichnen soll.

Auf der Internet-Seite „www.fragdenstaat.de“ kann man das Dokument herunterladen. Die Inhalte sind geeignet, die österliche Ruhe inmitten der Corona-Beschränkungen empfindlich zu stören. Überlegen Sie sich daher gut, ob Sie das Dokument tatsächlich lesen wollen…

Unter dem Titel „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ werden dort verschiedene Corona-Szenarien diskutiert, eines furchteinflößender als das andere. Gekennzeichnet ist das Dokument übrigens als „geheime Verschluss-Sache“ und „nur für den Dienstgebrauch“. Dennoch hat das Schriftstück auf geheimnisvollen Wegen die Öffentlichkeit erreicht, was an sich schon bemerkenswert ist.

Deutschland könne von Glück sagen, so heißt es dort sinngemäß, wenn es aus der Corona-Affäre mit einer Krise im Ausmaß der Finanzturbulenzen von 2008 herauskommen sollte.

Im schlimmsten Fall drohe, so wörtlich, eine „Kernschmelze“ der deutschen Hochleistungs-Volkswirtschaft. Dieses Szenario wird für den Fall befürchtet, dass es nicht gelingen sollte, die Infektionszahlen zu senken. Mehr als eine Million Corona-Todesfälle allein in Deutschland und nur in diesem Jahr seien dann zu befürchten.

Auf Seite 8 heißt es dazu:

„Sollten die hier vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eindämmung und Kontrolle der Covid-19-Epidemie nicht greifen, könnten im Sinne einer „Kernschmelze“ das gesamte System in Frage gestellt werden. Es droht, dass dies die Gemeinschaft in einen völlig anderen Grundzustand bis hin zur Anarchie ver-ändert“.

Was dies für die Wirtschaft bedeuten würde? Zitat:

„In dieser Situation würde das BIP um 32 Prozent einbrechen, die Industrie um 47 Prozent. Bei weiteren sich verstärkenden Zweitrundeneffekten und sich festsetzenden Negativerwartungen wäre eine beschleunigte Abwärtsdynamik nicht auszuschließen. Dieses Szenario kommt einem wirtschaftlichen Zusammenbruch gleich, dessen gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen kaum vorstellbar sind“.

Der wichtigste Grund, weshalb die große Gefahr, die durch COVID-19 ausgeht, bis vor Kurzem angeblich nicht gesehen werden konnte, sei die Schwierigkeit, exponentielles Wachstum intuitiv zu verstehen, so die Autoren.

Auch das Corona-Virus selbst bekommt sein „Fett weg“. Auf Seite 13 des Dokuments heißt es, Zitat:

„Auch wenn wir bisher nur Berichte über einzelne Fälle haben, zeichnen sie doch ein alarmierendes Bild. Selbst anscheinend Geheilte nach einem milden Verlauf können anscheinend jederzeit Rückfälle erleben, die dann ganz plötzlich tödlich enden, durch Herzinfarkt oder Lungenversagen, weil das Virus unbemerkt den Weg in die Lunge oder das Herz gefunden hat.

Dies mögen Einzelfälle sein, werden aber ständig wie ein Damoklesschwert über denjenigen schweben, die einmal infiziert waren. Eine viel häufigere Folge ist monate- und wahrscheinlich jahrelang anhaltende Müdigkeit und reduzierte Lungenkapazität, wie dies schon oft von SARS-Überlebenden berichtet wurde und auch jetzt bei COVID-19 der Fall ist, obwohl die Dauer natürlich noch nicht abgeschätzt werden kann“.

Im Klartext: Sollte dies so zutreffen, dann müsste man davon ausgehen, dass für immer infiziert bleibt, wer sich einmal mit Covid-19 angesteckt hat.

Eine solche Aussage, würde man sie an die große Glocke hängen, würde zweifellos erhebliche Turbulenzen gesellschaftlicher Art nach sich ziehen. Viele Menschen würden noch mehr in Panik geraten und könnten versucht sein, sich vollkommen von der Außenwelt zu isolieren…

Man fragt sich unwillkürlich:

Warum erscheint da ein als „geheime Verschluss-Sache“ deklariertes Dokument mit derartiger Brisanz plötzlich frei zugänglich im Internet? Wer sind die Autoren dieses Papiers? Und warum werden die Inhalte gerade jetzt bekannt? Ausgerechnet in einer Zeit, da immer mehr Wirtschaftsfachleute und hochkarätige Mediziner beginnen, eine Lockerung der Corona-Beschränkungen einzufordern. Kann es solche Zufälle geben?

Denn die Inhalte sind zweifellos geeignet, die ohnehin massiv verunsicherte Bevölkerung noch sehr viel stärker in Panik zu versetzen...

So richtig „rund“ wird der österliche Reigen an bemerkenswerten Impulsen zur Förderung des Denkvermögens allerdings erst, wenn man das regierungsamtliche Papier zur Corona-Krise mit den beiden folgenden Beiträgen verbindet.

Frankreich: Ausnahmezustand...

