• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.479,950 $/oz.

Dass anonyme Goldkäufe schon ab Januar kommenden Jahres von aktuell 10.000 Euro auf dann nur noch 2.000 Euro abgesenkt werden, dürfte sich allmählich herumgesprochen haben. Dass auch dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird, zeigt eine Maßnahme, die gerade auf höchster Ebene diskutiert wird: Dem Bundesrat ist die geplante 2.000-Euro Grenze offenbar ein Dorn im Auge. Dort fordert man deshalb eine Absenkung der anonymen Kaufgrenze auf 1.000 Euro…

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In der Bundestags-Mitteilung heißt es dazu:

„Der Bundesrat verlangt eine Absenkung des Schwellenwertes auf 1.000 Euro. Damit würde erreicht, dass die Aufstückelung der Barzahlung auf unterhalb des Schwellenwertes von 1.000 Euro liegende Goldmünzen wirtschaftlich uninteressant wäre, da dafür überproportionale Prägekosten anfallen würden.“

Im Klartext: Man will erreichen, dass die handelsübliche Menge einer Unze Gold, die aktuell mit rund 1.350 Euro zu Buche schlägt, künftig nicht mehr anonym gekauft werden kann. Bei kleineren Goldmünzen ist der Prägeanteil an den Herstellungskosten so hoch, dass ein Kauf umso unattraktiver wird, je kleiner die Stückelung ist.

Die bekannten Totschlagargumente für derlei Ansinnen dürfen natürlich auch hier nicht fehlen: Diesmal geht es um „Geldwäsche“. Gerne genommen werden in solchen Fällen auch „Steuerhinterziehung“ oder „Terrorismusbekämpfung“.

In Wahrheit geht es um etwas ganz anderes: Man will den Fluchtweg in das Gold sukzessive verschließen. Und um keine schlafenden Hunde zu wecken, geht man entsprechend vorsichtig zu Werke:

Die Bundesregierung hat den Vorschlag bislang abgelehnt, so heißt es. Man wolle zunächst abwarten, wie sich die Senkung des Schwellenbetrages auf 2.000 Euro auswirkt. Ah ja…

Dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, ist allerdings so klar wie die sprichwörtliche Kloßbrühe. Das zeigt schon ein Blick in die Geschichtsbücher:

Gold ist der natürliche „Feind“ der Notenbanken. Man spricht auch vom „Fieberthermometer der Finanzmärkte“. Deshalb haben interessierte Kreise bei einer krisenhaften Zuspitzung, die gegen Ende eines Schuldenzyklus zwangsläufig auf der Agenda steht, immer versucht, die Menschen aus dem Gold draußen zu halten.

Das aktuelle Umfeld kann hier als Schulbeispiel dienen:

Rund um den Erdball versuchen die Notenbanken derzeit mit wachsender Verzweiflung, über weitere Zinssenkungen und ähnliche Manöver, dem völlig überschuldeten globalen Wirtschaftssystem noch geringste Mengen an "Wachstum" abzuringen. Der neueste Clou sind negative Zinsen…

Doch systembedingt nimmt der "Erfolg" dieser Schritte immer weiter ab – was nicht zuletzt auch der Goldpreis signalisiert...

Perspektivisch werden diese Maßnahmen jedoch dazu führen, dass alle Papierwährungen gegenüber Gold und Silber sukzessive abwerten werden. Deshalb werden Regierungen und Notenbanken jetzt mit wachsendem Aktionismus versuchen, den natürlichen Fluchtweg in das Gold zu verschließen.

Das Ende ist schon heute absehbar: Gerade in Krisenzeiten denken Regierungen immer wieder darüber nach, den privaten Goldbesitz vollständig zu verbieten. Merkwürdigerweise bleibt es jedoch nicht bei dem Gedanken. Doch weil man das nicht so deutlich sagen kann, geht man auch jetzt Schritt für Schritt vor:

Aktuell sieht man, dass die Zinsen global betrachtet immer weiter in den Keller geschleust werden. Und was dürfen die Menschen auf gar keinen Fall kaufen oder besitzen, wenn die Zinsen im ganz großen Stil negativ werden sollen? Dreimal dürfen sie raten…

Mit dem jetzt anvisierten Schwellenbetrag für anonyme Goldkäufe in Höhe von 1.000 Euro kündigt sich daher mit größter Wahrscheinlichkeit nicht weniger an als ein privates Goldbesitzverbot. Damit will man künftig mutmaßlich verhindern, dass sich die Menschen vor Negativzinsen in Sicherheit bringen…

Anleger sollten das bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen und entweder auf physisches Silber ausweichen, oder auf die Aktien von Edelmetall-Produzenten.

Alternativ könnte man sich allmählich natürlich auch mit dem Gedanken anfreunden, privat gehaltenes Gold wie die Südkoreaner während der Asienkrise von 20 Jahren für die Rettung der maroden Staatsfinanzen zur Verfügung zu stellen.

Derlei wird unter Garantie auch in Zukunft vollkommen legal sein…

Denn Gold ist Geld…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.