• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.313,650 $/Unze

Gold hat ein paar schwere Jahre hinter sich. Das lag in den letzten beiden Jahren nicht einmal so sehr daran, dass der Goldpreis fiel, sondern vielmehr an der außerordentlich guten Performance anderer Märkte. Inzwischen ist Gold daher im Verhältnis zu Aktien geradezu ein Schnäppchen.

Gold

Grafik 1 zeigt dazu das Verhältnis des Goldpreises zu US-Aktien seit 1915. Im Jahr 1915 betrug das Verhältnis 1. Ein höheres Verhältnis bedeutet, dass Gold besser performt als Aktien und ein Wert unterhalb von 1 bedeutet, dass Gold schlechter performte als Aktien. Derzeit liegt das Verhältnis bei 0,19. Das ist schon fast traurig, aber eben auch nur fast.

Der Vergleich ist nicht ganz fair. Der Goldpreis war bis 1971 fixiert (siehe Grafik 2). Man kann schlecht sagen, wo der Goldpreis heute stehen würde, hätte es immer eine freie Preisfindung gegeben. Seit es einen Marktpreis gibt, hat Gold gar nicht so schlecht performt.

Grafik 3 zeigt das Verhältnis seit Preisfreigabe. Hier zeigt sich zwar von der Tendenz ein ähnliches Bild, doch das Endresultat ist anders. Das Verhältnis liegt derzeit bei 1,2. Wer also 1971 in Gold investierte und nicht in Aktien, ist heute besser dran.

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Der Spekulationsexzess Ende der 70er Jahre hat zu einer außerordentlich hohen Outperformance geführt. Diese wieder abzubauen brauchte Zeit. Es dauerte fast 20 Jahre bis sich das Verhältnis wieder normalisierte bzw. ins Gegenteil überschwenkte. Im Jahr 2000, kurz vor Platzen der Internetblase, lag das Verhältnis bei 0,47. Gold war damals ein regelrechtes Schnäppchen.

Heute liegt das Verhältnis zwar höher als im Jahr 2000, doch man darf nicht vergessen, dass Aktien zu dieser Zeit auch fast 50 % höher bewertet waren als heute. Eine so hohe Bewertung ist außergewöhnlich. Derzeit kaufen Anleger ebenfalls Aktien, als ob sie Schnäppchen wären und treiben die Bewertung immer höher. Keiner kann sagen, wie lange das noch so weitergehen wird.


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Es ist also durchaus möglich, dass das Verhältnis weiter sinkt. Dies liegt dann vor allem an steigenden Aktienkursen und nicht so sehr an einem fallenden Goldpreis. Der Aktienwahn kann natürlich auch morgen schon vorbei sein. Dann glänzt Gold plötzlich sehr hell.

Meiner Einschätzung nach wird sich der Goldpreis nicht vervielfachen. Moderat steigende Preise haben guten Chancen. Das Inflationspotential wird unterschätzt, insbesondere, wenn man die niedrigen Zinsen in die Betrachtung miteinfließen lässt. Darüber hinaus ist der Aktienmarkt überbewertet. Eine merkliche Korrektur kann jederzeit beginnen.

Gold dürfte 2018 daher aus zwei Gründen glänzen. Einerseits sollte sich der Preis moderat nach oben bewegen, andererseits ist es der aktuell beste und relativ gesehen günstigste Hedge gegen einen Abverkauf bei Aktien.

Clemens Schmale

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