Im folgenden hochinteressanten Interview mit dem Multipolar Magazin liefert die preisgekrönte Autorin Birgit Vanderbeke eine Analyse der Corona-Situation in Frankreich. Vanderbeke beschreibt den aktuellen Ausnahmezustand und den „großen Illusionismus“ der politischen Systeme. Dieser etwas andere Blick auf die Corona-Krise und ihre möglichen Folgen ist gerade auch mit Blick auf die Corona-Lage in Deutschland erhellend…

Einige Zitate daraus:

„Unsere Situation im augenblicklichen „Krieg“ ist sehr einfach: Wir dürfen unser Domizil täglich im Wesentlichen nur noch verlassen, um eine berufliche Aktivität auszuüben, die anders nicht organisierbar ist, wir dürfen Lebensmittel kaufen, für schwer kranke Verwandte sorgen, und wir haben das Recht, eine Stunde lang „physische Aktivitäten“ auszuüben, und während dieser Stunde dürfen wir uns im Radius von einem Kilometer um unser Domizil herumbewegen.

Multipolar: Müssen Sie gegenüber der Polizei belegen, warum Sie das Haus verlassen?

Vanderbeke: Ja, wir müssen ein ausgefülltes Dokument bei uns tragen, das wir uns von der Internetseite des französischen Innenministeriums herunterladen und ausdrucken und auf dem wir einen der sieben Gründe ankreuzen müssen, weshalb wir aus dem Haus gegangen sind“. (…)

Multipolar: Die Freiheitsrechte sind nun massiv eingeschränkt.

Vanderbeke: Ja, und zwar „bis auf weiteres“, und nach allem, was ich von solchen Notstandssituationen weiß, werden die dazugehören Einschränkungen nicht wieder zurückgenommen. Diejenigen vor uns, die „unsere“ Rechte erkämpft und sich für die Demokratie haben abknallen lassen, haben das nicht geschenkt gekriegt. Es kommt im Augenblick sehr darauf an, dass die Bürger, die Citoyens, heute nicht vergessen: wir werden es auch nicht zurück geschenkt kriegen. Sobald es mal weg ist, war’s das. Mir zum Beispiel ist es wichtig, darum zu kämpfen, ich tue das in meinen Büchern seit 1990. Und dann sind da ja noch Gleichheit und Brüderlichkeit.

Multipolar: Das klingt sehr düster. Aber bleiben wir noch einen Moment in der Gegenwart. Bereits jetzt spüren viele Menschen die Konsequenzen der Krise. Man denke nur an all diejenigen, die unter den ökonomischen Folgen leiden.

Vanderbeke: Wie viele Menschen infolge ungezählter Geschäftsschließungen, Stilllegungen von Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben, Boutiquen, Bistros, Schuhgeschäften, Zahnarztpraxen, Hotels und Cafés ihre Existenz verlieren werden, ist unabsehbar und steht vermutlich in keinem Verhältnis zu dem Corona-Geschehen. Abgesehen von diesen handfesten Zerstörungen sollte man die Psychoimmunschäden bedenken, die ganz sicher bei alten Menschen auftreten werden, die plötzlich isoliert, vereinsamt und verängstigt in ihren Wohnungen sitzen.

Aber auch unser sechsjähriger Enkel zum Beispiel ist schwer verwirrt und verstört. Er darf seine Großeltern wochenlang nicht sehen, weil er oder wir diese böse Sache an uns haben könnten, und seine kleine Schwester sollte besser nicht mal in den Garten, weil die bösen Dinger unsichtbar durch die Luft fliegen und es auf kleine Kinder und alte Leute abgesehen haben. Und ob es seelisch für jeden zu verkraften ist, dass er soziale Kontakte einstellen soll, ist mehr als fraglich. Ich spreche da nicht von häuslicher Gewalt.

Multipolar: Die Entscheidungen, die Macron, aber auch Merkel gefällt haben, beeinflussen auf einen Schlag das Leben von Millionen von Menschen. Nicht wenige verlieren quasi von einem auf den anderen Moment ihre wirtschaftliche Existenz. Hätten Sie das, was gerade passiert, für möglich gehalten?

Vanderbeke: Leider ja. Im Jahr 2009 ist mit der Schweinegrippe eine Phantom-Pandemie ausgerufen worden, die mich sehr beschäftigt hat. Ich komme aus einem Pharma-Haushalt und werde hellhörig, wenn massenhaft angelegte Gesundheitsmaßnahmen angepeilt werden, bei denen die Gewinne – auch übrigens die Forschungsgelder – in die Milliarden gehen. Die Schweinegrippe war so ein Fall. Da ging es um unglaubliche Impfstoffgeschäfte“.

Die von Birgit Vanderbeke an dieser Stelle erwähnte arte-Dokumentation über die Schweinegrippe vor elf Jahren ist der dritte österliche Impulsgeber, den wir Ihnen über die Osterfeiertage ans Herz legen wollen.

Unter dem Titel „Profiteure der Angst“ wird darin die damalige Situation analysiert. Ähnlichkeiten mit aktuellen Ereignissen sind natürlich reiner Zufall und vollkommen unbeabsichtigt…

Lassen Sie sich überraschen von einem „Osterei“ der etwas anderen Art…

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein friedliches, geruhsames und erkenntnisreiches Osterfest…

Update: Falls der Link zur arte-Dokumentation nicht funktionieren sollte, versuchen Sie bitte diesen hier...

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.