Die meisten Argumente für Gold sind mittlerweile jedoch widerlegt oder stehen zumindest stark in Frage, und so pendelt das Edelmetall mittlerweile relativ verwirrt seitwärts.

    Neben der Argumentation dass Gold = Geld ist (seit Bitcoin ist jedoch möglicherweise E-Money die bessere „Hartgeld“-Alternative), wurden hauptsächlich zwei sich widersprechende Begründungen für die Gold-Wette angeführt:

    1. Gold ist Trade der Wahl zum Hedge gegen die Zentralbank-induzierte (Hyper)-Inflation
    2. Gold ist die Versicherung gegen den deflationären Systemzusammenbruch

    Das erste Argument halte ich persönlich für tragisch, da es Millionen an Goldanleger mittlerweile viel Geld gekostet hat.

    Wenn man sich frühzeitig mit der Mechanik von QE auseinandergesetzt hätte, anstatt den Quacksalbern zu glauben, wäre man schnell zur Überzeugung gelangt, dass Ankäufe per se nicht inflationär wirken können, sondern sich außer im Falle eines einsetzenden Wirtschaftsbooms (in welchem dann Aktien die bessere Alternative währen) lediglich in steigenden Assetpreisen niederschlägt.

    Nun war Gold ab 2008 im Großen und Ganzen dennoch kein allzu schlechter Trade, denn Wall Street und vor allem Peking haben über die Jahre ganze Arbeit geleistet, um das Metall zu verbriefen und es damit in die Lage gesetzt von QE zu profitieren.

    Das bringt mich zu Punkt 2 – ist Gold wirklich die ultimative Versicherung gegen den (deflationären) „Reset“ des Finanzsystems?

    Ich halte diese Sichtweise aufgrund der angesprochenen Verbriefung für falsch. Gold ist mittlerweile dermaßen ins System integriert, dass es nicht länger als Wette auf dessen Untergang kategorisiert werden kann. Ganz im Gegenteil.

    Der Cash-For-Copper-Skandal in China hat klar gezeigt, dass Gold ein begehrtes Mittel ist, um an dringend benötigten Kredite zu kommen, und nicht anders herum. Kippt das System, dann wird Gold massiv verkauft um liquide (sprich im Besitz von „Papiergeld“) zu bleiben – auch die Finanzkrise hat dies deutlich demonstriert.

    Ich bin eher Gold-Freund als -Feind, aber das Metall sollte als das betrachtet werden was es ist, nämlich ein Vehikel um zu traden (Kollege Jochen Stanzl predigt das schon lange). Ideologische Überfrachtung kostet nur.

    Damit habe ich mich zum Wochenende nun wahrscheinlich zu Genüge unbeliebt gemacht. ;)