• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.508,000 $/oz.

Denver (GodmodeTrader.de) – Gold legt am Mittwoch im Umfeld von wieder gestiegenen US-Zinssenkungserwartungen und getrübtem Optimismus bezüglich des Ausgangs der US-chinesischen Handelsgespräche zu. Im Hoch wurde das Edelmetall bislang bei 1.511,55 US-Dollar je Feinunze gehandelt.

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US-Notenbankpräsident Jerome Powell hat angesichts der negativen Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China seine Bereitschaft signalisiert, der US-Wirtschaft mit Zinssenkungen unter die Arme zu greifen. Man werde „angemessen handeln”, um das Wachstum zu stützen, sagte Powell auf einer Wirtschaftskonferenz in Denver. Zudem kündigte Powell eine Ausweitung des Liquiditätsangebots/Bilanzvolumens an, was aber kein neues Quantitative-Easing-Programm darstellen soll. Laut FedWatch Tool der CME ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in den USA bei dem nächsten Fed-Treffen Ende Oktober zuletzt wieder gestiegen. Sie liegt nun bei 83,9 Prozent.

Nachdem Anfang der Woche noch Optimismus herrschte, dass es bei den anstehenden Gesprächen in Washington zu einem Durchbruch kommen könnte, hat sich die Stimmung mittlerweile eingetrübt. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist China zu einem umfassenden Abkommen nicht bereit, würde aber ein partielles Abkommen akzeptieren, wenn die USA keine weiteren Strafzölle auf chinesische Waren erheben. Dies beziehe sich auch auf die bereits angekündigten neuen Zölle, die im Oktober und im Dezember in Kraft treten sollen. Im Gegenzug bietet Peking unter anderem den Kauf von US-Agrarprodukten an.

Verstimmt ist man in China auch wegen der Kritik am Umgang mit der muslimischen Minderheit der Uiguren. Die USA haben in diesem Zusammenhang Visa-Restriktionen gegen Vertreter der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei erlassen. Bereits gestern wurden 28 Unternehmen und Behörden auf eine Liste für Exportbeschränkungen gesetzt.

Zudem profitiert Gold als „sicherer Hafen“ von der Unsicherheit über den Brexit. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits ohne Abkommen ist nach den jüngsten ergebnislosen Gesprächen zwischen dem britischen Premierminister Johnson und Regierungsvertretern großer EU-Staaten gestiegen. So soll Angela Merkel Bloomberg zufolge gesagt haben, Nordirland müsse in jedwedem Abkommen Teil der europäischen Zollunion bleiben, was laut Johnson auf einen No-Deal-Brexit hinausläuft.

Gegen 15:20 Uhr MESZ notiert Gold mit einem Plus von 0,12 Prozent bei 1.508,15 US-Dollar je Feinunze.

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