London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Goldpreis befindet sich zum Jahresende weiterhin im Aufwind. Mit 1.266,56 US-Dollar pro Unze hat das Edelmetall kurz vor dem Weihnachtsfest ein knappes Sechsmonatshoch erreicht. Im nun beinahe abgelaufenen Jahr 2018 hat der Goldpreis in Dollar gerechnet seit Jahresbeginn dennoch um rund drei Prozent nachgegeben. In den vergangenen drei Monaten legte die Notierung allerdings mehr als sechs Prozent zu. Die spannende Frage lautet nun, ob der Aufwärtstrend in kommenden Jahr anhält?

    Die Edelmetallpreise dürften im nächsten Jahr steigen, meint Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Wichtigster Grund hierfür ist ein schwächerer US-Dollar, da der Fed-Zinserhöhungszyklus endet“, erläutert Weinberg. Damit Gold einen Schub bekommt, ist aber eine weitere Zutat notwendig: Preisdruck! Wenn die Inflationsraten steigen, fällt der Realzins. Dieser wiederum ist nach Ansicht vieler Experten mit Gold negativ korreliert. Denn Gold gilt traditionell als Inflationsschutz, und zwar besonders dann, wenn der Goldpreis im gleichem Ausmaß wie das aktuelle Preisniveau steigt, wie die Experten von Flossbach von Storch erläutern.

    Ein Faktor ist die politische Unsicherheit, die den Märkten nun schon seit längerem Sorge bereitet. DWS-Manager Klaus Kaldemorgen prognostiziert für 2019 eine weiter zunehmende Volatilität. Vor diesem Hintergrund sei Gold ein wichtiger Bestandteil eines Multi-Asset-Fonds. „Denn Gold ist nicht nur eine Absicherung gegen Krisen, sondern für Euro-Anleger ist die Volatilität auch weitaus niedriger als für Dollar-Investoren“, sagt Kaldemorgen. Ulrich Stephan, von der DWS-Mutter Deutsche Bank, zeigt sich eher skeptisch. „Seinen Status als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten hat Gold zumindest aktuell verloren. Ich sehe derzeit zu wenig Preispotenzial für einen Einstieg“, so Stephan.