• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.205,400 $/Unze

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Goldpreis ist zuletzt trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren auf ein 19-Monatstief gefallen. Einige Marktbeobachter ziehen daher bereits die Rolle von Gold als sicheren Hafen in Zweifel. Doch in erster Linie ist der Goldpreisverfall die Folge eines deutlich festeren US-Dollar, robuster US-Aktienmärkte, schwacher Schwellenländerwährungen und des Rückzugs der ETF-Anleger resp. der spekulativen Finanzinvestoren.

Nach Ansicht von Guy Wagner, Managing Director bei der Banque de Luxembourg Investments (BLI), gehört Gold im Grunde zu jenen Vermögenswerten, die in der Hoffnung gekauft werden, dass jemand in der Zukunft bereit sein wird, einen höheren Preis dafür zu zahlen. „Gold an sich ist ein unfruchtbarer Vermögenswert", erklärt Wagner in einem aktuellen Marktkommentar. Denn seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems mit seinem Gold-Dollar-Standard habe das Edelmetall seine Funktion als monetärer Vermögenswert verloren. „Wer in Gold investiert, muss also davon überzeugt sein, dass seine historische Bedeutung weiterhin gilt ist und dass das Edelmetall auch künftig in turbulenten Zeiten gefragt ist“.

In der Regel verhält sich der Goldpreis umgekehrt zum US-Dollar, sagt der Chefstratege. Beide Werte können die Rolle einer Zufluchtsanlage übernehmen. Die Entwicklung des Dollars werde im Wesentlichen vom Zustand der US-Wirtschaft bestimmt. Die Nachfrage nach Gold habe hingegen vor allem mit der geopolitischen Situation zu tun, der Inflation und allgemein dem Vertrauen der Anleger in Papiergeld. „Gold ist gewissermaßen eine Versicherung gegen das Risiko, dass die Entwicklung nicht so verläuft wie vorhergesehen“, so Wagner.

Eine Anlage in Gold sollte daher nicht als kurzfristige Spekulation gesehen werden. Sein Preis werde dann wieder steigen, wenn Anleger verstehen, dass die Notenbanken ihre Geldpolitik nicht einfach normalisieren und die Situation rückgängig machen könnten, die sie mit ihrer nicht-konventionellen Geldpolitik und der Manipulation der Zinssätze geschaffen hätten, betont Wagner. Ein Effekt der künstlich niedrig gehaltenen Zinsen sei, dass der künftige Konsum vorweggenommen werde, sich das Vom-Markt-Verschwinden unrentabler Unternehmen verzögere und Spekulation gefördert werde. Gold stelle somit auch einen Schutz für den Fall eines Einbruchs der Finanzmärkte dar.