Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Bei Weizen hat der Glaube an eine Preiserholung immer weniger Anhänger. Laut CFTC lagen die Netto-Long-Positionen der kurzfristig orientierten Marktteilnehmer in der letzten Berichtswoche auf dem niedrigsten Stand seit zwei Monaten und nahe Null. Anders als im Vorjahr dürfte 2019/20 die globale Produktion die Nachfrage übertreffen, obwohl über die letzten Monate Abwärtsrevisionen für einige wichtige Anbieter vorgenommen wurden, wie Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

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„Inzwischen ist die Ernte auf der Nordhalbkugel weitgehend eingefahren, und in manchen Fällen wurden sogar bessere Ergebnisse erzielt als zwischenzeitlich erwartet. Dies gilt etwa für die EU-Weizenernte, die besonders von einer guten französischen Ernte profitiert“, so Kuhl.

Auch bei Mais zeigten sich die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer zunehmend skeptisch für die weitere Preisentwicklung. Sie hätten über den letzten Monat ihre Netto-Long-Positionen massiv abgebaut, nachdem zwischenzeitlich die Aussaatverzögerungen in den USA für erheblichen Preisoptimismus gesorgt hätten. Die vom US-Landwirtschaftsministerium gemeldete, über den Erwartungen liegende Maisfläche und die Prognose einer um fünf Prozent über den Markterwartungen liegenden US-Ernte hätten diesen aber abebben lassen, heißt es weiter.

„Angesichts des dramatischen Preiseinbruchs – im Nachgang des USDA-Berichts hatte Mais innerhalb von zwei Tagen gut elf Prozent an Wert verloren – scheint die Reaktion der Anleger aber noch recht gemäßigt. Dies könnte eine Folge der doch recht großen Skepsis darüber sein, ob die USDA-Ernteprognose, zu der auch eine erstaunlich hohe Ertragsannahme beiträgt, angesichts der vielfach deutlich verspäteten Aussaat realistisch ist“, so Kuhl.

Bei Sojabohnen seien die bestehenden Netto-Short-Positionen nur recht geringfügig reduziert worden, obwohl das USDA mit seiner US-Ernteprognose deutlich unter den Erwartungen geblieben sei. In einem Umfeld anhaltender Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, hoher Bestände und einer zu erwartenden hohen südamerikanischen Ernte fehlten vielen Marktteilnehmern die Gründe, an eine nachhaltige Preiserholung zu glauben, heißt es abschließend.