• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.155,18 $/Unze

Stuttgart (GodmodeTrader.de) – Gold ist zum Wochenschluss auf ein Sechswochenhoch bei 1.157,38 US-Dollar je Feinunze geklettert. Neuen Auftrieb gegeben hat dem Edelmetall das am Donnerstagabend veröffentlichte und dovisch ausgefallene Sitzungsprotokoll des letzten US-Notenbanktreffens, nachdem bereits der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag eine baldige Zinsanhebung in den USA - die erste seit 2006 – unwahrscheinlicher gemacht hat.

„Vor diesem Hintergrund könnte die an den Märkten heiß diskutierte Frage, ob noch in diesem Jahr eine erste, kleine Zinserhöhung in den USA kommt, mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Langfristig entscheidend dürfte vielmehr sein, ob es die US-Fed als vermutlich wichtigste Notenbank der Welt überhaupt noch schafft, vor der nächsten Rezession die Zinsen so weit zu erhöhen, dass sie einem Abschwung mit kräftigen Zinssenkungen entgegenwirken kann. Es wäre denkbar, dass ihr aufgrund der momentanen Zögerlichkeit später das Potenzial, soll heißen die Zinshöhe hierfür fehlt“, schreibt Thorsten Proettel, Investmentanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, im aktuellen „Commodities Weekly“.

In diesem Fall könnte sie die Zinsen in den Negativbereich senken, wie dies schon die schwedische Notenbank praktiziert, oder sie könnte mit einem erneuten Anleihenkaufprogramm (QE) die Märkte mit Liquidität fluten, heißt es weiter. „Beide Alternativen würden die Attraktivität von Gold grundsätzlich erhöhen, da das gelbe Metall im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehrt werden kann. Außerdem würde sich gegebenenfalls der Nachteil von Gold, keine Zinsen abzuwerfen, in einem Umfeld mit Negativzinsen in einen Vorteil verwandeln. Das Halten von Gold könnte in diesem Fall vor einer schleichenden Enteignung bewahren“, so Proettel.

Gegen 15:30 Uhr MESZ notiert Gold mit einem Plus von 1,41 Prozent bei 1.155,03 US-Dollar je Feinunze.