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Möglicherweise steuern wir gerade auf ein Wochenende zu, das in die Geschichtsbücher eingehen könnte: Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich haben jetzt auch Belgien und die Niederlande erfasst. Für das Wochenende wurden weitere Großdemonstrationen angekündigt. In diesem Umfeld hat die französische Polizeigewerkschaft einen unbefristeten Generalstreik angekündigt.

Aus solchen Zutaten werden Revolutionen gestrickt…

Seit Wochen dauern die Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich an und immer wieder kommt es dabei zu Ausschreitungen. Obwohl die Regierung Macron zuletzt eingelenkt und die Ökosteuer auf Benzin und Diesel für dieses Jahr ausgesetzt hatte, werden für die am Samstag geplanten Großdemonstrationen neue Krawalle befürchtet. Es drohe eine "sehr große Gewalt", hieß es am Mittwochabend aus dem Élysée-Palast.

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Doch das ist noch nicht alles. Gleichzeitig hat die französische Polizeigewerkschaft VIGI angekündigt, ab dem Wochenende in einen unbefristeten Generalstreik zu treten. Begründung: Die Polizisten hätten die gleichen Anliegen wie die Bürger mit den gelben Westen.

Mit anderen Worten: Möglicherweise treffen am kommenden Wochenende Hunderttausende Demonstranten in französischen Großstädten auf eine Polizei, die sich mit den aufgebrachten Bürgern solidarisiert. Die Folgen sind absehbar: Frankreich könnte komplett lahmgelegt werden.

Das weiß auch die Regierung: Regierungssprecher Benjamin Griveaux hatte am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung, an der auch Präsident Emmanuel Macron teilgenommen hatte, explizit nicht ausgeschlossen, dass bei einer Zuspitzung der Lage auch das Militär eingesetzt werden könnte.

Gegen die eigene Bevölkerung wohlgemerkt! Damit erhält die Sache eine ganz neue Dramatik…

Der Vorgang dürfte ein weiterer Grund für die ausnehmend schwache Vorstellung der Börsen am Donnerstagmorgen gewesen sein…

Was als Protest gegen steigende Spritpreise begann, hat somit eine Dynamik entwickelt, die das Ende der Regierung Macron bedeuten könnte, denn der Zorn der aufgebrachten Franzosen richtet sich immer stärker auch gegen den verhassten Präsidenten und dessen Politik zugunsten der Eliten. Sollte jetzt tatsächlich das Militär eingreifen, dürfte die Lage vollends eskalieren…

Doch in den Medien hier zu Lande wird das Thema trotz der sich erkennbar zuspitzenden Dramatik weitgehend auf Sparflamme gekocht. Zwei Gründe dürften dabei eine wesentliche Rolle spielen:

Erstens haben die Proteste in Frankreich parteiübergreifend das ganze Land erfasst. Laut aktuellen Umfragen sollen bis zu 80 Prozent der Franzosen die Anliegen der Gelbwesten unterstützen.

Deutsche „Leitmedien“ können daher nicht auf „böse Nazis“ einprügeln und die Proteste als „rechte Bewegung“ diffamieren, ohne selbst noch unglaubwürdiger zu werden als sie es ohnehin schon sind.

Zweitens richtet sich der Zorn der Franzosen ausdrücklich auch gegen die Medien. ARD, ZDF, Spiegel und Konsorten müssen daher befürchten, selbst in die Schusslinie zu geraten, sollten die Proteste auch Deutschland erfassen.

Da hält man das Thema doch lieber möglichst klein…

Anleger sind daher gut beraten, die Entwicklung über die freien Medien aufmerksam zu verfolgen. Denn sollte der revolutionäre Funke auch auf Deutschland überspringen, könnte der DAX im Handumdrehen einige Tausend Punkte tiefer notieren.

Ganz davon abgesehen haben revolutionäre Tendenzen nicht nur monetäre Konsequenzen, sondern berühren auch zahlreiche andere Lebensbereiche…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.